Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fast jeder zweite Schulleiter findet Schulkommissionen überflüssig

27.03.2014

Beinahe die Hälfte der Schulleiterinnen und Schulleiter ist der Ansicht, dass Schulkommissionen überflüssig sind, 60 Prozent halten es für falsch, dass sie Personalentscheide treffen. Zwei Drittel finden die Kommissionen jedoch wichtig für die Verwurzelung der Schule in der Gemeinde. Zu diesen Ergebnissen kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Befragung.

In der Schweiz haben traditionell Schulkommissionen, in denen Bürger und Bürgerinnen sich ehrenamtlich engagieren, die Führung der Volksschule inne. Mit der so genannten Teilautonomisierung der Schulen sind diese Laienkommissionen unter Druck geraten. Es ist umstritten, ob sie als Bindeglied zwischen dem Gemeinderat und den neuen professionellen Schulleitungen dienen sollen.

Schulkommissionen sollen keine Personalentscheide treffen

Wie schätzen die neuen Schulleitungen die veränderten Führungsstrukturen der Volksschule ein? Unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) befragten Forschende der Universität Zürich und der Fachhochschule Nordwestschweiz 270 Schulleitungen in allen Kantonen der französisch- und der deutschsprachigen Schweiz.

Die Auswertung zeigt, dass Schulkommissionen nach wie vor von grosser Bedeutung sind. 86 Prozent der Befragten geben an, dass es in ihren Schulgemeinden solche Kommissionen gibt. 80 Prozent der Kommissionen besitzen weiterhin Entscheidungskompetenzen.

Die professionellen Schulleitungen stehen den Schulkommissionen eher kritisch gegenüber. 45 Prozent der Befragten finden sie überflüssig, 60 Prozent halten es für eher oder ganz falsch, dass sie Personalentscheide treffen.

Zwei Drittel finden jedoch, dass die Kommissionen für die Verwurzelung der Schule in der Gemeinde wichtig sind, und knapp die Hälfte hält sie für geeignet, Finanzentscheide zu treffen. Laut dem Bildungssoziologen Carsten Quesel könnte die Ambivalenz der Einschätzungen daher rühren, dass die Abschaffung der Laienkommissionen den Spielraum der Schulleitungen vergrössert, sie aber auch mit zusätzlichen Arbeiten und Aufgaben belastet, vor allem seitens des Gemeinderats.

Skeptisch gegenüber Elternräten

Bei der Frage, ob Elternräte ein sinnvoller Ersatz für die traditionellen Kommissionen seien, zeigen sich die Schulleitungen skeptisch. Nur 40 Prozent sehen diese als sinnvolles Bindeglied zwischen der Schule und den Eltern. Die grosse Mehrheit vertritt die Ansicht, solche Räte würden durch fehlendes Engagement oder durch Sonderinteressen gelähmt.

Einig sind sich die Befragten, dass Elternräte keine Entscheidungskompetenzen bei der Schulführung haben sollten. Die Schulleitungen sehen die Aufgaben von Elternräten primär darin, den Dialog zwischen Eltern, Schülern und Lehrpersonen zu fördern und das schulische Leben mit Veranstaltungen zu bereichern.

"Die Schulleitungen schätzen das freiwillige Engagement der Eltern, bezweifeln aber, dass es in Form eines Elternrats verankert werden sollte, weil es so zu einem unproduktiven Ritual geraten kann", sagt Carsten Quesel.

Publikation

C. Quesel, D. Kübler u.a.: Schulkommissionen und Elterngremien im Urteil professioneller Schulleitungen. Kurzbericht zu einer Erhebung an obligatorischen Schulen der Deutschschweiz und der Romandie, 2014
(Für Medienschaffende als PDF-Datei beim SNF erhältlich: com@snf.ch)

Weitere Informationen:

http://www.snf.ch/de/fokusForschung/newsroom/Seiten/news-140327-mm-schulleiter-s...

Medien - Abteilung Kommunikation | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

nachricht Enterprise 2.0 ist weiterhin bedeutendes Thema in Unternehmen
03.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten