Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Familienunternehmen sichern Liquidität in der Krise stärker als börsennotierte Firmen ...

05.10.2010
... - schrecken aber oft vor Kapitalmaßnahmen zurück

- Gemeinsame Studie von Roland Berger Strategy Consultants und ergo Kommunikation: Vergleich von 30 Familienunternehmen mit 30 MDAX-Konzernen

- Zweistelliger Umsatzrückgang bei Familienunternehmen durch überproportionale Senkung des Materialaufwands zum Teil kompensiert - jedoch höhere Personalkostenquote

- Anhaltend hohe FuE-Intensität bei Familienunternehmen - aber gravierende Einschnitte im Investitionsbudget

- Massiver Abbau des Working Capital und zurückhaltende Dividendenforderungen der Familien sichern Liquiditätsposition ab

- Kleinere Familienunternehmen setzen mangels Zugang zum Kapitalmarkt in der Fremdfinanzierung noch stärker auf den klassischen Bankkredit

Die großen nicht börsennotierten Familienunternehmen in Deutschland haben im Krisenjahr 2009 trotz ihrer oft diversifizierten Geschäftsmodelle einen massiven Umsatzrückgang hinnehmen müssen.

Darauf haben sie mit Restrukturierung, Kostensenkung und Maßnahmen zur Liquiditätssicherung reagiert. Im Vergleich zu börsennotierten Gesellschaften handelten die Konzerne im Familien- oder Stiftungsbesitz dabei sicherheitsorientierter: Sie führten ihre Nettofinanzverbindlichkeiten markant zurück und behaupteten eine Eigenkapitalquote von durchschnittlich 40 Prozent, zehn Prozentpunkte höher als in der Vergleichsgruppe.

Zugleich waren sie in der Wirtschaftskrise innovationsfreudiger und investieren trotz beschnittener Investitionsbudgets einen deutlich höheren Anteil des operativen Cashflows in Ausbau und Modernisierung der Produktionsanlagen. Das ist das Ergebnis einer Analyse durch die Corporate-Finance-Experten von Roland Berger Strategy Consultants und ergo Kommunikation.

"Auch in der Krise manifestierte sich damit die auf langfristigen Unternehmenserhalt zielende Strategie der Eigentümerfamilien", sagt Klaus van Marwyk, Principal von Roland Berger Strategy Consultants und Co-Autor der Studie. Die größte Strategieberatung europäischen Ursprungs hat gemeinsam mit ergo Kommunikation die Konzernabschlüsse von 30 großen, industriell orientierten Unternehmen in Familien- und Stiftungsbesitz mit einem Gesamtumsatz von 170 Mrd. Euro und mehr als 870 Tsd. Mitarbeitern ausgewertet.

Die Vergleichsgruppe bildeten 30 im MDAX notierte Gesellschaften vergleichbarer Größe und Branchenzugehörigkeit. Die vollständige Untersuchung wird heute Abend im Rahmen der Verleihung des "private publ!c Awards" in Frankfurt am Main vorgestellt.

"Familienunternehmen kennen die entscheidenden Elemente ihres Geschäftsmodells sehr genau und denken außerordentlich langfristig", kommentiert van Marwyk die Ergebnisse. "Daher haben sie in der Krise flexibel und schnell reagiert und dabei ihre kritischen Ressourcen - Technologie, Personal und Finanzierung - abgesichert."

Die Ertragslage der Familienunternehmen war durch den Umsatzrückgang um
12 Prozent geprägt - aber auch durch eine überproportionale Materialkostensenkung, die unter anderem auf günstigeren Rohstoffpreisen und Preisverhandlungen mit Lieferanten beruhte. Ein Stellenabbau um drei Prozent machte sich nur teilweise in den Personalkosten bemerkbar: Anders als in der MDAX-Vergleichsgruppe legte die Personalkostenquote zu und betrug im Durchschnitt 22,6 Prozent (2008: 20,1 Prozent).

Ihre Forschungs- und Entwicklungsprojekte verringerten die Familienunternehmen trotz der angespannten Ertragslage kaum. In Summe wendeten sie 7,5 Prozent (Vorjahr 6,9 Prozent) des Umsatzes für FuE auf, verglichen mit einer FuE-Quote von 3,1 Prozent in der MDAX-Vergleichsgruppe.

Auf der Finanzierungsseite traten ebenfalls deutliche Unterschiede ans Licht. Die Familienunternehmen haben - anders als die MDAX-Werte

- ihre Finanzverbindlichkeiten ausgeweitet; bei den Großkonzernen mit einem Umsatz von mehr als 3 Mrd. Euro erfolgte dies vorrangig über Anleihen und Schuldscheindarlehen, bei den kleineren Familienunternehmen über die Ausweitung des klassischen Bankkredits.

Die zusätzlichen Mittel wurden zum Teil als Liquidität in den Unternehmensbilanzen geparkt, was in verringerten Nettofinanzschulden und einem niedrigen Gearing (Nettofinanzverbindlichkeiten im Verhältnis zum Eigenkapital) resultierte.

Der erneute Abbau von Vorräten und Forderungen, die zusammen nur noch 30,5 Prozent der Bilanzsumme betrugen (MDAX-Vergleichsgruppe: 33,8 Prozent), sowie das Aufschieben größerer Investitionsvorhaben haben die Liquidität der Familienunternehmen weiter gestützt.

Gleichwohl haben die Unternehmen 68,7 Prozent des operativen Cashflows für Investitionen verwendet, während es bei den börsennotierten Pendants 47,1 Prozent waren. Schließlich haben auch die vergleichsweise moderaten Dividendenforderungen der Familien zur Entspannung der Finanzlage beigetragen.

Die Präsentation zur Studie können Sie kostenfrei herunterladen
unter: www.rolandberger.com/pressreleases
Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 36 Büros in 25 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 2.000 Mitarbeiter haben im Jahr 2009 einen Honorarumsatz von 616 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.

ergo Kommunikation (GPRA) ist eine der führenden Kommunikationsberatungen in Deutschland und spezialisiert auf Wirtschaft, Finanzen und Politik. In Berlin, Frankfurt am Main Köln und München unterstützen rund 70 Berater, Redakteure und Projektmanager deutsche und internationale Unternehmen sowie Institutionen in Öffentlichkeitsarbeit, Investor Relations und Public Affairs.

Sebastian Deck | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com
http://www.ergo-komm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17
24.07.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie