Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fahrerinnen klassischer Automobile: Frauen, die das Original lieben

05.10.2009
Kompetenzzentrum Frau und Auto der Hochschule Niederrhein untersuchte ein Marktsegment mit Wachstumspotenzial

Bei Oldtimertreffen sind sie (noch) in der Minderheit, aber hinter dem Steuer klassischer Automobile wie dem VW Käfer, einem Mercedes 300 SL Flügeltürer oder Jaguar XK 120 statistisch schwer im Kommen: Frauen, die beim Autofahren das Original, seinen Charakter und Stil lieben und einen Klassiker ihr eigen nennen.

Die Wünsche, Einstellungen und Erwartungen von 78 von ihnen hat der Diplom-Kaufmann Nicholas Dondorf zum Abschluss seines Studiums an der Hochschule Niederrhein ermittelt und in einer neuen Studie des Kompetenzzentrums Frau und Auto veröffentlicht. Dessen Leiterin Prof. Dr. Doris Kortus-Schultes sieht auf dem Markt klassischer Automobile bei Frauen noch ein großes Wachstumspotential, das Händler und Zulieferer bei weitem noch nicht ausgeschöpft hätten. Mit Neuauflagen legendärer Modelle wie des Opel GT und des VW Scirocco greifen große Autohersteller die Sehnsucht nach einer vergangenen Zeit und ihrer automobilen Repräsentanten auf.

An die Originale reichen aber auch sie nicht heran. Zur direkten, erfolgreichen Ansprache potenzieller Kundinnen gehört das Wissen darüber, wie Klassiker-Fahrerinnen zu ihrem Hobby gefunden haben und was sie damit verbinden. Die Untersuchung, erschienen im Cuvillier Verlag Göttingen, liefert dazu eine Fülle differenzierter Aussagen. Vor allem ist es die Einzigartigkeit ihrer Modelle, die die Fahrerinnen begeistert und sich in der Formensprache, den edlen Materialien, den Gerüchen und den röhrenden Motorgeräuschen ausdrückt. Manche sehen in ihren Klassikern regelrechte Kunstwerke, die als technische Skulpturen im öffentlichen Raum alle Blicke auf sich ziehen. Hinzu kommt die Freude, sich in der Bewunderung anderer für das gefahrene Fahrzeug spiegeln zu können und Gelassenheit zu spüren beim Fahren eines Automobils, das die Zeit überdauert hat. "Menschen, die Oldtimer sehen, haben immer ein Lächeln im Gesicht", so eine interviewte Fahrerin, weshalb ihr Uralt-Käfer für eine andere ein erhebliches "Flirtpotenzial" hat.

Zu den neun Frauen, die von Nicholas Dondorf persönlich interviewt wurden, gehören die Porsche 914-6-Fahrerin Anne Koppers aus Kevelaer, die VW Karmann Ghia-Fahrerin Ruth Schumacher aus Waiblingen und die angehende Trabant 601-Fahrerin Verena Esters aus Mönchengladbach. Wo es nach Benzin und Öl rieche, habe sie schon als Kind ihre Nase reinstecken müssen, berichtet Anne Koppers, deren VW Porsche 40 Jahre alt ist, in diesem Jahr aber mit ihr am Steuer die 15. Rallye Korsika für Oldtimer gewonnen hat. Von den 170 Fahrern ihres Modells in Deutschland ist sie die einzige Frau.

Ganz stilecht liebt es auch Ruth Schumacher: Beim Fahren ihres 38 Jahre alten Karmann Ghia trägt sie meist einen Petticoat mit Pepita-Muster, kurbelt die Scheibe herunter und empfindet selbst beim Geruch von Kuhdung Genuss für alle Sinne. Klassiker fahren sei "Autofahren pur". Ihre Faszination hat nun sogar in einem Buch Ausdruck gefunden: "Klassiker in Chrom" versammelt legendäre Kühlerfiguren und Embleme, die ihr Arbeitgeber, der Kolbenhersteller Kahle, vom 12. Oktober bis 20. November in einer Ausstellung präsentiert.

Im Internet erstand die 28jährige Verena Esters vor einem Jahr einen Trabant 601 für 250 Euro. Er ist zehn Jahre älter als sie selbst, hat erst 55.000 Kilometer auf dem Tacho und liegt derzeit zerlegt in der Garage eines Bekannten. Denn vor dem Neuaufbau soll die Karosserie gesandstrahlt, neu lackiert und die Lichtanlage auf 12 Volt umgerüstet werden. Der Trabbi wird das erste Auto überhaupt von Verena Esters sein, die an der Hochschule Niederrhein als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist. Und warum tut sie sich die Fron des Schraubens und Schweißens an? Weil sie sich schon als junges Mädchen bei Besuchen im Osten in einen Trabbi verliebt hat! Bei Frauen und Klassikern ist eben immer Leidenschaft im Spiel!

Kontakt: Prof. Dr. Doris-Kortus-Schultes, Tel. 02161-186-6327 und 0212-331800

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise