Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Facebook verdrängt Konkurrenz im Social Web

29.02.2012
PwC-Studie zu Social Media: Soziale Netzwerke sind für zwei von drei Usern wichtiger als Google / Starke Konzentration auf die Marktführer / SMS, Telefonie und E-Mail geraten in die Defensive

Die virtuelle Welt der Sozialen Netzwerke wird für ihre Nutzer nicht nur immer wichtiger, sondern auch übersichtlicher. Zwei von drei Usern steuern die Startseite ihres bevorzugten Sozialen Netzwerks mittlerweile häufiger an als die Google-Homepage, wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervorgeht.

Dabei handelt es sich bei dem bevorzugten Sozialen Netzwerk in den weitaus meisten Fällen um Facebook oder - für professionelle Kontakte - Xing, während Youtube den Bereich der Videoplattformen dominiert.

"Soziale Netzwerke fungieren mittlerweile häufig als 'Stellwerk'
für den Internet-Traffic. Aus diesem Grund gewinnt die strategische Auseinandersetzung mit Social Media für Unternehmen, Medienhäuser und Werbetreibende immer mehr an Bedeutung", sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.

Gut jeder dritte Befragte (35 Prozent) navigiert von seinem Netzwerk zu anderen Webseiten. Beispielsweise stammen bereits bis zu 15 Prozent des Traffics von Zeitungswebseiten direkt oder indirekt von Facebook.

Vier von fünf Befragten haben einen aktiven Facebook-Account. StudiVZ, das deutsche Äquivalent, wird demgegenüber nur von 13 Prozent der User genutzt - im Jahr 2008 waren es noch 31 Prozent. Im Segment der weiteren Social-Media-Plattformen hat sich Youtube als Marktführer etabliert. Der Anteil der registrierten Youtube-Nutzer stieg zwischen 2008 und 2011 von 27 Prozent auf 37 Prozent, während MyVideo von 13 Prozent auf fünf Prozent zurückfiel. Bei den Professional Networks dominiert weiterhin Xing: Hier haben sich 15,4 Prozent der deutschen User registriert, bei Linkedin hingegen nur 2,2 Prozent.

Für die Studie befragte PwC 1.000 regelmäßige Nutzer Sozialer Netzwerke bzw. Medienplattformen in Deutschland.

Facebook verbindet Generationen

Facebook ist nicht nur mit Abstand das größte Netzwerk, sondern auch das am häufigsten genutzte: Vier von fünf "Freunden" schauen täglich bei Facebook vorbei. Bemerkenswert ist zudem, dass Facebook in allen Altersgruppen viele Anhänger hat. So sind 80 Prozent der Befragten über 55 Jahre bei Facebook aktiv, während vergleichbare Konkurrenzangebote wie Stayfriends oder Wer-kennt-wen (WKW) nur auf 30 Prozent bzw. 40 Prozent kommen.

Herausforderung für SMS und Co.

Soziale Netzwerke und so genannte Microblogs à la Twitter konkurrieren aber nicht nur mit Suchmaschinen und Inhalte-Anbietern im Internet, sondern fordern auch etablierte Kommunikationskanäle heraus. So gibt jeder zweite User eines Sozialen Netzwerkes an, seltener SMS zu versenden. Auf Instant Messenger wie beispielsweise ICQ greifen 44 Prozent seltener zurück, und selbst E-Mail und Telefon werden von 41 Prozent bzw. 39 Prozent der Befragten teilweise ersetzt. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die rasant wachsende Verbreitung von Smartphones, auf denen 'Apps' zur Nutzung der Sozialen Netzwerke installiert sind. Von den 16 bis 24 Jährigen nutzt bereits mehr als jeder zweite (55 Prozent) seine Lieblingsplattform mobil. Etwa ein Viertel dieser Gruppe greift sogar häufiger von unterwegs auf die Netzwerke zu als vom heimischen Computer. Jeder dritte junge Nutzer gibt an, dass die mobile Nutzung sozialer Netzwerke ein wichtiges Kaufkriterium für das Smartphone war.

"Wir erwarten, dass sich das Kommunikationsverhalten durch Soziale Netzwerke und neue Applikationen wie 'Whats App', kontinuierlich verändern und dadurch in zunehmendem Maße die Geschäftsmodelle der klassischen Telekommunikationsanbieter kannibalisieren wird. Auch die Nachfrage nach Smartphones wird dadurch weiterhin ansteigen", so Dr. Arno Wilfert, Telekommunikationsexperte und Partner bei PwC.

Werbung wird akzeptiert

Die große Mehrheit der befragten Nutzer (69 Prozent) nimmt Werbung im Sozialen Netzwerk hin, wenn der Zugang für sie auf diese Weise kostenfrei bleibt. Der wahrgenommene Nutzen von Werbung ist demgegenüber eher gering. Gut jeder dritte Befragte (35 Prozent) ist durch Anzeigen und Spots auf Social-Media-Seiten oder im Netzwerk immerhin schon einmal auf neue Produkte bzw. Ideen aufmerksam geworden.

Wesentlich wichtiger als Werbung sind Empfehlungen anderer Nutzer in Sozialen Netzwerken. Zwar informieren sich bislang erst knapp 16 Prozent der Befragten gezielt in Sozialen Netzwerken über Produkte und Dienstleistungen. Jedoch vertrauen fast 80 Prozent der Befragten stärker auf Aussagen von Freunden oder Netzwerk-Kontakten als auf Werbeversprechen. Besonders bemerkenswert ist, dass gut sieben von zehn Usern schon einmal eine bereits getroffene Kaufentscheidung auf Grund von Kommentaren und Bewertungen anderer Nutzer revidiert haben.

"Für Unternehmen eröffnen sich großartige Möglichkeiten, über Social Media in den Dialog mit Kunden einzutreten und diese für sich zu gewinnen. Mit der richtigen Strategie erhalten Unternehmen dabei nicht nur direktes Feedback von Kunden, sondern darüber hinaus Empfehlungen von den Personen, denen zukünftige Käufer am meisten vertrauen, nämlich Freunden und Kontakten", kommentiert Ballhaus. Klar ablehnend stehen die Befragten der personalisierten Werbung gegenüber. Nur 17 Prozent finden diese Werbeform gut. Die Weitergabe von Nutzerdaten wie z.B. der E-Mail-Adresse zu Werbezwecken würden drei von vier Nutzern nicht akzeptieren.

Vom Fan zum Kunden

Die überwiegend ablehnende Haltung gegenüber Werbung wandelt sich hingegen, wenn die Kontaktaufnahme von den Usern selbst ausgeht. Über 50 Prozent der Befragten sind bereits "Fan" oder "Follower" mindestens eines Unternehmens oder einer Marke. Für Unternehmen ist der Wert, den sie aus Social-Media-Aktivitäten ableiten können, äußerst vielschichtig. Etwa jeder vierte "Fan" will in erster Linie im Netzwerk zeigen, dass er die Marke mag. Vor allem aber ist bei 41 Prozent der Befragten die Wahrscheinlichkeit für eine Empfehlung oder einen Kauf gestiegen, seit sie "Fan" der betreffenden Marke oder des Herstellers sind. "Fans und Follower werden somit zu einer wertvollen Währung für Unternehmen und können einen Beitrag zur Marke leisten, der weit über die Möglichkeiten traditioneller Werbeformen hinausgeht", erläutert Wilfert.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.pwc.de/socialmedia

Über PwC:

PwC bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmensberatung. Mehr als

169.000 Mitarbeiter in 158 Ländern entwickeln in unserem internationalen Netzwerk mit ihren Ideen, ihrer Erfahrung und ihrer Expertise neue Perspektiven und praxisnahe Lösungen. In Deutschland erzielt PwC an 28 Standorten mit 8.900 Mitarbeitern eine Gesamtleistung von rund 1,45 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Claudia Barbe
PwC Presseabteilung
Tel.: (069) 9585 - 3179
E-Mail: claudia.barbe@de.pwc.com

Claudia Barbe | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.pwc.de
http://www.pwc.de/socialmedia

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie