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European Private Equity Outlook 2012

28.02.2012
Schwieriges Finanzierungsumfeld zwingt PE-Investoren dazu, sich auf die Weiterentwicklung ihrer Portfolio-Unternehmen zu fokussieren

- 73 Prozent der Befragten gehen von Rückgang oder Stagnation der M&A-Transaktionen mit Beteiligung von PE-Gesellschaften aus

- Deutliche Rückgänge sind vor allem im Mittelmeerraum sowie in Frankreich und den Benelux-Ländern zu erwarten

- Interessanteste Branchen für Firmenübernahmen sind Pharma und Medizin, Konsumgüter und Einzelhandel sowie Logistik und Business Services

- Große Transaktionen bleiben wegen des restriktiven Finanzierungsumfelds die Ausnahme

- Angebot und Nachfrage driften bei der Bewertung der Unternehmen auseinander. PE-Investoren sehen die Notwendigkeit, die Attraktivität ihrer Portfolio-Unternehmen zu steigern

Nachdem sich der europäische Private Equity-Markt in den letzten Jahren wieder erholt hat, erwartet die Branche nun einen Rückgang der M&A-Transaktionen mit Beteiligung von PE-Investoren. Davon sind vor allem finanziell instabilere Länder wie Griechenland, Italien und Spanien betroffen. Doch auch Frankreich und die Benelux-Länder werden diesen Rückgang spüren. Als Zielindustrien für Private Equity-Beteiligungen gelten in erster Linie Pharma und Medizin, Konsumgüter und Einzelhandel, sowie Logistik und Business Services.

Große Transaktionen über 250 Millionen Euro bleiben aufgrund des volatilen Kapitalmarktumfelds und des restriktiven Finanzierungsumfelds eher die Ausnahme. Als wichtigste Quelle für Akquisitionen sehen PE-Gesellschaften Carve Outs bei Konzernen (76%) sowie Mehrheitsbeteiligungen bei Familienunternehmen (69%). Doch im Fokus der Aktivitäten der PE-Investoren steht in diesem Jahr aktives Portfoliomanagement. So halten 94 Prozent der Befragten die Weiterentwicklung ihrer Portfolio-Unternehmen für wesentlich. Denn nur so können sie dem Auseinanderdriften der Bewertungen zwischen Angebot und Nachfrage auf dem M&A-Markt entgegenwirken. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie "European Private Equity Outlook 2012" von Roland Berger Strategy Consultants.

"Nach einer Belebung des Private Equity-Marktes in den letzten beiden Jahren verliert der europäische Markt langsam an Dynamik", sagt Gerd Sievers, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. "Das liegt vor allem an den unsicheren Konjunkturaussichten vieler Länder sowie an schwierigen Refinanzierungsbedingungen."

Rückgang der M&A-Transaktionen mit PE-Beteiligung Ganze 73 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten 2012 einen Rückgang bzw. eine Stagnation der M&A-Transaktionen mit Private Equity-Beteiligung. Vor allem im Mittelmeerraum wird der Markt deutlich schrumpfen: In Ländern wie Griechenland (-10%), der Iberischen Halbinsel und Italien (-7%) werden sich PE-Investoren weniger an Firmenübernahmen beteiligen. "Die instabile Wirtschaftslage dieser Länder schreckt Investoren ab", erläutert Sievers.

Doch auch in Frankreich und den Benelux-Staaten erwarten Experten einen Rückgang des PE-Marktes um 7 Prozent, in der DACH-Region um 3 Prozent. Auch Großbritannien, einer der wichtigsten Märkte für PE-Investoren, wird einen leicht negativen Trend erleben (-2%). Im Gegentrend liegen die CEE-Region und Skandinavien (+1%) und vor allem Polen (+4%). Dabei sollen die meisten M&A-Transaktionen in den Bereichen Pharma und Medizin (56%), Konsumgüter und Einzelhandel (51%) sowie Logistik und Business Services (37%) stattfinden.

Fokus auf Transaktionen mittlerer Größe

Die Anzahl der M&A-Transaktionen wird 2012 stark von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung abhängen. Diese Meinung teilt ein Drittel der Befragten. Dabei erwarten die meisten Private Equity-Gesellschaften eine weitere Verschlechterung der Konjunkturaussichten. Entsprechend werden M&A-Transaktionen in diesem Jahr eher im Mid-Cap-Bereich stattfinden. So rechnen 94 Prozent der PE-Gesellschaften damit, dass die meisten Übernahmen ein Transaktionsvolumen von weniger als 250 Millionen Euro haben werden.

60 Prozent gehen eher von Transaktionen mit einem Unternehmenswert von weniger als 100 Millionen Euro aus.

"Große M&A-Transaktionen über 500 Millionen Euro dürften die Ausnahme bleiben", so Sievers. "Denn nicht nur der schwierige Zugang zur Akquisitionsfinanzierung belastet die Branche; auch bei Rekapitalisierungen sind Banken immer noch sehr zurückhaltend." Zudem erwarten knapp zwei Drittel der Befragten, dass sich der Wettbewerb für die Eigenkapitalbeschaffung im Fundraising weiter verschärfen wird.

Als Quelle für neue Akquisitionen sehen PE-Investoren vor allem Carve Outs von Großunternehmen (76%) sowie Mehrheitsbeteiligungen bei familiengeführten Unternehmen (69%). Lediglich die Hälfte der Befragten erwartet Transaktionen aus Secondary Buy-Outs; 48 Prozent gehen von Transaktionen aus dem Bereich insolventer bzw. schlecht aufgestellter Unternehmen aus.

Weiterentwicklung der Portfolio-Unternehmen als Priorität

Doch Neuinvestitionen werden in den kommenden Monaten nur eine marginale Rolle für die PE-Branche spielen. Vielmehr wollen sich 40 Prozent der Investoren auf die Weiterentwicklung bestehender Beteiligungen fokussieren. Denn über die Hälfte der Befragten erkennt, dass PE-Gesellschaften ihr Geschäftsmodell an das Marktumfeld anpassen sollten. "Investoren sind vor allem mit dem Problem konfrontiert, dass die Unternehmensbewertungen bei Angebot und Nachfrage auseinanderdriften", erklärt Roland Berger-Partner Gerd Sievers. "Um bessere Preise beim Verkauf ihrer Portfolio-Unternehmen zu erzielen, müssen PE-Gesellschaften diese Firmen daher zunächst attraktiver gestalten. Das aktive Management der Portfolio-Unternehmen wird immer wichtiger."

So halten 94 Prozent der europäischen Umfrageteilnehmer es für notwendig, sich auf ein aktives Portfolio-Management zu fokussieren. Dabei planen 54 Prozent der PE-Investoren, strategische Maßnahmen in den Unternehmen zu implementieren; 34 Prozent setzen auf laufende operative Maßnahmen wie Kostensenkungen oder Outsourcing-Modelle, um die Profitabilität der Firmen zu steigern. "Passives Management als 'Controller der Portfolio-Unternehmen' reicht nicht mehr aus, um die operative Performance zu verbessern", fasst Sievers zusammen.

Die Studie können Sie kostenlos herunterladen unter:
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Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 2.500 Mitarbeitern und 47 Büros in 35 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 220 Partnern.
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Roland Berger Strategy Consultants
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