Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäische Akademie legt interdisziplinäre Studie für eine erfolgreiche Energiewende vor

03.02.2012
Die Europäische Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler hat nun die interdisziplinäre Studie „Balancing Renewable Electricity. Energy Storage, Demand Side Management and Network Extension from an Interdisciplinary Perspective“ veröffentlicht.

Darin wird ein Gesamtüberblick über die Nutzung von Energiespeichern, der Nachfragesteuerung und erweiterter Netze zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage in Systemen mit hohem Anteil erneuerbarer Energien gegeben.

Die derzeitigen Vorstellungen des zukünftigen Energiesystems gehen von hohen Anteilen erneuerbarer Energien aus. In entsprechenden Szenarien wird damit gerechnet, dass im Jahr 2050 ca. 80 oder gar 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt werden wird. Notwendige Zutaten für ein funktionierendes System mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien sind zusätzlich zu den Stromerzeugungsanlagen auch klimafreundliche Technologien für den Ausgleich von Stromangebot und -nachfrage. Dies gilt vor allem in Bezug auf Wind- und Photovoltaik-Anlagen, deren Angebot aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen häufig einbricht.

Die Europäische Akademie hat nun die interdisziplinäre Studie „Balancing Renewable Electricity. Energy Storage, Demand Side Management and Network Extension from an Interdisciplinary Perspective“ veröffentlicht. Darin wird ein Gesamtüberblick über die Nutzung von Energiespeichern, der Nachfragesteuerung und erweiterter Netze zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage in Systemen mit hohem Anteil erneuerbarer Energien gegeben. Auf Basis der Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojekts an der Europäischen Akademie geben die Wissenschaftler aus den Fachbereichen Energietechnik, Technikfolgenbeurteilung, Politikwissenschaft, Ökonomie und Rechtswissenschaft in gemeinsamer Autorschaft Empfehlungen für die Entwicklung und Umsetzung klimafreundlicher Strategien zum Ausgleich von Nachfrage und Angebot im Elektrizitätssystem.

Eine Herausforderung wird es sein, Strom auf verschiedenen Zeitskalen bereitstellen zu müssen – er muss bereits binnen Sekundenbruchteilen und danach über mehrere Stunden und Tage verfügbar sein. Angesichts dieser Aufgabe prognostizieren die Autoren, dass sich ein Mix an geeigneten Technologien durchsetzen wird. Sie stellen auch fest, dass noch erheblicher Entwicklungsbedarf bei Energiespeichern, beim Nachfragemanagement und bei elektrischen Transport- bzw. Verteilnetzen besteht. Zur Förderung von Innovationen in diesen Bereichen sollte unter anderem ein Konzept zum Abbau von Hemmnissen entwickelt werden, die durch die bereits bestehenden finanziellen Unterstützungen anderer Energietechnologien entstehen. Um politische Maßnahmen stärker zu fundieren, sollten außerdem Systemstudien und wissenschaftliche Politikberatung weiter ausgebaut werden. Des Weiteren sehen die Autoren im rechtlichen Bereich Änderungsbedarf. Als Stichworte sind hierbei unter anderem zu nennen: rechtliche Zuordnung von Speicheranwendungen zu Erzeuger- oder Netzebenen, Planungsverfahren, Umgang mit großen Mengen permanent neu entstehender sensibler Daten und Regulierung vielfach neu entstehender Geschäftsverhältnisse.

Die englischsprachige Studie enthält neben konkreten Handlungsempfehlungen auch eine deutschsprachige Zusammenfassung. An der öffentlichen Präsentation, die am 2. Februar 2012 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften stattfand, nahmen neben zahlreichen Interessierten aus Politik und Wissenschaft auch Vertreter der Energiewirtschaft und von NGOs teil.

Veröffentlichung:
B. Droste-Franke, B. P. Paal, C. Rehtanz, D. U. Sauer, J.-P. Schneider, M. Schreurs, T. Ziesemer, Balancing Renewable Electricity. Energy Storage, Demand Side Management and Network Extension from an Interdisciplinary Perspective, Band 40 der Reihe Ethics of Science and Technology Assessment, Springer 2012
Mitglieder der Projektgruppe:
- Dr.-Ing. Bert Droste-Franke, Dipl.-Phys., Europäische Akademie GmbH
- Dr. rer. nat. Ruth Klüser, Dipl.-Chem., Europäische Akademie GmbH
- Priv.-Doz. Dr. rer. pol. Dietmar Lindenberger, Universität zu Köln
- Professor Dr. jur. Boris P. Paal, Universität Freiburg
- Professor Dr.-Ing. Christian Rehtanz, TU Dortmund
- Professor Dr. rer. nat. Dirk Uwe Sauer, RWTH Aachen
- Professor Dr. jur. Jens-Peter Schneider, Universität Freiburg
- Professor Dr. Miranda Schreurs, Freie Universität Berlin
- Professor Dr. rer. pol. Thomas Ziesemer, Maastricht University
Über die Europäische Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler:
Die Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler gGmbH wurde 1996 vom Land Rheinland-Pfalz und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) gegründet. Direktor der Gesellschaft ist der Philosophieprofessor Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann. Wissenschaftlich-interdisziplinäre Arbeitsgruppen widmen sich der Erforschung und Beurteilung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen für das individuelle und soziale Leben des Menschen und seine natürliche Umwelt. In wissenschaftlicher Unabhängigkeit führt die Akademie einen Dialog mit Wirtschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft. Damit will sie zu einem rationalen Umgang der Gesellschaft mit Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen beitragen. Weitere Informationen erhalten Sie über die Homepage www.ea-aw.de.

Katharina Mader | idw
Weitere Informationen:
http://www.ea-aw.de/projektgruppen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie