Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europa spezial: Wissenschaft überholt Sport!

25.06.2010
Nach einer neuen Eurobarometer-Umfrage interessieren sich fast 80 Prozent der Europäer für wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Entwicklungen. Die Überraschung dabei: Neuigkeiten aus dem Sport waren nur für 65 Prozent der Befragten von Interesse.

"Vielleicht würde ein World Cup der Wissenschaft noch mehr Menschen rund um die Welt an den Fernseher bekommen als Fußball!", witzelte Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, als sie die Ergebnisse der Umfrage präsentierte.

Insgesamt sind die Eurobarometer-Ergebnisse ziemlich positiv. 61 Prozent der Menschen halten sich für sehr oder mäßig gut über neue wissenschaftliche Entdeckungen informiert. 75 Prozent der Befragten stimmen zu, dass Wissenschaft und Technik künftigen Generationen neue Chancen eröffnen. Und 58 Prozent der Leute sehen bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz für Jugendliche, die an Wissenschaft interessiert sind.

Überdies scheint es so, als ob die Europäer noch mehr Informationen über die Wissenschaft erhalten und stärker beteiligt werden möchten. Nach Ansicht von über der Hälfte (57 Prozent) der Umfrageteilnehmer sollten Wissenschaftler ihre Tätigkeiten verstärkt kommunizieren und mehr Mühe in die Information der Öffentlichkeit zu neuen wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen investieren. Was die wissenschaftliche Entscheidungsfindung anbetrifft, so glauben 29 Prozent, dass die öffentliche Meinung berücksichtigt werden sollte, wenn Entscheidungen über Wissenschaft und Technologie getroffen werden. Weitere 14 Prozent sehen die öffentliche Meinung in solchen Situationen als verbindlich an. Nur 7 Prozent denken, dass die Öffentlichkeit überhaupt nicht an wissenschaftlichen Entscheidungen beteiligt werden müsse.

Nach Ansicht von zwei Dritteln der befragten Europäer tun die Regierungen in ihren Augen nicht genug, um ein breites Interesse junger Menschen an der Wissenschaft zu fördern. Zudem meinen drei Viertel, dass die Regierungen spezielle Maßnahmen unterstützen sollten, um den Anteil von Frauen in den Naturwissenschaften zu erhöhen. Außerdem glauben viele an eine Verbesserung der Ausübung wissenschaftlicher Tätigkeiten in Europa, wenn nur mehr Frauen in Spitzenpositionen der Forschung stünden.

"Ich bin mir sicher, dass sie recht haben", kommentierte Geoghegan-Quinn. "Und das ist eben nicht nur eine Frage der Chancengleichheit, sondern des Einsatzes aller uns zur Verfügung stehenden Talente in Europa."

An der ethischen Front stimmten 66 Prozent der Befragten dafür, dass es Wissenschaftlern erlaubt sein sollte, an Mäusen zu experimentieren, wenn die Arbeit dazu beiträgt, Gesundheitsprobleme der Menschen zu lösen. Diese Zahl sank auf 44 Prozent Zustimmung für Versuche an Hunden und Affen.

Mit Blick auf das Engagement der EU in der Forschung ließen die Befragten eine starke Unterstützung des Ansatzes der EU für die Forschung erkennen.

"Mehr Kooperation zwischen den Regierungen, mehr Forschermobilität, mehr Zusammenarbeit mit den USA sowie Schwellen- und Entwicklungsländern, eine engere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie - all dies wird sehr hoch gewertet", erläuterte die Kommissarin. "Es ist ermutigend, dass die Befragten dieser Umfrage - die breite Öffentlichkeit - in den Schritten zur Ankurbelung der europäischen Forschung sofort den gesunden Menschenverstand walten sah."

Bei der Frage, welchen Bereichen die EU in ihren Forschungsprogrammen Priorität einräumen sollte, setzen die Befragten Gesundheitsfragen an die erste Stelle, gefolgt von den Themen Energie und Umwelt.

"Die Strategie Europa 2020 kann nur dann erfolgreich sein, wenn Europa mit Hilfe von Spitzenforschung wettbewerbsfähig bleibt. Dies bedeutet wiederum, dass alle Europäer Forschung und Wissenschaften unterstützen müssen und weiterhin Druck auf die Regierungen und Unternehmen ausüben sollten, in Forschung zu investieren", schlussfolgerte Kommissarin Geoghegan-Quinn. "Die Umfrage hat ein sehr hohes Bewusstsein für die Bedeutung der Wissenschaften ergeben. Sie zeigt jedoch auch, dass Politiker - also auch ich - ebenso wie Wissenschaftler ihre Tätigkeiten und die Gründe dafür besser erläutern sollten."

Für diese Eurobarometer-Umfrage wurden Anfang des Jahres über 30.000 Menschen in 32 europäischen Ländern - den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Island, Kroatien, Norwegen, der Schweiz und der Türkei - persönlich befragt.

Den vollständigen Bericht sowie nationale Datenblätter finden Sie unter: http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_en.htm#340

Referenz: Pressemitteilung der Europäischen Kommission IP/10/767 und MEMO/10/266. Eurobarometer Spezial 340, Welle EB73.1. Wissenschaft und Technik. Juni 2010

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_en.htm#340
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie