Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ethno-Banking 2011: Institute entdecken neue Geschäftsfelder

19.08.2008
Kunden nichtdeutscher Herkunft rücken zunehmend in den Fokus deutscher Kreditinstitute. Mehr als zwei Drittel der Top-Entscheider sehen Angebote auf dem Vormarsch, die sich an spezielle ethnische Anlegergruppen richten.

Beispiel Islamic Banking: Für religiös orientierte Kunden aus islamischen Ländern werden zunehmend korankonforme Geldanlagen konzipiert. Knapp ein Drittel der Befragten erwartet, dass das so genannte Islamic Banking mittelfristig wesentlich wichtiger werden wird.

Von dieser Entwicklung profitiert in erster Linie das Privatkundengeschäft mit Muslimen im Inland. Aber auch das Auslandsgeschäft erhält neue Impulse. Immerhin wollen 69 Prozent der Institute verstärkt durch Zukäufe ins Ausland expandieren. Das ergibt der Branchenkompass 2008 Kreditinstitute von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Einige Banken haben bereits Initiativen gestartet, um mit besonderem Marketing und speziell ausgebildeten Mitarbeitern türkisch- und russischstämmige Kunden bedarfsgerechter zu betreuen. Speziell für religiös orientierte Sparer aus islamischen Ländern sind Finanzprodukte konzipiert, bei denen - der islamischen Lehre entsprechend - Renditen ohne Zinszahlungen erwirtschaftet werden.

Dazu gehören beispielsweise korankonforme Eigenheimfinanzierungen, an denen Umfragen zufolge mehr als die Hälfte der Muslime in Deutschland interessiert sind. Für die Kundenansprache setzen die Banken dabei verstärkt das Internet ein. Auf Websites in der jeweiligen Landessprache werben die Institute beispielsweise um türkische und russische Kunden. Zusätzlich sind Banken zunehmend auf so genannten Ethno-Portalen präsent.

Die Produkte sollen sowohl auf dem deutschen als auch auf dem internationalen Markt neue Kundenschichten erschließen. Das Ertragspotenzial mit Ethno-Marketing innerhalb Deutschlands ist vielversprechend: Insgesamt leben hierzulande 15 Millionen Menschen mit Auslandshintergrund. Davon stellen die Türken mit 2,4 Millionen möglichen Kunden den größten Anteil. Die Sparquote bei türkischstämmigen Mitbürgern ist mit 20 Prozent doppelt so hoch wie beim Durchschnittsdeutschen, der nur rund jeden zehnten Euro seines Nettoeinkommens anlegt.

Um auch direkt im Ausland Neukunden zu gewinnen, planen mehr als zwei Drittel der befragten Bankmanager eine Expansion durch Zukäufe. Jeder Dritte geht von organischem Wachstum aus. Neben Ethno-Banking soll der integrierte Zahlungsverkehr (SEPA) innerhalb Europas für zusätzliche Wachstumsimpulse im Auslandsgeschäft sorgen. 38 Prozent der befragten Bankentscheider versprechen sich von innovativen Zahlungsdienstleistungen weitere Expansionsmöglichkeiten.

Hintergrundinformationen
Im Frühjahr 2008 befragte forsa im Auftrag von Steria Mummert Consulting 100 Entscheider aus 100 der größten Kreditinstitute Deutschlands, und das F.A.Z.-Institut interviewte 14 Entscheider der größten Banken Österreichs zu den Branchentrends, Strategien und Investitionszielen bis 2011. Die Entscheider vertreten die wichtigsten Bankengruppen in ihren jeweiligen Ländern. Befragt wurden die Vorstandsvorsitzenden, Vorstandsmitglieder, die Geschäftsführer, die Leiter der Unternehmensentwicklung, die Leiter von Finanzen und Controlling oder die Vertriebs- und Marketingleiter. Die Befragungen wurden mit der Methode des Computer Aided Telephone Interviewing (CATI) durchgeführt.

Birgit Eckmüller | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie