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Was erwarten ältere Menschen von ihrem Auto?

04.11.2009
Psychologin der TU Braunschweig erforscht die Anforderungen älterer Autofahrer an ihr Fahrzeug

In den nächsten Jahren ist mit einer Zunahme des Anteils älterer Menschen an der Gesellschaft zu rechnen. Damit erhöht sich auch der Anteil der über 60-Jährigen, die im Besitz eines Führerscheins sind und regelmäßig Auto fahren.

Die Psychologin Katja Duntsch und Professor Jürgen Howe aus der Abteilung Gerontopsychologie der Technischen Universität Braunschweig untersuchen die Nutzeranforderungen 70- bis 90-jähriger Autofahrer an ihr Auto.

In dem Forschungsprojekt werden die Bedürfnisse älterer Menschen hinsichtlich der Gestaltung der Autos, der Behandlung älterer Kunden durch die Werkstätten, die Verkaufsabteilungen sowie der Werbung und der Infrastruktur systematisch erfasst.

Im Rahmen einer Vorstudie sind seit zwei Jahren 60 ältere Autofahrerinnen und Autofahrer zwischen 60 und 90 Jahren beteiligt. Mitte nächsten Jahres soll die Studie abgeschlossen sein. Bis dahin sollen insgesamt 2.000 70- bis 90-jährige Autofahrer befragt werden.

Mit den 60 älteren Autofahrerinnen und Autofahrerinnen wurden bereits Probefahrten mit Fahrzeugen, die mit Fahrassistenzsystemen ausgestattet sind, durchgeführt. Besondere Akzeptanz fanden Navigationsgeräte und Einstiegshilfen. Aber auch Assistenzsysteme, die durch Infrarotkameras Nachtfahrten erleichtern oder das sichere Einfädeln auf Autobahnen ermöglichen, wurden sehr gut angenommen. "Die Ergebnisse der Vorstudie zeigen, dass sich ältere Personen mit ihren Bedürfnissen und Anforderungen an ein Fahrzeug nicht ausreichend gewürdigt finden. Sie wollen mit ihrem Fahrzeug mobil bleiben und somit am öffentlichen Leben teilhaben", erläutert Katja Duntsch.

"Assistenzsysteme und Bedienelemente, die in der Gruppe der Hochaltrigen akzeptiert werden, stoßen in der Regel auch bei anderen Zielgruppen auf Akzeptanz", so Prof. Jürgen Howe. In Japan ist diese Zielgruppe aufgrund der demografischen Entwicklung bereits von der Automobilindustrie berücksichtigt. Dort sind bereits Fahrzeuge mit speziellen Einstiegshilfen für Hochaltrige auf dem Markt.

Kontakt
Dipl.-Psych. Katja Duntsch
Institut für Psychologie, Abt. Gerontopsychologie
E-Mail: k.duntsch@tu-braunschweig.de
Tel.: 0531/391-2830

Ulrike Rolf | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-braunschweig.de/psychologie/abt/gerontologie/projekte/nff

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