Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Deutsche Studie zur Anwendung von komplementären und alternativen Behandlungsmethoden bei krebskranken Kindern

17.10.2008
Aktuelle Veröffentlichung im European Journal of Cancer vom 15.10.2008

In der aktuellen Ausgabe des international renommierten „European Journal of Cancer“ berichten der Kinderkrebs-Spezialist Dr. Alfred Längler, Leitender Arzt der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin am Gemeinschafskrankenhaus Herdecke, und Co-Autoren von den Ergebnissen der weltweit bislang größten Studie zur Häufigkeit der Anwendung komplementärer und alternativer Behandlungsmethoden bei krebskranken Kindern.

Ein wesentliches Ergebnis dieser, in enger Kooperation mit dem Deutschen Kinderkrebsregister an der Universität Mainz durchgeführten Befragung von über 1.595 Eltern aus ganz Deutschland ist, dass mehr als 1/3 aller Kinder (35%) mit Krebserkrankungen in Deutschland komplementäre und alternative Behandlungsmethoden parallel zur konventionellen Therapie erhalten. Diese Zahl deckt sich weitgehend mit den Ergebnissen anderer kleinerer, vor allem in den USA und Kanada durchgeführter Studien. Die mit am häufigsten angewandten Therapieverfahren sind homöopathische Medikamente und anthroposophische Medizin inkl. Misteltherapie.

Auffallend ist eine sehr hohe Zufriedenheit der Eltern mit dieser Form der Behandlung. Entgegen der landläufigen Meinung haben über 70% der Eltern mit einem behandelnden Arzt über den Einsatz von komplementären und alternativen Behandlungsmethoden gesprochen. Dennoch wünschen sich die Eltern eine deutlich bessere und umfassendere Aufklärung über Grenzen und Möglichkeiten komplementärer und alternativer Behandlungsmethoden durch ihre behandelnden Ärzte.

Eine Besonderheit dieser Studie ist die Tatsache, dass die erhobenen Daten die Behandlungsrealität für ganz Deutschland widerspiegeln und sich nahezu alle kinderonkologischen Zentren Deutschlands an dieser Umfrage beteiligt haben. Durch die enge Kooperation der beteiligten Institutionen (Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Universität Witten/Herdecke, Deutsches Kinderkrebsregister) konnte ein hohes wissenschaftliches Niveau der Untersuchungen sichergestellt werden, was sich u. a. in der Publikation in einem der namhaftesten europäischen wissenschaftlichen Krebsjournale widerspiegelt.

Finanziert wurde die Studie durch die Deutsche Kinderkrebsstiftung.

Quelle: Laengler A., Spix C., Seifert G., Gottschling S., Graf N., Kaatsch P.: Complementary and Alternative Treatment Methods in Children with Cancer. A population based retrospective survey on the prevalence of use in Germany. Eur J Cancer 44 (2008): 2233-2240; doi:10.1016/j.ejca.2008.07.020

Dr. med. A. Längler
Leitender Kinder- und Jugendarzt
Kinderhämatologe/-onkologe
Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

Dr. med. A. Längler | Uni Mainz
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik