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Ersparnisse in Milliardenhöhe im Gesundheitswesen über ein fallgesteuertes Behandlungsmanagement

29.06.2010
Die Dauer und damit die Kosten einer Behandlung lassen sich erheblich verringern, wenn ein modernes und fallgesteuertes Behandlungsverfahren in der Versorgung chronischer Wunden gewählt wird. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie des Instituts für Pflege- und Gesundheitsökonomie an der Hochschule Bremen unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz Janßen.

Von 2007 bis 2010 konnten die Behandlungswege von etwa 300 Patienten mit erfolgreich abgeschlossener Therapie chronischer Wunden untersucht werden. Die Studie dokumentiert erstmals mit einer Clusteranalyse ein breites Spektrum unterschiedlicher Behandlungsverläufe. Dabei ist die fallgesteuerte Behandlung chronischer Wunden bei etwa der Hälfte der Patienten nach bereits fünf Wochen im Mittel erfolgreich abgeschlossen.

Diese haben dann einen Kostensatz von etwa 1400 Euro. Bei der bisher üblichen Versorgung zieht sich die Behandlung einer offenen chronischen Wunde nicht selten über einen langen Zeitraum, gar Jahre hin. In dieser konventionellen Behandlung chronischer Wunde (Ulkus) liegen die Kosten im gesamten Mittel bei knapp 5000 Euro mit einer mittleren Behandlungsdauer von etwa 40 Wochen, so die Ergebnisse einer früheren Studie des Instituts für Pflege- und Gesundheitsökonomie.

Die Erkrankungsrate chronischer Wunden und damit die Patientenzahl werden mit Alterung der Gesellschaft weiter zunehmen. Die jährliche Inzidenz liegt international bei acht Patienten pro 1000 Einwohner. Für Deutschland bedeutet dies eine jährliche Neuerkrankungsrate chronischer Wunde in Höhe von etwa 650.000 Patienten.

Die Opportunitätskosten gehen allein in der Versorgung chronischer Wunden jährlich in die Milliardenhöhe. Opportunitätskosten sind die Kosten, die entstehen, weil nur die zweitbeste Alternative der Behandlungsmöglichkeit gewählt wird. Würden alle Patienten mit chronischer Wunde nach fallgesteuertem und modernem Wundmanagement versorgt, generieren sich hier jährliche Ersparnisse in Milliardenhöhe.

Basis für Ersparnismaßnahmen könnten flächendeckende und kassenübergreifende integrierte Versorgungsverträge in der Behandlung chronischer Wunden sein. Das Institut der Hochschule Bremen empfiehlt, dass Politik und Kostenträger hier erkennbare Akzente setzen können.

Prof. Dr. Heinz Janßen vertritt den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Management im Gesundheitswesen an der Hochschule Bremen und leitet das Institut für Gesundheits- und Pflegeökonomie (IGP), sowie die internationalen Studiengänge „Pflege- und Gesundheitsmanagment“ (Bachelor of Arts) und „Health and Social Care Management“ (Master of Arts).

Für Rückfragen:
Prof Dr Heinz J. Janßen
Institut fuer Gesundheits- und Pflegeoekonomie (IGP)
Hochschule Bremen – University of Applied Sciences
0421-5905-3788
Heinz.janssen@hs-bremen.de

Ulrich Berlin | idw
Weitere Informationen:
http://www.igp.hs-bremen.de

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