Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warum erkrankt der gesunde Mensch?

23.10.2008
Bundesweite "Helmholtz-Kohorte" im Dienste der Gesundheitsforschung heute bewilligt

(Gemeinsame Presseinformation des Helmholtz Zentrums München und des Deutschen Krebsforschungszentrums)

200.000 gesunde Bürger sollen über die nächsten zehn bis zwanzig Jahre in eine neue, groß angelegte Bevölkerungsstudie zur Erforschung häufiger chronischer Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf- oder Demenzerkrankungen eingebunden werden. Das Helmholtz Zentrum München und das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg werden die Studie koordinieren.

Dieses einzigartige Vorhaben soll gemeinsam mit den Universitäten und anderen nationalen Forschungseinrichtungen geplant und durchgeführt werden. Der Senat der Helmholtz-Gemeinschaft hat für die "Helmholtz-Kohorte" heute Mittel in Höhe von rund 20 Millionen Euro bewilligt.

Unter Federführung zweier großer Gesundheitsforschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, dem Helmholtz Zentrum München und dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, soll mit dem Aufbau einer großen prospektiven Kohortenstudie begonnen werden. Ziel ist es, die Ursachen von häufigen multifaktoriellen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und Demenzerkrankungen zu erforschen, Risikofaktoren zu identifizieren und damit neue Wege für die Prävention zu erschließen.

Die Teilnehmer der "Helmholtz-Kohortenstudie" sind zum Zeitpunkt ihrer Rekrutierung gesund und sollen regelmäßig medizinisch untersucht werden. Mittels Fragebögen werden zudem umfangreiche Informationen zu psychosozialen Faktoren, Lebensstil (z.B. körperlicher Aktivität, Ernährung und Rauchen), medizinischer Vorgeschichte und Einnahme von Medikamenten erhoben. Darüber hinaus werden allen Studienteilnehmern Blutproben entnommen und für spätere Forschungsprojekte in einer zentralen Bioprobenbank gelagert. Die nationale Kohortenstudie wird 2009 mit einer Planungs- und Pilotphase beginnen, die ungefähr drei Jahre dauern wird. In dieser Phase werden Methoden zur Datenerhebung und Wege der Rekrutierung von Probanden entwickelt und getestet. Die vollständige Rekrutierung der Kohorte wird ab dem Jahr 2012 beginnen.

Die Zunahme von chronischen Krankheiten stellt die nationale und internationale Gesundheitsforschung sowie die Gesundheitssysteme vor immense Herausforderungen. Für die Epidemiologen gilt es nun, neue Strategien für die Risikoerfassung, Früherkennung und Prävention wichtiger multifaktorieller Erkrankungen zu entwickeln.

Kohortenstudien sind wegen ihres prospektiven Charakters das aussagekräftigste Instrument epidemiologischer Forschung. Dies betrifft die Analyse von chronischen Erkrankungsrisiken in Bezug auf den Lebensstil, psychosoziale Faktoren, umweltbedingte Belastungen und Stoffwechselmarker - alleine oder im Zusammenspiel mit individuellen genetischen Risikofaktoren. Das prospektive Design der Studie soll Verzerrungen verhindern, die durch die Auswahl von Teilnehmern sowie inadäquate Angaben zu Verhalten in der Vergangenheit, die bei klassischen Fall-Kontroll-Studien die Ergebnisse beeinflussen können.

International werden derzeit mehrere große Kohortenprojekte auf dem Weg gebracht, unter anderem in Großbritannien, Skandinavien, den Niederlanden und in der Volksrepublik China. Wenn Deutschland auf diesem bedeutenden Feld nicht den Anschluss verlieren soll, besteht dringender Handlungsbedarf.

Koordinatoren der Helmholtz-Kohorte und Ansprechpartner:

Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann
Helmholtz Zentrum München, Direktor des Instituts für Epidemiologie
Tel. 089/3187-4066, e-Mail: wichmann@helmholtz-muenchen.de
und
Prof. Dr. Rudolf Kaaks
Deutsches Krebsforschungszentrum, Leiter der Abteilung Epidemiologie von Krebserkrankungen, Tel. 06221/422219, e-Mail: r.kaaks@dkfz.de

Pressekontakt

Heinz-Jörg Haury
Kommunikation - Helmholtz Zentrum München
Ingolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
Tel.: 089 3187 2460
Fax: 089 3187 3324
E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de
http://www.helmholtz-muenchen.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2008/pressemitteilung-2008-detail/article/11234/9/index.h

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Nutzung digitaler Technologien in der industriellen Produktion führt zu Produktivitätsvorteilen
01.02.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie