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Warum erkranken einige starke Trinker eher an Leberzhirrose als andere ?

22.03.2012
Die US-amerikanische Regierung investiert derzeit 2,5 Millionen Dollar in eine australische Studie, die darauf abzielt, die Rolle der Genetik bei alkoholbedingten Lebererkrankungen zu bestimmen. Die Medizin erhofft sich dadurch bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für diese Art der Erkrankung, die allein in Australien pro Jahr Kosten in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar verursacht.

Die Studie wurde von Dr. Devanshi Seth ins Leben gerufen, die für den Drogenhilfsdienst des Royal Prince Alfred Hospital in Sydney und für das Centenary Institute der University of Sydney tätig ist. "Noch immer wissen wir nicht genau, warum nur ein gewisser Teil der Menschen, die regelmäßig Alkohol konsumieren, an Leberzhirrose erkranken", teilte Dr. Seth mit.

Dr. Seth und ihre Kollegen werden mit der finanziellen Unterstützung des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism, das der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde angehört, die Gene Hunderter Bewohner Sydneys analysieren. Auch die Probanden sechs weiterer Länder werden im Rahmen der Studie gründlich untersucht.

"Neben Alkoholkonsum beeinflussen weitere Faktoren, wie die Ernährungs- und Lebensweise, die psychische Gesundheit, Virusinfektionen und auch das Geschlecht das Risiko einer Leberzhirrose", erklärte Dr. Seth. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Gene die Entstehung und den Verlauf der Krankheit beeinflussen. "Wir hoffen, dass wir durch die Untersuchung der Gene Tausender Alkoholkonsumenten aus verschiedenen Ländern, die genetischen Risikofaktoren entdecken, die dafür verantwortlich sind, dass einige Trinker eher an alkoholbedingter Leberzhirrose erkranken als andere."

Wie andere multifaktorielle Krankheiten wird auch die alkoholbedingte Leberzhirrose von verschiedenen Genen kontrolliert, die letztlich zur Entstehung der Krankheit beitragen. Bislang blieb die Suche nach den verantwortlichen Genen erfolglos, weil die Studien zu klein angelegt waren, um definitive Ergebnisse hervorzubringen. "Noch sind keine eindeutigen Kennzeichen der Krankheit bekannt, was die Diagnostik und die Behandlung erschwert. Deshalb ist diese Studie auch sehr wichtig. Die Untersuchungsergebnisse werden uns dabei helfen, gefährdete Alkoholkonsumenten zu erkennen und letztlich zu behandeln", sagte Dr. Seth.

Während Leberzhirrose in der Vergangenheit vorwiegend bei Männern im Alter von 50 und älter diagnostiziert wurde, leiden weltweit immer mehr junge Erwachsene, auch Frauen, an der Krankheit.

Diese Studie leistet einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Lebererkrankungen unseres Instituts, so Professor Mathew Vadas, Leiter des Centenary Institute der University of Sydney. "Alkoholbedingte Lebererkrankungen gelten als häufigste Todesursache bei Trinkern und machen 50 aller Lebererkrankungen aus. Auch 15 Prozent der Lebertransplantationen finden infolge dieser Erkrankung statt", erklärte Professor Vadas.

Dr. Seth gründete das GenomALC Konsortium, um diese Studie nicht nur zusammen mit australischen Kollegen sondern auch mit Wissenschaftlern aus den USA, der Schweiz, Deutschland, Großbritannien und Frankreich durchzuführen.

"In Sydney werden wir über die nächsten drei Jahre Hunderte Teilnehmer aus vier verschiedenen Krankenhäusern untersuchen. Die Hälfte unserer Testpersonen wird an Leberzhirrose leiden, die andere Hälfte wird seit zehn Jahren regelmäßig Alkohol konsumieren, jedoch keine Lebererkrankungen aufweisen."

Weitere Informationen:

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist das gemeinnützige Studierendensekretariat aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Europa, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
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