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Erde absorbiert immer noch viel CO2

11.11.2009
Kontroversielle Klimastudie veröffentlicht

Neue Daten zeigen, dass der in der Luft verbleibende CO2-Anteil und jener der absorbiert wird, seit 1850 nahezu konstant geblieben sind, obwohl die CO2-Emissionen seit 1850 von rund zwei Mrd. Tonnen jährlich auf heute 35 Mrd. Tonnen angestiegen sind.

Zu diesem Schluss kommt der Wissenschaftler Wolfgang Knorr von der University of Bristol in einer neuen Studie im Fachmagazin Geophysical Research Letters.

"Das legt auch nahe, dass Ökosysteme zu Land und zu Wasser eine größere Kapazität haben CO2 aufzunehmen als bisher vermutet", so Knorr gegenüber pressetext. Die Resultate widersprechen auch bisherigen Studien, die davon ausgegangen waren, dass die CO2-Absorptions-Kapazität von terrestrischen Ökosystemen und Ozeanen abnimmt und damit die CO2-Anteile in der Atmosphäre dramatisch erhöht werden.

Studie wichtig für Klimapolitik

"Die Stärke der Studie ist die, dass sie lediglich auf Maßeinheiten und statistischen Daten beruht, die unter anderem auf Eisbohrkerne in der Antarktis zurückgreifen. Modelle werden nicht benutzt", erklärt der Forscher. Für die Zukunft der Klimapolitik sei das jedenfalls sehr wichtig, denn einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Absorptionskraft der Erde bereits abgenommen habe.

"Die CO2-Emissionen von Waldabholzungen wurden möglicherweise zu hoch eingestuft", meint Knorr. Einer Studie von Guido van der Werf von der Freien Universität in Amsterdam im Wissenschaftsmagazin Nature Geoscience zufolge, werden die Emissionen, die aufgrund der Abholzung von Wäldern entstehen, erheblich überschätzt. "Das bedeutet, dass man den Planeten Erde mit einem Abholzungsstopp alleine sicherlich nicht retten können wird", betont Knorr im pressetext-Gespräch.

Noch mehr Einsparungen bei fossilen Brennstoffen

"Noch mehr Gewicht muss daher auf die Verringerung der Emissionen, die beim Verbrennen von fossilen Brennstoffen entstehen, gelegt werden", meint der Wissenschaftler. Das bedeute nicht nur gute Nachrichten für den Klimagipfel in Kopenhagen. "Wie bei allen Studien gibt es Unsicherheiten in der Datenerfassung. Ehe wir uns auf den Lorbeeren ausruhen, dass die Natur ohnehin einen freien Absorptionsservice liefert, sollten wir darüber nachforschen, warum sich die Absorptionsmenge nicht verändert hat", so der Forscher. "Wir müssen die Regenwälder dennoch vor dem Abholzen schützen, denn sie sind ein wertvolles Ökosystem mit hoher Biodiversität."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.gly.bris.ac.uk

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