Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Epilepsie: Frauen brauchen spezielle Behandlung

01.12.2010
Auswirkung auf Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Gesundheit

Epilepsie muss bei Frauen anders behandelt werden als bei Männern. Das stellen Mediziner der Universität München im "Deutschen Ärzteblatt International" fest. Sie überprüften die bisherige Forschung zu Empfängnis und Schwangerschaft sowie auch zur Behandlung von Epilepsie. Das Ergebnis: Mehrere Einschränkungen, die eine Epilepsie-Erkrankung mit sich bringt, könnten bei vielen Frauen verringert werden, würden in Behandlung und Beratung frauenspezifische Aspekte beachtet.

Risiko für Fehlbildungen

Von Epilepsie sind allein in Deutschland 400.000 Frauen betroffen, und drei bis vier von 1.000 Neugeborenen haben eine Mutter mit dieser Erkrankung. Betroffene Frauen, die sich ein Kind wünschen, sollten bereits vorbeugend vor der Empfängnis und bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels Folsäure einnehmen, so die Forscher. Da das Antiepileptikum Valorate Fehlbildungen beim Kind auslösen kann, sollten sie außerdem in dieser Zeit nicht mit diesem Medikament beginnen.

Valporate kann zudem bei Frauen auch das Risiko des Polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS) erhöhen, das zur Bildung eines erhöhten Androgenspiegels, zu Zyklusstörungen oder auch zu Unfruchtbarkeit führen kann. Bestimmte Antiepileptika dürften zudem die Wirkung von Verhütungsmitteln abschwächen, wie umgekehrt auch orale Kontrazeptiva die Konzentration von Antiepileptika verringern können. Frauen, die nach der Menopause über lange Zeit Antiepileptika einnehmen, sollten zudem die Knochendichte regelmäßig messen lassen, da jede zweite Frau dieser Gruppe an Knochenbeschwerden leidet.

Stillen ist für das Kind sicher

Eine Entwarnung bringen hingegen Forscher der Emory University School http://www.emory.edu in der Zeitschrift "Neurology". Die meisten Antiepileptika sind zumindest beim Stillen eines Kindes unproblematisch, so die Forscher. Ihren Ergebnissen zufolge haben gestillte Kinder von Frauen, die in der Schwangerschaft und Stillzeit die Medikamente Carbamazepin, lamotrigin, Phenytoin oder Valproat einnahmen, im Alter von drei Jahren denselben IQ wie nicht gestillte. Für die Still-Effekte anderer Medikamente - besonders der neueren - sind laut den Studienautoren jedoch noch weitere Forschungen nötig.

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=79175

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise