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Energiewende erfordert neues System der elektrischen Energieversorgung

12.05.2011
Verband stellt Konzept für die Übertragungsnetze der Zukunft vor

Um den für die nächsten Jahre geplanten deutlichen Ausbau erneuerbarer Energien zu ermöglichen, müssen bis zum Jahr 2020 alle Teile des Systems aus Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Nutzung elektrischer Energie grundlegend weiter entwickelt werden, ansonsten wird es eng mit der Energiewende.

Der VDE fordert ein komplett neues, integriertes Gesamtsystem („Smart System“), um die horizontale und vertikale Systemintegration voranzutreiben – das heißt um den künftigen europäischen Verbundbetrieb auszuweiten und ein effizientes Lastmanagement über die Hierarchieebenen Erzeugung, Übertragung und Verteilung hinweg zu ermöglichen. Besonders dringlich ist der massive Ausbau der Übertragungsnetze. Dies ist das Ergebnis zweier neuer Studien des VDE, die das Energiekonzept der Bundesregierung auf den Prüfstand stellen. In seinen Studien entwickelt der Verband ein Konzept zum Netzausbau, mit dem auch die Akzeptanz in der Bevölkerung gesichert und wichtige Impulse für einen effizienten und rationellen Netzausbau in Europa gegeben wird.

Der VDE empfiehlt, zügig ein leistungsstarkes, europaweites Overlay-Netz zur Übertragung elektrischer Energie über weite Strecken zu etablieren. Hierzu sollten verschiedene Infrastrukturen physisch gebündelt und vorhandene Verkehrstrassen zum Aufbau des Overlay-Netzes genutzt werden. Nach Analysen des VDE ist dies umso dringlicher, als die im Energiekonzept der Bundesregierung gemachten Annahmen zum Zubau an erneuerbarer Energie und zur Senkung des Energiebedarfs noch deutlich über die als Basis des Konzeptes erarbeiteten Szenarien hinaus gehen. Um die Energiewende stemmen zu können, müssen über den Netzausbau hinaus das integrierte Gesamtsystem optimiert, die Verteilungsnetze automatisiert und auf allen Systemebenen Speichertechnologien zur Verfügung gestellt werden. Der Technologieverband warnt davor, dass die notwendigen Veränderungen nicht nur Stromtrassen und einzelne Punkte des Systemdesigns betreffen dürfen. Das vom VDE geforderte „Smart System“ geht weit über den „Smart Grids“-Ansatz hinaus und bein¬haltet die Neudefinition von Verantwortlichkeiten, Marktregeln, Geschäftsmodellen, Tarifstrukturen und Anreizsystemen.

Für die Redaktion: Die Studie „Stromübertragung für den Klimaschutz“ kostet 250 Euro und kann im InfoCenter unter www.vde.com bestellt werden. Für VDE-Mitglieder ist sie kostenlos.

Die Empfehlung „Politische Handlungsfelder im Hinblick auf die Weiterentwicklung in der Elektrizitätsversorgung in Deutschland und Europa“ kann kostenlos heruntergeladen werden.

Über den VDE:
Der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (VDE) ist mit 35.000 Mitgliedern (davon 1.300 Unternehmen, 8.000 Studierende, 4.000 Young Professionals) und 1.000 Mitarbeitern einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach. VDE-Tätigkeitsfelder sind der Technikwissenstransfer, die Forschungs- und Nachwuchsförderung der Schlüsseltechnologien Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik und ihrer Anwendungen. Die Sicherheit in der Elektrotechnik, die Erarbeitung anerkannter Regeln der Technik als nationale und internationale Normen, Prüfung und Zertifizierung von Geräten und Systemen sind weitere Schwerpunkte. Das VDE-Zeichen, das 63 Prozent der Bundesbürger kennen, gilt als Synonym für höchste Sicherheitsstandards. Die Technologiegebiete des VDE: Informationstechnik, Energietechnik, Medizintechnik, Mikroelektronik, Mikro- und Nanotechnik sowie Automation.

Pressekontakt: Melanie Mora, Telefon: 069 6308-461, melanie.mora@vde.com

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

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