Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energieverbrauch im Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen gesunken

26.06.2009
Angesichts des weltweiten Klimawandels, knapper werdender fossiler Brennstoffressourcen und steigender Energiepreise gehört die nachhaltige Energieversorgung zu den zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Wenn man wissen will, wie viel Energie in privaten und öffentlichen Unternehmen tatsächlich eingespart wird, spielen zuverlässige und detaillierte Energiestatistiken eine wichtige Rolle.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat das Fraunhofer ISI in Kooperation mit der TU München und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg die Energieverbrauchsstrukturen von Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen untersucht.

Deutschland möchte bei den Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz eine Vorreiterrolle einnehmen. Dafür soll sich bis 2020 die Energieproduktivität in Deutschland gegenüber 1990 verdoppeln. Auch die 2006 in Kraft getretene EU-Richtlinie über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen, die die Mitgliedstaaten bis 2016 zu einer Senkung des Endenergiebedarfs um neun Prozent verpflichtet, stellt hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit energiestatistischer Daten.

Speziell für den Verbrauchssektor "Gewerbe, Handel, Dienstleistungen", der sehr unterschiedliche Energieverbraucher - große Bürogebäude, Supermärkte und riesige Rechenzentren ebenso wie kleine Wäschereien, Metzger und Bäcker - umfasst, hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI gemeinsam mit der Technischen Universität München und der GfK ein Studiendesign entwickelt, das den Energieverbrauch dieser Branchen transparent machen soll.

Im Rahmen der Studie hat die GfK mehr als 2000 Unternehmen zu ihrem Energieverbrauch und ihrem Energiemanagement befragt. Die Ergebnisse der Befragung zum Einsatz einzelner Energieträger wie Strom, Erdgas und Heizöl wurden anschließend auf Deutschland hochgerechnet. "Insgesamt zeigen diese Ergebnisse zwischen2003 und 2006 einen um rund drei Prozent gesunkenen Strom- sowie einen um rund neun Prozent verminderten Brennstoffverbrauch", so Barbara Schlomann vom Fraunhofer ISI. Dies beweist, dass Anstrengungen, den Energieverbrauch zu senken, trotz einer deutlich zunehmenden Ausstattung mit energieintensiven Computern, Servern oder Klimaanlagen schon erste Einsparerfolge gebracht haben. Es bestehen allerdings erhebliche weitere Energieeinsparmöglichkeiten, beispielsweise durch die Anschaffung energieeffizienter IKT-Geräte. Häufig rechnen sich diese Investitionen für die Unternehmen sehr schnell. Den meisten Strom verbraucht in diesem Sektor die Beleuchtung, auf die fast 40 Prozent des Stromverbrauchs entfallen. Auch wenn der Anteil energieeffizienter Leuchtstoff- oder Energiesparlampen in manchem Branchen schon bei 80 Prozent liegt, sind insbesondere in Hotels und Gaststätten noch fast zur Hälfte konventionelle Glühlampen im Einsatz, die deutlich mehr Strom verbrauchen.

"Energieagenturen, Branchenfachverbände und Energieversorger können mit den umfassenden und differenzierten Vergleichsdaten aus der Studie ihre eignen Beratungsprogramme optimieren und daraus Leitfäden für Energieeffizienz und Energiesparen entwickeln", erklärt Studienleiterin Barbara Schlomann. Insgesamt standen die befragten Unternehmen dem Thema Energieeinsparung sehr positiv gegenüber. Häufige Einwände, dass Energieeinsparen den Raumkomfort, die Arbeitsproduktivität oder die Produktqualität beeinträchtigen, bestätigten sich in der Befragung nicht: Rund 75 Prozent sehen keinen derartigen Einfluss, gut 20 Prozent sehen sogar einen positiven Effekt von Energieeinsparmaßnahmen. Dennoch bestehen noch erhebliche Informationsmängel über konkrete Einsparpotenziale. Hier könnte eine fundierte Energieberatung weiterhelfen, aber nur 14 Prozent der befragten Unternehmen haben diese Möglichkeit schon einmal genutzt.

Der Abschlussbericht "Energieverbrauch des Sektors Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) für die Jahre 2004 bis 2006" steht als Langfassung sowie als deutsche Kurzfassung und als englisches Summary auf http://cms.isi.fraunhofer.de/wDefault_1/OrgEinh-2/beitraege/Presseinfos/2009/pri09-15.php zur Verfügung.

Pressemeldungen des Fraunhofer ISI finden Sie unter http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm.

Leitung Presse und Kommunikation
Dr. Kathrin Schwabe
Telefon +49 (0) 721 / 68 09 - 100
presse@isi.fraunhofer.de
Relevant für die Wirtschaft, relevant für die Gesellschaft - das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht, wie technische und organisatorische Innovationen Wirtschaft und Gesellschaft heute und in Zukunft prägen. Markenzeichen der systemischen Arbeit ist es, Forschungsdisziplinen zu integrieren und mit Auftraggebern und Interessenten ein Netzwerk für Innovationen zu gestalten. Mit seiner Expertise, seiner Erfahrung und seinen Studien leistet das Institut als Teil der praxisorientierten Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb nutzen Politik, Verbände und Unternehmen das Fraunhofer ISI als vorausschauenden und neutralen Vordenker, der Perspektiven für Entscheidungen vermittelt.

Dr. Kathrin Schwabe | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm
http://cms.isi.fraunhofer.de/wDefault_1/OrgEinh-2/beitraege/Presseinfos/2009/pri09-15.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics