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Energiesparlampen meist zu dunkel

12.01.2010
Mangelnde Kontrolle erklärt vernichtendes Studienergebnis

Energiesparlampen sind meist dunkler als die angegebenen Leistungsäquivalente erwarten lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern der University of New South Wales (UNSW). "Zwei Drittel der als 75-Watt-Äquivalent ausgezeichneten Energiesparlampen geben deutlich weniger Licht als erwartet ab. Manche entsprechen nur einer alten 60-Watt-Glühbirne", sagt Stephen Dain, Professor an der UNSW School of Optometry and Vision Science.

Für Experten ist das Ergebnis nicht überraschend und eine Studie würde hierzulande wohl ähnlich ausfallen. "Das Problem liegt daran, dass es für diese Äquivalentwerte noch keine echte Kontrolle gibt", erklärt Karsten Köth, Leiter des Licht- und Strahlungslabors am Fachgebiet Lichttechnik der TU Berlin, im Gespräch mit pressetext. Immerhin besteht die Hoffnung, dass sich das zumindest bei LED-Beleuchtungslösungen ändern wird.

Energiespar-Enttäuschung

"Die Öffentlichkeit gibt sich oft enttäuscht, wenn Glühlampen durch angeblich äquivalente Energiesparlampen ersetzt werden. Unsere Studie zeigt, dass das absolut gerechtfertigt ist", meint Dain. Denn von 33 getesteten Energiesparlampen, die als einer 75-Watt-Glühbirne entsprechend angepriesen wurden, entsprachen trotz der technischen Fortschritte der letzten Jahre lediglich neun auch tatsächlich diesem Anspruch.

Dass es ein derartiges Auszeichnungsproblem gibt, ist indes Köth zufolge nicht verwunderlich. "Meist wird als Vergleichsbasis ein Katalogwert für den Lichtstrom einer Glühlampe genommen", so der Experte. Doch schon diese Werte seien oft falsch, da es auch dafür historisch keine wirklichen Kontrollen gab. Selbst, wenn ein unabhängiges Institut von einem Hersteller mit genauen Messungen beauftragt wird, würden meist zu wenige Energiesparlampen vermessen, um eine wirklich repräsentative Testreihe zu erhalten.

Kfz-Vorbild und LED-Chance

"Theoretisch gibt es in der EU Richtlinien, wie Messungen erfolgen müssten, aber de facto keine Kontrolle", meint Köth. In Deutschland etwa sei das zur Ländersache erklärt worden und die Zuständigkeit läge teils bei Eichämtern, die keine entsprechende Lichtmesskompetenz besitzen. "Prinzipiell ist es aber möglich, dass die Werte auf der Verpackung auch stimmen", betont der Experte. Er verweist diesbezüglich auf den ECE-Standard bei der Kfz-Beleuchtung. Hier gäbe es entsprechend strenge Regeln, Vorgaben und auch Nachkontrollen für Produkte im Verkauf.

Ein konsumentenfreundlicher Zugang im Allgemeinbeleuchtungsbereich wäre zumindest bei der aufkommenden LED-Technologie möglich. "Bei LEDs haben wir noch die Chance, die Rahmenbedingungen von Anfang an sauber aufzusetzen", sagt Köth. In Deutschland gäbe es Gespräche zwischen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und lichttechnischen Instituten über ein entsprechendes Projekt. Allerdings liege die vom BMBF bisher vorgeschlagene Finanzierung noch um einen Faktor drei bis vier unter den wirklich nötigen Mitteln.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.unsw.edu.au
http://www.li.tu-berlin.de

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