Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Empathie liegt in den Genen

09.12.2009
Soziologen beweisen "Überleben der Liebenswürdigsten"

Forscher an der University of California in Berkeley glauben herausgefunden zu haben, dass Empathie und Mitgefühl in unseren Genen verankert sind. Damit widerlegen sie die bisher geltende Auffassung, wonach Menschen nur auf ihren eigenen Nutzen aus sind.

Menschen hätten nur überlebt, weil sie Kapazitäten für jene entwickelt haben, die hilfsbedürftig waren und mit ihnen kooperierten, so der Psychologe Dacher Keltner, Direktor am Greater Good Science Center.

Keltners Team hat untersucht, wie die menschliche Fähigkeit zu helfen und zu kooperieren verschiedene Hirnregionen und Nervenbahnen miteinander vernetzt. Dazu hat das Forscherteam zahlreiche Arbeiten zusammengetragen. Eine erst vor kurzem veröffentlichte Studie hat deutlich gemacht, dass es eine genetische Disposition zur Empathie gibt. Dieses Ergebnis hat die kalifornischen Wissenschaftler dazu animiert, nach den Ursachen zu suchen.

Oxytocin-Gen-Rezeptor spielt Schlüsselrolle

Menschen mit einer speziellen Variation des Oxytocin-Gen-Rezeptors sind besser in der Lage, den emotionalen Status von anderen zu lesen und reagieren unter angespannten Bedingungen weniger stressanfällig. Oxytocin das als "Kuschelhormon" und als Liebes-, Romantik- und Sexualbotenstoff bezeichnet wird, ist ein zyklisches Peptid. "Möglicherweise beeinflusst nur ein einziges Gen eine erhöhte Tendenz zur Empathie", meint Co-Autorin Sarina Rodrigues von der Oregon State University.

Studien haben deutlich gezeigt, dass Kooperationen und soziale Verbindungen für ein glücklicheres und erfülltes Leben sorgen. Forscher um Robb Willer in Berkeley haben bewiesen, wie das Überleben und die Erreichung eines höheren Status innerhalb einer Peergroup möglich sind. Dazu wurde Probanden ein Geldbetrag für Spiele unterschiedlicher Komplexität für das Allgemeinwohl gegeben. Jene Teilnehmer, die großzügiger waren, erhielten von den anderen mehr Anerkennung, mehr Geschenke und mehr Aufmerksamkeit.

Egoistisches Verhalten führt zu Ablehnung

"Die Ergebnisse machen deutlich, dass jene, die nur nach ihrem engstirnigen Selbstinteresse handeln, von anderen gemieden, nicht respektiert und sogar gehasst werden", so Willer. "Jene, die großzügig gegenüber anderen sind, wurden hingegen geschätzt und erfuhren eine deutliche Aufwertung ihres Status", erklärt der Forscher. "Obwohl man sieht, wie viel man durch Großzügigkeit erreicht, beschäftigen sich Sozialforscher vergleichsweise wenig damit, warum Menschen so handeln." Dagegen gebe es deutlich mehr Studien darüber, warum Menschen selbstsüchtig sind.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.berkeley.edu
http://peacecenter.berkeley.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise