Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Emoticons verändern menschliches Denken

11.02.2014
Smileys werden vom Gehirn als echte Gesichter erkannt

Emoticons wie das Smiley sind eine neue Sprache, die Auswirkungen auf die menschliche Gehirnaktivität hat, besagt eine neue Erhebung der australischen Flinders University. Der Gebrauch der Strichgesichter löst eine Reaktion in jenem Teil des Gehirns aus, der eigentlich für die Erkennung von realen Gesichtern reserviert ist.


Smiley: Gehirn sieht ein Gesicht
(Foto: flickr.com, Ged Carroll)

Laut Studienleiter Owen Churches achten Personen mehr auf die Gesichter anderer, als auf irgendetwas Anderes. Wenn sie Bilder eines Gesichtes betrachten, erkennen sie die Position des Mundes relativ zu jener der Nase und der Augen. Das wiederum löst eine Reaktion in einem speziellen Teil des Gehirns aus. Liegt das Gesicht auf der Seite, so werden andere spezifische Gehirnaktivitäten gemessen.

Reihenfolge wichtig

Im Zuge der Untersuchung zeigten Churches und seine Mitarbeiter 20 Studienteilnehmern Bilder mit echten Gesichtern, Emoticons und eine Anreihung bedeutungsloser Zeichen. Gleichzeitig wurden mittels Elektrophysiologie die Muster der Gehirnströme gemessen. Während Gesichtsspezifische Gehirnaktivität sowohl bei Bildern aufgerichteter als auch auf der Seite liegender Gesichter erfasst wurden, konnten die gleichen Muster bei Emoticons nur gemessen werden, wenn diese auf der Seite lagen.

Dabei musste jedoch auch die Anreihung der Zeichen stimmen. War das Smiley umgedreht konnten jene Regionen im Gehirn, die für die Gesichtserkennung zuständig sind, das Bild nicht als Gesicht erkennen. "Es gibt keine angeborene neurale Reaktion zu Emoticons. Vor 1982 gab es einfach keinen Grund, dass :-) die Hirnregionen zuständig für die Gesichtserkennung aktiviert, aber heute haben wir gelernt, dass diese Zeichen ein Gesicht repräsentieren. Das ist eine vollkommen kulturell-erzeugte neurale Reaktion. Es ist großartig", berichtet Churches über die im Social Neuroscience http://bit.ly/1gm9EDE veröffentlichten Ergebnisse.

Witz oder kein Witz

Inwieweit das Erfassen von Gefühlen anderer angeboren ist, konnte bis heute nicht belegt werden. "Ob Babys wirklich sofort Emotionen erkennen können, wissen wir leider nicht, aber sie reagieren direkt nach der Geburt auf Gesichter. Deshalb wird vermutet, dass sie auf die Hell/Dunkel-Anordnung, also die Schatten von Nase und Mund, ansprechen, was angeboren sein könnte", erklärt Helmut Leder von der Fakultät für Psychologie der Universität Wien http://psychologie.univie.ac.at im Gespräch mit pressetext.

Das erste Smiley stammt aus der Feder des Werbegrafikers Harvey Ball, der es 1963 für eine Versicherung entwarf. Offiziell eingeführt wurde das Strichgesicht 1982 vom Wissenschaftler Scott E. Fahlmann, der nach einigen Debatten und Missverständnissen :-) als Zeichen für einen Witz vorschlug und :-( falls es keiner war.

Agnes Ferner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.flinders.edu.au

Weitere Berichte zu: Emoticons Gehirnaktivität Gesichtserkennung SMILEY Witz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie