Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektromobilität: Kunden wollen umweltfreundlich und flexibel mobil sein

18.07.2011
Die Forschung und Entwicklung rund um die Elektromobilität und ihre Integration in unsere heutigen Verkehrssysteme hat in den vergangenen zwei Jahren stark an Dynamik gewonnen.

Treiber dieser Entwicklung sind der Klimawandel, die Endlichkeit fossiler Ressourcen, die Umwelt- und Lärmbelastungen durch den Individualverkehr sowie technologische Weiterentwicklungen.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht im Rahmen der von der Bundesregierung geförderten „Systemforschung Elektromobilität (FSEM)“ gesellschaftspolitische Fragestellungen. Dazu gehören insbesondere die Nutzerakzeptanz sowie Konzepte und Maßnahmen, um diese zu fördern.

Die neueste Befragung im Rahmen dieses Projektes beschäftigte sich mit den Einflussfaktoren auf die Kaufentscheidung von Kunden.

Haben Elektroautos nur eine Chance, wenn sie hinsichtlich Preis und Leistungsmerkmalen wie Reichweite, Ladedauer und Höchstgeschwindigkeiten mit konventionellen Autos mithalten können? Bisherige Umfragen in der Bevölkerung vermitteln in der Regel dieses Bild, befragen aber überwiegend Konsumentengruppen, denen das notwendige Wissen sowie Erfahrungen mit der Elektromobilität fehlen. Dadurch richten die Befragten ihre Erwartungen an Elektroautos aber stark an dem aus, was sie von konventionellen Fahrzeugen gewohnt sind.

Ziel einer aktuellen Befragung des Fraunhofer ISI und der Universität Zürich war es daher, Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die in ihrem Wissens- und Erfahrungsstand bezüglich Elektroautos variieren, zu untersuchen und Einflussfaktoren für die Akzeptanz von Elektroautos zu identifizieren. Ausgewertet wurden knapp 1000 Fragebögen, sowohl von Nutzern und Kaufinteressierten als auch von Interessierten ohne Kaufabsicht sowie Nichtinteressierten.

Die Ergebnisse zeigen, dass Elektroautos von den Konsumenten, die bereits Erfahrungen mit Elektromobilität gemacht haben, positiver beurteilt werden, als von denjenigen, denen Wissen und Erfahrung weitgehend fehlen. So werden zum Beispiel die Alltagstauglichkeit von Elektroautos sowie ihre Betriebskosten und Umweltauswirkungen von denen, die sich bisher weniger für diese Fahrzeuge interessiert haben, negativer eingeschätzt. Ebenso ist vielen nicht bekannt, dass Elektroautos durchaus bei Fahreigenschaften und -komfort punkten können.

Diese Wahrnehmungen beim Konsumenten spielen eine wichtige Rolle für die Bereitschaft, Elektroautos zu kaufen beziehungsweise zu nutzen.

Auch für die weitere Entwicklung von Elektroautos ergeben sich interessante Hinweise: „Den interessierten Kundengruppen ist es wichtig, dass Elektroautos umweltfreundlich und energiesparend sind. Sie müssen nicht vorrangig darauf ausgerichtet sein, mit konventionellen Autos mitzuhalten, müssen aber zu den eigenen Gewohnheiten, Bedürfnissen und Einstellungen passen“, fasst Dr. Anja Peters, Projektleiterin der Befragung am Fraunhofer ISI die Ergebnisse zusammen.

In Hinblick auf Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz der Elektromobilität ist es somit wichtig, dass Angebote und Konzepte entwickelt werden, die Elektroautos intelligent in den Alltag der Konsumenten integrieren und nach Bedarf auch mit anderen Verkehrsmitteln kombinieren. Vorgänge, in denen sich Elektroautos von konventionellen Fahrzeugen unterscheiden – wie Ladeprozesse oder Routenplanung – sollten zum Beispiel so gestaltet und mit technischen Lösungen unterstützt werden, dass sie unkompliziert in der Handhabung sind und wenig Aufwand erfordern. Eine positive Umweltbilanz und insgesamt ein gesellschaftlicher Nutzen der Elektromobilität sollte sichergestellt und transparent kommuniziert werden. Für die tatsächliche Kaufentscheidung ist bei alledem aber entscheidend, dass die Testmöglichkeiten für Elektrofahrzeuge verbessert werden, welche aktuell aus Sicht der Nichtnutzer nur unzureichend vorhanden sind. Entsprechende Angebote sind jedoch eine effektive Möglichkeit für die zukünftigen Nutzer, zu überprüfen, ob Elektroautos zum eigenen Alltag passen, und die Eigenschaften von Elektroautos anschaulich zu erleben.

Weitere Informationen und Ergebnisse der Kundenbefragung finden Sie unter http://isi.fraunhofer.de/isi-de/service/presseinfos/2011/pri11-15.php

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert die Rahmenbedingungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der breiten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
Perspektiven für Entscheidungen
Breslauer Straße 48
76139 Karlsruhe
Presse und Kommunikation
Katja Rische M. A.
Telefon +49 (0) 721 / 68 09 - 100
presse@isi.fraunhofer.de

Katja Rische | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau