Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektromobilität vor dem Durchbruch

09.09.2013
Neue Studie von Horváth & Partners

Elektroautos sind auch im laufenden Jahr für die wenigsten Autokäufer in Deutschland ein Thema. Nur knapp 0,2 Prozent der Neuzulassungen entfallen auf diese Fahrzeugkategorie.

Wie der aktuelle, heute vom Magazin Focus veröffentlichte "Fakten-Check Mobilität" des Beratungshauses Horváth & Partners jedoch zeigt, könnte die Zahl der Fahrzeuge mit einem Stromanschluss in den kommenden Jahren massiv zunehmen und das Ziel der Bundesregierung übertreffen, welches vorsieht, dass 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren.

Die Studienautoren haben die Entwicklung von Schlüsselfaktoren der Elektromobilität der letzten Jahre analysiert und die aktuelle Entwicklungsgeschwindigkeit auf das Jahr 2020 hochgerechnet. Zu den untersuchten Faktoren gehören unter anderem Batteriepreise, Reichweiten, Energiekosten und die Anzahl der Ladestationen.

"Vor allem die wachsende Anzahl von Elektrofahrzeugmodellen und deren Preisentwicklung stimmen zuversichtlich", meint Studienleiter Dr. Oliver Greiner. Über 20 Elektrofahrzeugmodelle werden 2014 zur Verfügung stehen, deren Preis durchschnittlich cirka 30 Prozent über vergleichbaren Referenzfahrzeugen liegen dürfe. Vor zwei Jahren waren es gerade mal zwei Serienmodelle, deren Preis zudem noch deutlich über 60 Prozent im Vergleich zu Referenzfahrzeugen lag. "Dies wird Flottenbetreiber und Privatpersonen zunehmend in die Lage versetzen, finanzierbare Elektrofahrzeuge zu finden, die auf ihre Bedürfnisse passen", ist Greiner überzeugt.

Auch auf Seiten der Technik und der Infrastruktur hat es Fortschritte gegeben. Neue Batteriekonzepte werden derzeit intensiv erforscht und könnten bald die Energiedichte der Batterien und damit die Reichweite von Elektroautos nach oben treiben. Zudem hat sich die Infrastruktur an öffentlichen Ladestationen positiv entwickelt, wenngleich Ladesäulen für die beteiligten Unternehmen bislang noch ein verlustreiches Geschäftsmodell darstellen. So hat sich Siemens gerade letzte Woche aus dem Geschäft mit Ladestationen zurückgezogen.

"Zwischen 2010 und 2012 hat sich die Anzahl der öffentlichen Ladestationen jährlich durchschnittlich um 80 Prozent auf nun über 3.000 erhöht", stellt Co-Studienautor und Energieversorgungsexperte Matthias Deeg fest. Bis 2020 sollten es cirka 200.000 öffentliche Ladestationen werden. Ladestationen in privaten Haushalten und am Arbeitsplatz (sogenannte "Wallboxes") sind dabei noch nicht eingerechnet.

Einen zusätzlichen Anschub für die Elektromobilität könnte die Politik leisten. "Es ist eine politische Willensfrage, ob die Umsetzungsgeschwindigkeit der Elektromobilität durch weitere Regulierungen sowie Mittel zur F&E- und Absatzförderung weiter unterstützt werden soll", findet Horváth-Automobilexperte Heiko Fink. Aktuell seien die deutschen Förderungsniveaus auch im internationalen Vergleich "überschaubar".

Trotz der positiven Signale des Fakten-Checks betonen die Autoren aber auch, dass die Durchsetzungsgeschwindigkeit der Elektromobilität, egal ob mit reinen oder hybriden Stromern, stark von der emotionalen Verankerung in der Öffentlichkeit abhängen wird. Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, sei ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Bestandes an Elektrofahrzeugen von über 80 Prozent notwendig. Das ginge nur auf der Grundlage einer entsprechenden Begeisterung in der Bevölkerung. "In Richtung einer positiven, emotionalen Kommunikation zur Elektromobilität passiert in Deutschland viel zu wenig", wundert sich Studienleiter Greiner auch mit Blick auf den Erfolg der Elektroautos des Fahrzeugbauers Tesla.

Hoffnung macht der Start neuer Elektrofahrzeuge wie des i3 von BMW oder des e-up! von Volkswagen. Auch dank dieser wird es voraussichtlich in diesem Jahr gelingen, die nötige Wachstumsrate zur Erzielung des Zieles der Bundesregierung zu erreichen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres lag die Zahl der Neuzulassungen schon bei über 2.900 Stück, so viel wie im gesamten Vorjahr. Damit wurde die Zahl von 10.000 Elektroautos im deutschen Fahrzeugbestand erstmalig überschritten. Die Studienautoren sind überzeugt, dass der Bestand an Elektrofahrzeugen bis Ende 2013 auf über 13.000 anwachsen wird.

Über die Studie

Der "Fakten-Check Mobilität" von Horváth & Partners bietet eine Darstellung und Analyse der Entwicklung in den Bereichen Elektromobilität und Neue Mobilität. Er orientiert sich ausschließlich an standardisiert messbaren Daten aus Datenquellen, die in konsistenter Weise regelmäßig erhoben werden können und nicht auf Meinungsumfragen oder spekulativer Analytik beruhen.

Die Schlüsselgrößen zur Bewertung der Entwicklung sind bei der Elektromobilität die Anzahl verkaufter Elektrofahrzeuge, bei der Neuen Mobilität die Entwicklung des Motorisierungsgrades. Die zukünftige Entwicklungsgeschwindigkeit dieser Schlüsselgrößen wird durch verschiedene Treibergrößen beeinflusst. Für die definierten Treibergrößen wurden Zielwerte für das Jahr 2020 definiert, deren Erfüllung aus Sicht von Horváth & Partners Voraussetzung dafür ist, dass die grundlegenden Zielwerte erreicht werden. Um die Wahrscheinlichkeit der Erreichung der grundlegenden Zielwerte bewerten zu können, erfolgt eine Projektion der jeweiligen Ist Werte auf das Jahr 2020 unter Verwendung der durchschnittlichen Wachstumsraten der letzten drei Jahre.

Der "Fakten-Check Mobilität" erhebt dabei keinen Anspruch, ein präzises Prognoseinstrument zu sein, sondern Orientierung zu bieten. Denn aus der Vergangenheit lässt sich nur eingeschränkt auf die Zukunft schließen. Vielmehr lässt sich durch den Fakten-Check eine Einschätzung des aktuellen Momentums gewinnen. Auf dieser Grundlage lässt sich bewerten, in welchen Bereichen sich bereits eine hohe Dynamik abzeichnet, und wo die Veränderung noch den Erwartungen hinterherhinkt.

Über Horváth & Partners

Horváth & Partners ist eine international tätige, unabhängige Managementberatung mit Sitz in Stuttgart. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 450 hochqualifizierte Mitarbeiter an Standorten in Deutschland, Österreich, Rumänien, der Schweiz, Ungarn und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Mitgliedschaft im internationalen Beraternetzwerk "Highland Worldwide" unterstützt die Fähigkeit, Beratungsprojekte in wichtigen Wirtschaftsregionen mit höchster fachlicher Expertise und genauer Kenntnis der lokalen Gegebenheiten durchzuführen.

Die Kernkompetenzen von Horváth & Partners sind Unternehmenssteuerung und Performanceoptimierung - für das Gesamtunternehmen wie für die Geschäfts- und Funktionsbereiche Strategie, Organisation, Vertrieb, Operations, Controlling, Finanzen und IT. Horváth & Partners steht für Projektergebnisse, die nachhaltigen Nutzen schaffen. Deshalb begleitet Horváth & Partners seine Kunden von der betriebswirtschaftlichen Konzeption bis zur Verankerung in Prozessen und Systemen.

Horváth AG
Ansprechpartner: Oliver Weber
E-Mail: oweber@horvath-partners.com
Tel.: +49 711 66919-3301

Oliver Weber | pressetext
Weitere Informationen:
http://www.horvath-partners.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften