Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektroautos: Zukunftsperspektive mit Ladehemmung?

21.09.2011
Deloitte-Studie zeigt Differenz zwischen Anspruch und Realität

Die weltweite Deloitte-Studie "Unplugged: Electric Vehicle Realities versus Consumer Expectations", für die 13.000 Verbraucher in 17 Ländern befragt wurden, zeigt: Die Mehrheit der Verbraucher ist bereit, Elektroautos (EV) als Alternative zu Modellen mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren in Betracht zu ziehen oder sogar als "First Mover" in naher Zukunft eines zu kaufen.

Im weltweiten wie im europäischen Vergleich sind die Deutschen jedoch eher zögerlich, anders als beispielsweise Spanier oder Italiener. Die potenziellen Käufer stellen allerdings konkrete Bedingungen an die Alltagstauglichkeit und Leistungsfähigkeit von EVs - die von der Industrie noch nicht erfüllt werden können. Reichweite, Ladezeiten und Lade- bzw. Unterhaltskosten gehören zu den maßgeblichen Akzeptanzkriterien. Eine wichtige Rolle spielen auch die Versorgungsinfrastruktur und der Kaufpreis - Inder und Chinesen akzeptieren hier am ehesten einen Aufpreis. Die Bereitschaft zum Umstieg auf EVs würde jedoch länderübergreifend stark sinken, wenn Verbrennungsmotoren signifikant effizienter oder Kraftstoffpreise auf einem niedrigen Niveau verharren würden.

"Die Bereitschaft zum Kauf eines Elektroautos ist überraschend hoch. Dabei zeigt die Studie ganz deutlich: Die Käufer haben ganz konkrete Erwartungen und Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der Elektromotoren - und die Industrie ist derzeit noch weit davon entfernt, diese Bedingungen zu erfüllen", erklärt Siegfried Frick, Partner Automotive bei Deloitte.

Inder und Chinesen besonders interessiert

Inder und Chinesen zeigen besonders hohes Interesse an Elektroautos - hier ist mit jeweils 50 Prozent der Befragten auch der größte Teil der Verbraucher bereit, zu den ersten Käufern zu gehören.

Zum Vergleich: In Deutschland sind es gerade einmal neun, in Japan vier Prozent. Die potenziellen Interessenten für EVs, die als First Movers in Betracht kommen, sind im Schnitt gut ausgebildet, leben im urbanen Umfeld und verfügen eigenen Einschätzungen zufolge über Fachwissen. Geht es generell um den Kauf, gleichen sich die Werte weltweit an.

Maßgebliche Kaufkriterien

Die Bereitschaft zum Kauf eines EVs ist an klare Bedingungen geknüpft: Für 85 Prozent der Befragten sind vor allem die Reichweite der Autos entscheidend und ein möglichst schnelles und bequemes Aufladen der Batterien zu vertretbaren Kosten. Daneben sind vor allem der Kaufpreis einschließlich eines speziellen "EV-Aufschlags" sowie die Entwicklung der Verbrennungsmotor-Effizienz und der Kraftstoffpreise wichtig.

Geforderte Reichweite nicht zu realisieren

Besonders augenfällig ist die Diskrepanz zwischen Anspruch und Angebot bei der Reichweite von EVs. Die Verbraucher erwarten eine mittlere Reichweite von etwa 320 km pro Aufladung - machbar ist gerade einmal die Hälfte. Der Grund: Heutige Batterien können nicht genug Energie speichern, ohne dabei zu groß, zu schwer und zu teuer zu werden.

Problem Ladezeiten

Auch bei den Ladezeiten und -konditionen kann die Industrie nicht das liefern, was die Verbraucher wollen: So betragen heutige Ladezeiten minimal acht Stunden - akzeptabel wären für die Mehrheit gerade einmal zwei. Die Japaner fordern sogar maximal eine halbe Stunde. Die Ladezeiten haben konkrete Auswirkungen auf die Infrastruktur: Sie machen das Aufladen unterwegs nahezu unmöglich - eine (kostenintensive) Alternative wären Batterie-Austauschstationen. Auch kann der Einsatz von Telematik sinnvoll sein.

EV darf maximal 30.000 USD kosten

Eine sensible Frage ist der Preis. Die größte Bereitschaft zeigen Inder und Chinesen, aber auch Deutsche, Argentinier und Franzosen würden einen "EV-Aufschlag" in Kauf nehmen. Auf der anderen Seite erwarten gerade Inder und Argentinier EVs vor allem im unteren Fahrzeug- und Preissegment. US-Amerikaner, Kanadier und Japaner sind generell am ehesten bereit, ein teures Elektroauto zu kaufen.

Weltweit liegt die Schmerzgrenze jedoch bei höchstens 30.000 US-Dollar für ein Fahrzeug. Tatsächlich werden solche Preisgrenzen von der Industrie kaum einzuhalten sein: Obwohl die Batterie als teuerste Komponente mit steigenden Produktionszahlen billiger wird, bleiben deren Kosten auf absehbare Zeit hoch.

Auch Entwicklung der Verbrennungsmotoren relevant

Weitere wichtige Kriterien für die Kaufbereitschaft von EVs sind überdies die Entwicklung der Verbrennungsmotoren: Je effizienter sie arbeiten und je geringer der Spritverbrauch, desto kleiner das Interesse an Elektroautos. Gleiches gilt für Kraftstoffpreise. Eine klar definierte - und in den einzelnen Ländern unterschiedliche Obergrenze würde das Interesse an Elektroautos schlagartig erhöhen. In Deutschland legt diese Grenze bei 1,52 Euro pro Liter.

"Etwa zwei bis vier Prozent der Befragten würden EVs nach heutigen Bedingungen akzeptieren. In keinem der entscheidenden Punkte ist die Industrie auf dem geforderten Niveau. Jedoch ist dies kein statischer Zustand - mit der Zeit werden neue Kriterien relevant. Eines jedoch scheint sicher: Ohne aktive Unterstützung seitens der Regierungen insbesondere bei der Infrastruktur ist trotz Verbraucherinteresse ein grundlegender Wandel kurzfristig nicht zu erwarten", schließt Siegfried Frick.

Den kompletten Report erhalten Sie auf Anfrage.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. "To be the Standard of Excellence" - für rund 170.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited, eine "private company limited by guarantee" (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), und/oder ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limited und ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns .

© 2011 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Pressekontakt:
Isabel Milojevic
Leiterin Presse
Tel: +49 (0)89 29036 8825
imilojevic@deloitte.de

Isabel Milojevic | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.com/de/UeberUns

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie