Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektroautos können auch Klimakiller sein

11.03.2010
Juristen zeigen Bedingungen für klimafreundlichen Verkehr

Das Ziel der deutschen Bundesregierung, in zehn Jahren eine Mio. Elektroautos auf die Straßen zu bekommen, kann nur durch Förderungen umgesetzt werden. Zu diesem Schluss kommt ein von der Energie Impuls OWL koordiniertes Forscherteam von Ökonomen und Juristen, das im Auftrag der Regierung eine Machbarkeitsstudie erstellt hat. Grundvoraussetzung für den klimaschonenden Effekt des ehrgeizigen Ziels ist allerdings, dass der für die Elektromobilität zusätzlich erforderliche Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt.

Stromerzeugung entscheidet über Umweltwirkung

Ob Elektroautos einen Beitrag zum Klimaschutz liefern, hängt ganz davon ab, woher der zum Antrieb nötige Strom stammt. "Wird dieser etwa in einem Kohlekraftwerk erzeugt, kann die Umweltbilanz sogar schlechter ausfallen als bei einem Verbrennungsmotor", betont Thorsten Müller, an der Studie beteiligter Jurist von der Forschungsstelle Umweltenergierecht der Universität Würzburg http://www.uni-wuerzburg.de . Erneuerbare Stromquellen seien daher entscheidend - und zwar Kapazitäten, die zusätzlich zu den heutigen geschaffen werden.

Zwei Terawattstunden (TWh) Strom verbrauchen eine Mio. Elektrofahrzeuge laut den Experten. Das sei nicht viel angesichts der 4,3 TWh Steigerung an Stromproduktion aus erneuerbaren Energien allein zwischen 2007 und 2008. Das Problem für den Start der Elektromobilität im großen Stil dürfte hingegen der noch hohe Preis der Autos sein

Elektroautos kosten derzeit rund 20.000 Euro mehr als vergleichbare konventionelle Pkws. "Der hohe Preis kommt daher, dass Elektrofahrzeuge erst in geringen Stückzahlen produziert werden und die Batteriekosten sehr hoch sind", erklärt Müller gegenüber pressetext. Aus diesem Grund seien staatliche Förderungen für die Einführung unumgänglich. Wie diese aussehen sollten und ob dies rechtlich möglich wäre, hat das Forscherteam erhoben.

Direkte Zuschüsse sind der größte Anreiz

Eine spürbare Entlastung wäre eine Steuerentlastung für die Käufer von Elektroautos. "Die Befreiung von der Mehrwertsteuer kommt derzeit nicht in Frage, denn diese gilt laut EU-Recht nur für den öffentlichen Personennahverkehr, nicht jedoch für den Individualverkehr", so Müller. Möglich wäre allerdings eine Reduzierung auf bis zu fünf Prozent. Auch das Zugeständnis von Vorteilen im Straßenverkehr wie freie Fahrt auf Busspuren oder kostenloses Innenstadt-Parken für strombetriebene Fahrzeuge war in Überlegung. "Das wirksamste Mittel ist jedoch ein direkter Zuschuss, der die Zusatzkosten beim Kauf abdeckt", so Müller.

Es würde reichen, derartige Unterstützungen nur in einer Anfangsphase zu geben, bis entsprechender Absatz geschaffen ist, der die Modelle und Batterien billig macht. "Da der Ölpreis stark schwankt und Elektroautos effizienter sind als Diesel- und Benzinmotoren, sind jedoch auch die Energiebetriebskosten geringer", betont der Würzburger Experte. Spezielle Ausbauanreize für den erneuerbaren Energiesektor seien für die Steigerung der Elektromobilität nicht nötig. "Elektroautos sollten um ihrer selbst willen gefördert werden. Sie bieten als Pufferspeicher eine wichtige Systemfunktion für das Stromnetz", so Müller.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.energie-impuls-owl.de

Weitere Berichte zu: Elektroauto Elektrofahrzeug Elektromobilität Jurist Klimakiller TWh

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie