Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektroautos werden zu dynamischen Leichtgewichten

03.03.2009
Trendstudie: Experten glauben an Revolution durch neue Konzepte

Die nächste Generation von Elektroautos wird leicht, vollelektrisch und sicher. Zu diesem Ergebnis kommt eine Trendstudie unter 196 Experten aus Wissenschaft, Entwicklung, Zulieferung, Finanzwelt sowie der Automobilkonzerne.

"Wir fragten, welche als wichtigste Bausteine eines neuen Elektrofahrzeugkonzepts gesehen werden. Das sollte zu Überlegungen außerhalb des jeweils eigenen Metiers anregen", sagt Studienautor Jörg Warnstorf, Geschäftsführer Beratungsbüros Warnstorf & Partner Consulting, im pressetext-Interview. Neue Hersteller aus dem Mittelstand haben laut Studie durchaus die Chance, sich gegen Großkonzerne durchzusetzen.

Derzeit bewegen sich erst einige tausend Elektroautos auf Europas Straßen. Die Studie zeigt jedoch ein hohes Potential für künftigen Absatz - mit großen Schwankungen in der Prognose für 2020. "Vier von zehn Befragten glauben, dass es zwischen 300.000 und 500.000 Elektroautos allein in Deutschland geben wird. 29 Prozent schätzen diese Zahl auf eine Mio., 32 Prozent auf mehr", so Warnstorf. Anlass zu Optimismus gebe vor allem der Imagewechsel weg von "klein, klapprig, langweilig", hin zu "dynamisch, durchzugsstark, interessant", der sich erst in den letzten zwei Jahren vollzogen habe. "Nachdem die ersten Autoredakteure selbst Elektroautos getestet haben, hat sich auch die öffentliche Wahrnehmung geändert." Der Wandel sei auch dadurch besonders erkenntlich, da die herkömmliche Autobranche plötzlich als "alte Automobilindustrie" bezeichnet werde.

Dem Dauerthema Akkutechnologie räumt man zwar gegenwärtig noch hohen Forschungsbedarf ein, die zukünftige Entwicklung soll jedoch besonders auf geänderter Bauweise basieren. "Die Experten setzen auf völlig neue Konzepte, die nicht bloß aus bestehenden Modellen den Motor herausnehmen und gegen einen Elektroantrieb ersetzen", so Warnstorf. Das geringere Gewicht wird als wichtigster Aspekt dieser Bauweise gesehen, da es eine höhere Reichweite ermöglicht. Hintergrund dieses Trends seien die jüngsten Fortschritte in der Materialforschung. "In den letzten zwei Jahren hat sich im Materialbereich viel getan. Man traut etwa den Faser-Verbundwerkstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen oder den Composite-Verfahren zu, künftig den Elektroautos trotz leichter Bauweise genug Sicherheit zu bieten", so Warnstorf.

In der Frage nach der Antriebsart der Zukunft wird der Hybridantrieb zusehends als Übergangslösung gesehen und auch Brennstoffzellentechnik wird kaum mehr Bedeutung beigemessen. "Experten betonten, dass echte Zukunftstechnik vollelektrisch sein wird, weshalb mehrere Konzerne wie Nissan bereits nur auf vollelektrische Lösungen setzen", so Warnstorf. In Deutschland habe man die Entwicklung verschlafen. "Daimler, BMW und VW holen jetzt erst ihre Hybrid-Konzepte aus der Schublade. Den großen damit verbundenen Forschungsaufwand hinterfragen jedoch viele Experten und bezeichnen ihn als Förderung gestriger Technik."

Als wichtigste Impulsgeber für zukünftige Entwicklung der Elektroautos sieht Warnstorf nicht die großen Konzerne, sondern Betriebe aus dem Mittelstand. "Die Akteure haben sich geändert. Ein Zusammenschluss etwa eines innovativen Kunststoff-Verarbeiters mit einem Zulieferer der Akkutechnologie, einem kreativen Ingenieursteam und Financiers könnte heute an jeder Stelle neue Automobilindustrie entstehen lassen. Die Karten werden dadurch wieder neu gemischt."

Auch in traditionellen Autohersteller-freien Ländern wie der Schweiz sei diese Entwicklung denkbar. Bisher scheitere es oft noch an den Finanzen. "Doch Geldgeber aus dem Bereich Risikokapital und aus Kapitalbeteiligungsgesellschaften werden zunehmend auf die Elektromobilität aufmerksam. Sie überlegen gerade in Zeiten schwieriger Wirtschaftslage genauer, worin sie investieren wollen", so der Studienautor abschließend zu pressetext.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.warnstorf-partner-consulting.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen

24.05.2017 | Geowissenschaften

Krebs erregende Substanzen aus Benzinmotoren

24.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich

24.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz