Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eiweißgehalt in Säuglingsnahrung beeinflusst Adipositas-Risiko

27.04.2009
Klinikum der LMU koordiniert europaweite Ernährungsstudie

Stillkinder nehmen nachweislich langsamer zu als Kinder, die mit Flaschennahrungen gefüttert werden. Die langsamere Gewichtszunahme ist offenbar einer der Gründe, warum gestillte Kinder später weniger zu Übergewicht neigen.

„Eine Verringerung des Proteinanteils in Anfangs- und Folgemilch kann die frühe Gewichtszunahme normalisieren und wesentlich dazu beitragen, das langfristige Risiko von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern zu reduzieren“, erläutert Professor Berthold Koletzko die Ergebnisse einer europäischen Studie. Koletzko ist Leiter der Abteilung für Stoffwechselkrankheiten und Ernährungsmedizin am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München und hat die Studie im Rahmen des von der EU finanzierten Forschungsprojektes EARNEST (Early Nutrition Programming Project) von München aus koordiniert.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren untersuchten die Mediziner insgesamt 934 Kinder. 636 Säuglinge bekamen im ersten Jahr Anfangs- und Folgemilch als Muttermilchersatz: davon 313 mit niedrigem Eiweißgehalt und 323 mit höherem Eiweißgehalt. Im Vergleich dazu wurden 298 Stillkinder beobachtet. Nach 24 Monaten hatten die Kinder, die mit weniger eiweißhaltigem Milchersatz ernährt wurden, bei gleicher Größe weniger Gewicht als die Kinder, deren Milchersatz einen höheren Eiweißgehalt hatte. Ihr Gewicht entsprach dem der Kinder, die mit Muttermilch ernährt wurden. Eine geringere Aufnahme von Eiweiß im Säuglingsalter schützt demnach vor späterer Fettleibigkeit. Koletzko: „Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Förderung und des Schutzes des Stillens aufgrund des erzielten langfristigen Nutzens. Sie zeigen auch die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung und Verbesserung von Säuglingsnahrungen. Die Verwendung von Flaschennahrungen mit begrenztem Eiweißgehalt könnte das langfristige Risiko für Übergewicht ganz wesentlich vermindern.“

Um den Langzeiteffekt von Säuglingsnahrung auf das Adipositas-Risiko zu überprüfen, werden die an der Studie teilnehmenden Kinder weiterhin beobachtet.

Die Studie wurde vom American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht und kann abgerufen werden unter:

http://www.ajcn.org/cgi/rapidpdf/ajcn.2008.27091v1

Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Berthold Koletzko
Kinderklinik und Kinderpoliklinik im
Dr. von Haunerschen Kinderspital
Abteilung für Stoffwechselkrankheiten und Ernährungsmedizin
Lindwurmstraße 4
80337 München
Tel.: +49-(0)89 5160-2826
Fax: +49-(0)89 5160-7742
E-Mail: office.Koletzko@med.uni-muenchen.de

Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) sind im Jahr 2007 an den Standorten Großhadern und Innenstadt etwa 500.000 Patienten ambulant, poliklinisch, teilstationär und stationär behandelt worden. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über mehr als 2.300 Betten. Von insgesamt 9.700 Beschäftigten sind rund 1.700 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2007 etwa 57 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.

Philipp Kreßirer | Klinikum der Universität München
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik