Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

eHealth ist im Kommen

06.03.2014

Das erstmals nach OECD-Standard im Auftrag der InfoSocietyDays erhobene Swiss eHealth-Barometer zeigt eine hohe Bedeutung der Informatik im Gesundheitswesen bei einer geringen Vernetzung der Gesundheitsakteure. Siemens Schweiz unterstützte die Studie als Partner.

Die überwiegende Mehrheit der Schweizer Gesundheitsakteure kann mindestens teilweise auf ein elektronisches System zur Speicherung und Verwaltung von Patientendaten zugreifen. Die Nutzung beschränkt sich dabei primär auf administrative Belange. Diagnosen werden erst bei 56 Prozent der Praxisärzteschaft routinemässig aufgezeichnet. Gängiger ist die Aufzeichnungspraxis bei der Spitalärzteschaft, über 80 Prozent derselben zeichnet Daten zur klinischen Dokumentation, Resultate der Röntgen- und Labor-Untersuchungen und die Diagnosen elektronisch auf und nutzt diese auch routinemässig.

Zieht man die institutionsinterne und institutionsübergreifende Nutzung verschiedener eHealth-Anwendungen gemäss OECD-Befragung zu einem Index zusammen, so beträgt der interne Vernetzungsgrad über alle befragten Gruppen hinweg 35 von 100 möglichen Punkten, während der institutionsübergreifende Vernetzungsgrad erst bei 12 von 100 Punkten zu liegen kommt. Komplexe eHealth-Funktionen wären zwar vorhanden, sie werden aber noch kaum systematisch genutzt, wenn es um den Austausch mit Gesundheitsfachleuten ausserhalb der eigenen Institution geht. Damit geht für die Patientinnen und Patienten viel Potenzial, beispielsweise in der Behandlungssicherheit, verloren.

Elektronisches Patientendossier mit Begleitmassnahmen akzeptiert
Alle befragten Gruppen unterstützen weiterhin mehrheitlich die Einführung eines elektronischen Patientendossiers. Fragen in Bezug auf Datensicherheit und Informationsschutz haben jedoch einen höheren Stellenwert als im Vorjahr, besonders unter den Stimmberechtigten. Die anhaltend sehr hohe Unterstützung des elektronischen Patientendossiers durch die Gesundheitsakteure ist mit zwei sehr deutlichen und von allen befragten Gesundheitsakteuren geteilten Forderungen verknüpft: Bildungsmassnahmen und verbindliche Standards.

Apps Teil des medizinischen Alltags
Gesundheits-Apps erzielen bereits hohe Nutzungswerte, vor allem bei der Ärzteschaft in Bezug auf Medikamentenverordnungen oder als klinische Entscheidungshilfen. Die Bedienbarkeit und die mobile Einsatzfähigkeit bescheren diesen Anwendungen eine höhere Nutzung als vielen komplexen IT-Anwendungen im Rahmen der herkömmlichen eHealth-Entwicklung. Dies ist ein Hinweis darauf, dass eine Usability-Offensive der Software-Anbieter viel Nutzungspotenzial freisetzen könnte.

Verbindliche Standards und Umsetzungsprojekte in den Kantonen notwendig
Die Studienautoren sehen den Moment gekommen, um rund um die Einführung des elektronischen Patientendossiers eine Offensive im Bereich eHealth zu starten. Mit dem Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier besteht die Chance, dass bald verbindliche Standards festgelegt werden können. Bei der Lancierung von Umsetzungsprojekten liegt der Ball bei den Kantonen.

Das fünfte im Auftrag der InfoSocietyDays durchgeführte Swiss eHealth-Barometer enthält erstmals die von der OECD entwickelten Fragen zum Stand von eHealth. Mit den Daten der Ende 2013 und Anfang 2014 bei verschiedenen Gesundheitsakteuren durchgeführten repräsentativen Befragungen werden ab 2015 erstmals Vergleiche mit anderen Ländern möglich. Befragt wurden für die Online-Studie, bzw. für die Ärzteschaft online/postalisch durchgeführte Studie, 662 repräsentativ ausgewählte Ärztinnen und Ärzte, 19 der 26 angeschriebenen eHealth-Verantwortlichen auf Ebene der Kantone, 63 eHealth-Verantwortliche von Spitälern, sowie 422 Apothekerinnen und Apotheker. Neu hinzu kamen 401 Verantwortliche von Alters- und Pflegeheimen sowie 15 Verantwortliche der Kantonalverbände von curaviva. Bereits zum zweiten Mal wurde im Rahmen der Studienreihe auch eine Befragung zur öffentlichen Meinung rund um eHealth bei Stimmberechtigten durchgeführt. 

Ansprechpartner
Eray Müller
Tel. +41 (0)585 585 844
eray.mueller@siemens.com

Leseranfragen bitte an:
Siemens Schweiz AG
Healthcare Sector
Freilagerstrasse 40
8047 Zürich
Tel. +41 585 581 599
healthcare.ch@siemens.com


www.siemens.ch/healthcare    

| Siemens Schweiz AG

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Kleinste Teilchen aus fernen Galaxien!

22.09.2017 | Physik Astronomie