Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

E-Mobility 2025: Die Zukunft der Elektromobilität in Berlin

13.09.2010
Das Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung der TU Berlin und Z_punkt präsentieren Szenarien zur Elektromobilität in der Hauptstadt

Bleiben Elektroautos ein Nischenprodukt, beschränkt auf das Premiumsegment und nur einer Öko-Hightech-Avantgarde mit hohem Einkommen vorbehalten? Oder mischen sich ins Straßenbild von Berlin bis zum Jahr 2025 immer mehr batteriebetriebene Klein- und Kleinstfahrzeuge: von EBikes über Elektroroller, E-Scooter und Segway-Varianten bis hin zu kleinen Elektro-PKWs und -Lieferfahrzeugen? Möglicherweise setzt sich Elektromobilität in der Hauptstadt aber vor allem über den Wirtschaftsverkehr und eine konsequente Stadtentwicklungspolitik durch.

Im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der TU Berlin, Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung, führte das Beratungsunternehmen Z_punkt eine Szenarioanalyse zur Zukunft der Elektromobilität in Berlin durch. Drei alternative Zukunftsbilder, wie im Jahr 2025 Elektromobilität genutzt wird, wurden vergangene Woche einem Fachpublikum vorgestellt und stehen jetzt in einer 40-seitigen Zusammenfassung der Öffentlichkeit zur Verfügung.

„Der ‚Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung’ hat bis zum Jahr 2020 die Marktvorbereitung und -einführung batterieelektrischer Fahrzeuge zum politischen Ziel erklärt. Aber keiner hat bisher eine konkrete Vorstellung, wie die elektromobile Zukunft in den Städten aussehen könnte“, so Prof. Christine Ahrend, Leiterin des Fachgebiets Integrierte Verkehrsplanung an der TU Berlin. Die Verkehrsplanung steht mit der Einführung der Elektromobilität vor großen Herausforderungen: Offen ist, ob und wie sich das Mobilitätsverhalten wandelt oder wie sich Verkehrsinfrastrukturen verändern müssen, um Elektromobilität in der Breite durchzusetzen.

„Die Szenarien zeigen, wie wichtig es ist, einen Perspektivwechsel von der Angebotsplanung zur Nachfrageplanung zu vollziehen und den Nutzer in seinem künftigen Lebenskontext ins Zentrum zu stellen, wie es der Forschungsschwerpunkt des Fachgebiets Integrierte Verkehrsplanung tut“, so Ahrend. „Werden die politischen Weichen jetzt nicht richtig gestellt, gehen wertvolle Potenziale für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Mobilität in Ballungsräumen wie Berlin verloren“, ergänzt Beate Schulz- Montag, die bei Z_punkt das Projekt verantwortet.

Die Szenarien im Überblick: Szenario 01: IT-CAR-ELEKTROMOBILITÄT

Elektromobilität bleibt in der Nische, beschränkt auf das Premiumsegment. Zwar bieten die Hersteller meist verschiedene Modelle von Elektrofahrzeugen an, doch aufgrund weiterhin sehr hoher Batteriepreise haben Kfz mit Verbrennungsmotor immer noch einen entscheidenden Kostenvorteil. Batterieelektrisch betriebene Pkws gelten daher (noch) als Statussymbol für umweltbewusste Technikpioniere mit höherem Einkommen. Für den Verkehr im urbanen Raum und speziell im Ballungsraum Berlins spielen sie nur eine marginale Rolle. Für die Medien versinnbildlichen sie aber nach wie vor die automobile Zukunft.

Szenario 02: E-MIKROMOBILITÄT

Elektromobilität setzt sich durch: Aber nicht, indem einfach Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge ersetzt werden. Der Wandel im Verkehr geht viel tiefer. Individuelle Mobilität ist nach wie vor ein hohes Gut, doch sie findet fast ausschließlich im Kontext von Multi- und Intermodalität, auf der Basis eines ausgedehnten Spektrums von Mobilitätsdienstleistungen und eines veränderten Mobilitätsverhaltens statt. Im urbanen Raum und speziell im Ballungsraum Berlins spielen elektrische Klein- und Kleinstfahrzeuge eine herausragende Rolle.

Dank einer intelligenten, IT-gestützten Vernetzung von Verkehrsträgern und Verkehrsmitteln kommen die ökologischen und wirtschaftlichen Vorzüge von Elektromobilität im Individualverkehr voll zum Tragen.

Szenario 03: KATALYSATOR WIRTSCHAFTSVERKEHR

Elektromobilität setzt sich in diesem Szenario über den Wirtschaftsverkehr durch. Die rasche Ausweitung des Anteils an batteriebetriebenen Fahrzeugen in diesem Bereich ist vor allem das Resultat einer gezielten Angebots- und Nachfrageförderung seitens der öffentlichen Hand, die der Elektromobilität nicht nur durch finanzielle Anreize, sondern auch durch die systematische Elektrifizierung ihrer eigenen Fuhrparks einen Schub verpasst. Begünstigt wird die Elektromobilität darüber hinaus durch eine Stadtentwicklungspolitik, die konsequent auf die Zurückdrängung des schweren Güterverkehrs mit seinen Umweltbelastungen und seinen Gefahrenpotenzialen aus dem Innenstadtbereich ausgerichtet ist. Stimuliert durch den Personenwirtschaftsverkehr, der in der Dienstleistungsmetropole Berlin eine immens wichtige Rolle spielt, fasst die Elektromobilität schließlich auch im privaten Individualverkehr Fuß. Die Szenarien sind Teilergebnis des Projekts „e-mobility – IKT-basierte Integration der Elektromobilität in die Netzsysteme der Zukunft“, das sich mit den verkehrsplanerischen Herausforderungen beschäftigt, die mit der Einführung von Elektromobilität verbunden sind. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert das Projekt emobility im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität. Ziel ist es, mit Hilfe eines interdisziplinären Ansatzes ein innovatives integriertes Gesamtsystem EMobilität zu entwickeln.

Die ausführlichen Ergebnisse der Szenarioanalyse sind auf 40 Seiten zusammengefasst und in digitaler Fassung erhältlich.

Download und weitere Informationen
http://www.tu-berlin.de/ivp/aktuelles
Ansprechpartner für die Presse:
Technische Universität Berlin Z_punkt GmbH
Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung The Foresight Company
Salzufer 17-19 Anna-Schneider-Steig 2
D-10587 Berlin 50678 Köln
Prof. Dr-Ing. Christine Ahrend Silke Loh
Projektleitung Corporate Communications
+49 30 314-25145 +49 221 355 534-21
christine.ahrend@tu-berlin.de loh@z-punkt.de­

Silke Loh | Z_punkt GmbH
Weitere Informationen:
http://www.z-punkt.de
http://www.verkehrsplanung.tu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie