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Drogenkonsum: Scheitern in Schule und Beruf erhöht Risiko einer tödlichen Überdosis

17.10.2014

Zum ersten Mal haben Forscher gezeigt, dass problematische Drogenkonsumenten mit weniger erfolgreichen Bildungs- und Berufslaufbahnen eher an einer Überdosis sterben. Außerdem gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem beruflichen Status der Eltern und der Wahrscheinlichkeit, dass deren drogenkonsumierendes Kind an einer Überdosis sterben wird.

„Bei Opfern von Überdosen ist es doppelt so wahrscheinlich, an einem Abschluss einer weiterführenden Schule gescheitert zu sein, und anderthalb mal so wahrscheinlich, arbeitslos gewesen zu sein, als bei noch lebenden Drogenkonsumenten”, so Alain Origer, nationaler Drogenkoordinator Luxemburgs und führender Forscher bei dieser Studie.

Origer arbeitete in seiner Studie mit Prof. Michèle Baumann zusammen, Gesundheitssoziologin der Universität Luxemburg am Institut für Gesundheit und Verhalten der Forschungseinheit INSIDE.

„Es gab bei Problemdrogenkonsumenten und Opfern von Überdosen jedoch keinen Unterschied hinsichtlich der Art der von den Eltern ausgeübten Beschäftigung“, fügte er hinzu. „Man kann spekulieren, dass sich sozioökonomische Nachteile eher auf das alltägliche Leben des Einzelnen auswirken, als dass sie durch die Erziehung bestimmt sind.”

Diese bahnbrechenden Ergebnisse eines Forschungsteams der Universität Luxemburg ergaben sich aus einer vergleichender Analyse besonders ergiebiger Daten zum Leben von über 1300 Problemdrogenkonsumenten im Großherzogtum Luxemburg zwischen 1994 und 2011.

Die Daten enthielten vielschichtige Lebensgeschichten von 272 tödlichen Überdosisfällen und 1056 Problemdrogenkonsumenten mit vergleichbaren Profilen. Problemdrogenkonsum bezieht sich in dieser Studie auf die Einnahme von Opiaten, meist Heroin, und Kokain.

Es handelt sich hier um die erste Studie auf Grundlage derart umfassender und ergiebiger Langzeitdatensätze über die Lebensgeschichten von Drogenkonsumenten. Die Forscher hatten Zugang zu anonymisierten landesweiten Daten von Drogenmissbrauchsstellen, vom nationalen Drogenüberwachungssystem und aus toxikologischen und Autopsieberichten.

So war das Team der Universität Luxemburg in der Lage, an das Thema vielschichtiger heranzugehen als frühere Studien in der wissenschaftlichen Literatur. Andere Studien, die sich an einer ähnlichen Methodik versuchten, erwiesen sich aufgrund mangelnder Daten als unschlüssig.

„Bildungsprogramme, Berufsausbildung und berufliche Wiedereingliederung können zur Reduzierung drogenbedingter Mortalität beitragen”, schlussfolgert Alain Origer. „Durch Integration dieser Maßnahmen in Lebenshilfeprogramme und Entwicklung von Instrumenten zur Gefährdungsbeurteilung könnten Leben gerettet werden.“

Über die Universität Luxemburg

Die im Jahr 2003 gegründete Universität Luxemburg ist eine mehrsprachige, internationale Forschungsuniversität mit 6200 Studierenden und Mitarbeitern aus der ganzen Welt. Forschungsprioritäten sind Internationale Finanzwissenschaften, ICT-Sicherheit, System-Biomedizin, Europarecht, Wirtschaftsrecht und Erziehungswissenschaften.

Hinweis an die Redaktionen

Der Fachartikel „Social and economic inequalities in fatal opioid and cocaine related overdoses in Luxembourg: A case-control study” wurde im „International Journal of Drug Policy“ publiziert. DOI: 10.1016/j.drugpo.2014.05.015

Weitere Informationen:

http://orbilu.uni.lu/handle/10993/18191 - Link zur Publikation
http://wwwde.uni.lu/ - Link zur Universität Luxemburg

Sophie Kolb | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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