Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dream-Team statt Quote

10.05.2011
Roland Berger Studie zu Vielfalts- und Einbeziehungsmanagement ("Diversity and Inclusion") - Milliarden-Einsparungen möglich
- Durch mangelhaftes Vielfalts- und Einbeziehungsmanagement
("Diversity and Inclusion", kurz "D&I") verlieren Unternehmen in
Deutschland jährlich rund 21 Milliarden Euro
- Dank ganzheitlicher D&I-Maßnahmen lassen sich jährlich über
10.000 Euro pro Mitarbeiter einsparen
- 80 Prozent der Befragten erkennen die Wichtigkeit von D&I
- Vorteile ganzheitlicher Vielfalts- und Integrationspolitik für
Unternehmen: höhere Kreativität der Mitarbeiter, Zugang zu neuen
Märkten und Investitionsmitteln, weniger gerichtliche
Auseinandersetzungen, Positionierung als Wunscharbeitgeber und
höhere Attraktivität für Toptalente
- 80 Prozent der Unternehmen haben jedoch Schwierigkeiten, die
Gründe mangelnder Vielfalt zu nennen
- 70 Prozent stehen Minderheitenquoten kritisch gegenüber
80 Prozent der befragten internationalen Großunternehmen sind sich der Wichtigkeit des Themas Diversity & Inclusion ("D&I", Vielfalts- und Einbeziehungsmanagement) bewusst. Gesetzesänderungen und demografische Entwicklungen bewirken, dass sie sich verstärkt damit befassen. Oft behindern aber noch das Führungsverhalten sowie die Firmenkultur und fehlende Richtlinien und Prozesse in der Personalpolitik die Durchsetzung von D&I-Maßnahmen. Dabei brächte ein erfolgreiches und nachhaltiges D&I-Management der deutschen Wirtschaft nicht nur jährliche Gesamteinsparungen in Höhe von fast 21 Milliarden Euro, sondern auch den einzelnen Unternehmen deutliche Wettbewerbsvorteile. Das ist das Ergebnis der Studie "Dream-Team statt Quote - Erfolgreiches Vielfalts- & Einbeziehungsmanagement" von Roland Berger Strategy Consultants.

"Die Diskussion um gesetzliche Quoten, wie etwa für Frauen auf Führungsebenen, greift zu kurz", sagt Prof. Björn Bloching, Partner und Leiter des Competence Centers Marketing und Sales bei Roland Berger Strategy Consultants. "Es ist vielmehr wichtig, die Ursachen für mangelnde Vielfalt und Integration in einem Unternehmen zu verstehen und diese dann nachhaltig zu beheben."

Ganzheitliches D&I-Konzept bringt Vorteile

Die Befragung von 40 Großunternehmen u.a. aus der Automobil-, Bau-, Energie-, Chemie- und Elektrobranche durch Roland Berger zeigt, dass vier von fünf Studienteilnehmern Vielfalts- und Einbeziehungsmanagement für wichtig halten. "Dabei geht es nicht nur um die die stärkere Einbindung von Frauen, älteren Mitarbeitern und Kollegen ausländischer Herkunft", erklärt Carolin Griese-Michels, Leiterin der Practice Group Corporate Responsibility bei Roland Berger. "Auch spezifische Kompetenzen und Arbeitsweisen der einzelnen Mitarbeiter sind wichtiger Teil eines ganzheitlichen D&I-Konzepts, das den Unternehmen wesentliche Vorteile bringt."

So können Unternehmen durch eine bessere Einbindung bestimmter Mitarbeitergruppen zum Beispiel einen schnelleren Zugang zu neuen Märkten und Kundensegmenten bekommen. Die Innovationskraft wird durch andersartige Arbeitsweisen und Kompetenzen erheblich gefördert.
Außerdem vermeiden Firmen viele gerichtliche Auseinandersetzungen.
Sie werden von der Öffentlichkeit, ihren Mitarbeitern und potenziellen neuen Arbeitskräften als Wunscharbeitgeber wahrgenommen.

Dadurch sinkt die Mitarbeiterfluktuation, und die Attraktivität des Unternehmens für Toptalente steigt. So könnten die Kosten entlang des gesamten Human Resources-Lebenszyklus' eines Beschäftigten - von der Einstellung bis zum Verlassen der Firma - durchschnittlich um rund 10.000 Euro pro Mitarbeiter gesenkt werden. Bei einer jährlichen Fluktuation von ca. zwei Millionen Arbeitnehmern in Deutschland bedeutet dies für die Wirtschaft ein jährliches Einsparpotenzial von rund 21 Milliarden Euro.

Diversität ohne Quoten

Als Haupttreiber für die Einführung von D&I-Maßnahmen bezeichnen
60 Prozent der befragten Unternehmen gesetzliche Auflagen und die zunehmende Heterogenität der Arbeitnehmer. Doch obwohl Unternehmen beim Thema Diversität noch Nachholbedarf haben, äußern sich 70 Prozent der Befragten gegen die Einführung gesetzlicher Minderheitenquoten. "Im Extremfall müsste der Vertreter einer Minderheit trotz mangelnder Qualifikation eingestellt oder befördert werden", beschreibt Roland Berger Expertin Carolin Griese-Michels die Ängste der Firmen. "Das Leistungsprinzip kann darunter leiden." Zudem sei es sehr schwierig den Begriff "Frauenanteil im oberen Management"

unternehmensübergreifend zu definieren, weil die Anforderungen von Firma zu Firma und auch zwischen einzelnen Unternehmensbereichen variieren. "Äpfel dürfen nicht mit Birnen verglichen werden, das hilft den Frauen nicht weiter".

Obwohl die überwiegende Mehrheit der Befragten für eine größere Vielfalt im Unternehmen plädiert, tun sich 80 Prozent der Unternehmen oft schwer, die internen Ursachen für fehlende Diversität zu erkennen. Die Experten von Roland Berger führen dieses Problem auf unterschiedliche Faktoren zurück. So nutzen zum Beispiel Frauen und Ausländer im Laufe ihres Berufswegs seltener oder gar nicht Karrierebeschleuniger wie Auslandsstationen - zum einen, weil sie ihnen seltener angeboten, zum anderen, weil sie nicht passend ausgestaltet werden. So gibt es beispielsweise selten attraktive Angebote für Lebenspartner, die mit ins Ausland gehen.

Gründe für mangelnde Vielfalt

Teilweise ermöglichen die Firmen keine ausreichende Balance zwischen Familie und Beruf. "Manchmal fehlen die Instrumente hierfür", sagt Roland Berger-Expertin Carolin Griese-Michels. "Oder aber Mitarbeiter nehmen die Angebote nicht in Anspruch - aus Angst, dadurch Nachteile in ihrer Karriere zu erfahren." In einigen Unternehmen spielen Kriterien wie Geschlecht, Alter und Herkunft des Bewerbers im Auswahlprozess eine entscheidende Rolle - wenn auch unbewusst. Es kommt oft zum sogenannten Self-Cloning: Führungskräfte entscheiden sich gerne für Mitarbeiter, die ihnen ähnlich sind. Da die Auswahlgremien im Bewerbungsverfahren häufig homogen besetzt sind, werden eher Kandidaten eingestellt, die in dieses Muster passen.

Fazit: "Nur wenn Unternehmen die internen Ursachen für mangelnde Vielfalt und Einbindung identifizieren und beheben sowie ihre Firmenkultur entsprechend ändern, werden sie gute Mitarbeiter finden und diese langfristig an sich binden", meint Roland Berger-Partner Björn Bloching. "Hochqualifiziertes und engagiertes Personal ist unabdingbar für den Markterfolg eines Unternehmens - und ein messbarer Wettbewerbsvorteil."

Die vollständige Studie können Sie kostenfrei downloaden unter:
www.rolandberger.com/pressreleases
Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren:
www.rolandberger.com/press-newsletter
Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit rund 2.000 Mitarbeitern und 42 Büros in 30 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 200 Partnern.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Claudia Russo
Roland Berger Strategy Consultants
Tel.: +49 89 9230-8190, Fax: +49 89 9230-8599
E-Mail: claudia_russo@de.rolandberger.com

Claudia Russo | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie