Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Doppelt so viele deutsche Studierende gehen ins Ausland

07.01.2011
Bericht "Internationalisierung des Studiums" von BMBF, DSW und HIS vorgelegt. Deutsche Hochschulen gehören zu den beliebtesten der Welt

Deutsche Studentinnen und Studenten zieht es immer stärker ins Ausland. Sie sind wesentlich mobiler als ihre Kommilitonen aus vergleichbaren Industrieländern. Zwischen 2000 und 2008 hat sich die Zahl deutscher Studierender im Ausland von 52.200 auf 102.800 nahezu verdoppelt. Nur aus China, Indien und Südkorea gehen noch mehr Studierende ins Ausland.

Das geht aus einer Studie hervor, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Hochschul-Informations-System (HIS) und das Deutsche Studentenwerk (DSW) heute vorstellen. Der Bericht "Internationalisierung des Studiums" basiert auf der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, einer Befragung von 16.370 Studierenden im Sommer 2009 zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage. Das BMBF fördert die Befragung, die HIS wissenschaftlich durchführt.

Drei Viertel der mobilen Studierenden werden von ihren Eltern unterstützt, mehr als die Hälfte arbeitet vor oder während des Auslandsstudiums, 60 Prozent erhalten ein Stipendium, 30 Prozent Auslands-BAföG. "Unser Auslands-BAföG und die Förderung durch Stipendien haben sich bewährt", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan. "Die Studie liefert uns die empirische Grundlage, um diese Erfolge auch in Zukunft zu sichern."

Insgesamt haben 15 Prozent der Studentinnen und Studenten einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt hinter sich. Dazu zählt ein Teil des Studiums, ein Praktikum oder ein Sprachkurs. Beliebteste Zielländer für ein temporäres Studium sind Spanien, Frankreich und Großbritannien. Ein Auslandspraktikum wurde am häufigsten in den USA, in Großbritannien und Frankreich absolviert. Studentinnen sind mobiler als Studenten, Studierende an Universitäten mobiler als Studierende an Fachhochschulen.

Das Interesse an einem Auslandsaufenthalt ist dabei bei allen Studierenden ähnlich groß. Während bei Diplom- und Magisterstudierenden bereits 23 Prozent im Ausland waren, sind es bei denen, die ein Staatsexamen anstreben, 18 Prozent und bei den Bachelor- Studierenden sieben Prozent. Allerdings plant ein großer Teil der Bachelor-Studierenden, noch ins Ausland zu gehen. Damit würde sich die Mobilitätsquote zwischen neuen und alten Studiengängen angleichen.

Ob Studierende ins Ausland gehen, hängt stark von der sozialen Herkunft ab. Junge Menschen aus hochschulnahen, einkommensstarken Familien tun dies fast doppelt so häufig wie ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen aus bildungsferneren Haushalten mit geringerem Einkommen. "Die soziale Selektivität des deutschen Hochschulsystems schlägt auch bei der Mobilität durch", so DSW-Präsident Rolf Dobischat.

Umgekehrt studieren auch immer mehr ausländische Studierende an deutschen Hochschulen. Ihre Zahl stieg von 1997 bis 2008 von 100.033 auf 245.522. Damit belegt Deutschland hinter den USA und Großbritannien weltweit den dritten Platz. "Deutschland hat sich auf dem internationalen Bildungsmarkt als attraktiver Standort weiter etabliert", sagte Schavan. "Das ist für eine Exportnation besonders wichtig: Auch wer nach dem Studium in sein Heimatland zurückkehrt, behält meistens einen engen Draht nach Deutschland", so Schavan weiter. "Gleichzeitig müssen wir denjenigen, die sich bei uns qualifiziert haben, die Chance geben, zu bleiben und ihr Wissen bei uns einzubringen."

Die Gründe für ein Studium in Deutschland sind vielfältig. Sie reichen vom Wunsch nach einer Vertiefung der Sprachkenntnisse und dem Interesse, spezielle Fachkenntnisse zu erwerben hin zu der Erwartung, durch einen Studienaufenthalt in Deutschland die eigenen Berufschancen zu verbessern. Besonders junge Menschen aus Schwellen- und Entwicklungsländern sowie Osteuropa sind an einem Studium in Deutschland interessiert. Die meisten von ihnen stammen aus China, gefolgt von Russland, Polen, Bulgarien und der Türkei.

Ihre wichtigsten Finanzierungsquellen sind die eigene Erwerbstätigkeit, die Unterstützung der Eltern und Stipendien. Ausländische, ledige Studierende im Erststudium haben im Durchschnitt 725 Euro pro Monat zur Verfügung, bei den deutschen Kommilitonen und Kommilitoninnen sind es 812 Euro. Als größte Schwierigkeit nennen ausländische Studierende an erster Stelle die Orientierung im deutschen Studiensystem, gefolgt von der Studienfinanzierung und mangelndem Kontakt zu ihren deutschen Kommilitonen. "Hier sind alle gefragt, Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, aber auch die deutschen Studierenden selbst", kommentierte DSW-Präsident Dobischat die Ergebnisse.

Das Studentenwerks-Wohnheim ist für ausländische Studierende die mit Abstand beliebteste Wohnform; 41 Prozent leben im Wohnheim. "Das zeigt, wie wichtig die soziale Infrastruktur der Studentenwerke gerade für die 181.000 Bildungsausländer ist", betonte Dobischat.

Die Studie "Internationalisierung des Studiums" zum Download (98 Seiten): http://www.studentenwerke.de/pdf/Internationalisierungbericht.pdf

Weitere Links:

http://www.bmbf.de
http://www.studentenwerke.de
http://www.sozialerhebung.de
http://www.his.de
Pressekontakt beim Deutschen Studentenwerk:
Stefan Grob
Tel. 030 29 77 27 20
Mobil 0163 29 77 272
stefan.grob@studentenwerke.de

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten