Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dopingmittel hilft bei Therapie von Schlaganfallpatienten

28.09.2011
Wissenschaftler und Ärzte aus Bremen, Göttingen, Hannover sowie den USA weisen schützenden Effekt von Erythropoietin (EPO) nach / Ergebnisse im Fachjournal „Molecular Medicine“ veröffentlicht

Viele kennen den Namen aus dem Profisport, wo Erythropoietin (EPO) zur Leistungssteigerung missbraucht wird. Wissenschaftler haben jetzt nachgewiesen, dass EPO bei einer bestimmten Gruppe von Schlaganfallpatienten helfen kann, die Krankheitsfolgen zu vermindern und Nervengewebe zu schützen.

An der internationalen und interdisziplinären Studie, die federführend von Wissenschaftlern um Professorin Hannelore Ehrenreich am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen durchgeführt wurde, sind die Universität Bremen (Prof. Manfred Herrmann) und die Bremer Neurologische Klinik (Prof. Andreas Kastrup), die Universität Hannover (Prof. Karin Weissenborn) sowie die US-amerikanische Biotechnologiefirma Banyan Biomarkers (Dr. Andreas Jeromin) beteiligt. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt im renommierten Fachjournal „Molecular Medicine“ veröffentlicht.

In einer großen klinischen Studie konnten die Wissenschaftler zuvor nachweisen, dass der schützende Effekt von EPO nur bei solchen Schlaganfallpatienten wirkt, bei denen der Blutpfropf, welcher ein Blutgefäß im Gehirn verstopft und so den Schlaganfall verursacht, nicht medikamentös aufgelöst werden kann. In der neuen Studie zeigte sich, dass Schlaganfallpatienten nicht nur durch die frühe Gabe von EPO profitieren und sich wieder besser erholen, sondern dass bei diesen Patienten auch weniger Eiweißstoffe, die eine Schädigung des Gehirns anzeigen, freigesetzt werden als bei Schlaganfallpatienten ohne EPO-Behandlung. Diese Eiweißstoffe - so genannte Schadensmarker UCH-L1, S100B und GFAP - findet man bei Patienten mit akutem Schlaganfall und schweren Krankheitsfolgen in erhöhter Konzentration im Blut. Die interdisziplinäre und internationale Studie zeigt zudem auf, dass durch die Analyse von spezifischen Schadensmarkern nunmehr eine frühe Möglichkeit gegeben ist, den Erfolg einer Behandlung des Schlaganfalls biochemisch zu überprüfen.

„Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Forschern“

Viele Vorarbeiten zu dieser Studie fanden in enger Kooperation der Universität Bremen und der Bremer Neurologischen Klinik statt. „Sie belegen die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Universität und Kliniken in Bremen“, so Professor Manfred Herrmann. Zugleich werde jedoch auch deutlich, dass Erfolge in der Grundlagenforschung und Behandlung des Schlaganfalls nur noch gelingen, wenn sich Ärzte und Forscher national und international stark vernetzen und mit international aufgestellten Biotechnologiefirmen eng zusammenarbeiten.

Die Studie ist im Internet unter http://www.molmed.org/content/papers%20in%20press/11_259_Ehrenreich.pdf zu finden.

Weitere Informationen:

Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin (Göttingen)
Prof. Dr. Dr. Hannelore Ehrenreich
Telefon: 0551 389-9628
E-Mail: ehrenreich@em.mpg.de
www.em.mpg.de
Universität Bremen
Zentrum für Kognitionswissenschaften
Prof. Dr. Dr. Manfred Herrmann
Telefon: 0421 218-68740
E-Mail: manfred.herrmann@uni-bremen.de
www.neuropsychologie.uni-bremen.de

Meike Mossig | idw
Weitere Informationen:
http://www.molmed.org/content/papers%20in%20press/11_259_Ehrenreich.pdf
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten