Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DJI-Studie untersucht Rahmenbedingungen für Doppelkarrieren bei Paaren

22.11.2010
Eine qualitative Studie des Deutschen Jugendinstituts hat untersucht, ob und ggf. wie es Paaren auch langfristig gelingen kann, gleichberechtigt eine Doppelkarriere zu realisieren.

Frauen sind trotz besserer Bildungsabschlüsse und einer stetig steigenden Erwerbsbeteiligung nach wie vor in leitenden Positionen stark unterrepräsentiert.

2009 waren die Vorstandsetagen in den 200 größten deutschen Unternehmen zu 99 Prozent mit Männern besetzt. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Top-200-Unternehmen beträgt knapp 10 Prozent, bei den Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sind es 27 Prozent.

Anders als bei männlichen Führungskräften stellt für hoch qualifizierte Frauen die Doppelbelastung durch Familie und Beruf nach wie vor das größte Karrierehindernis dar. Nicht nur aus individuell-biografischen Gründen, sondern auch aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht ist es jedoch entscheidend, dass es bei gut qualifizierten Frauen nicht zu Karriereab- oder -einbrüchen kommt.

Das DJI-Forschungsprojekt „Karriereverläufe von Frauen“ hat auf Grundlage von qualitativen Interviews mit Doppelkarrierepaaren u.a. Typologien von Verlaufsformen beruflicher Entwicklungen erstellt und kommt zu folgenden Ergebnissen:

Damit Paare zwei Karrieren realisieren und dauerhaft aufrechterhalten können, gibt es im Wesentlichen zwei mögliche Varianten: die „Doppelung des männlichen Karrieremodells“ und das Modell der geteilten Sorge „Dual Career – Dual Care“.

Bei Variante 1 werden anfallende Haus- und Sorgearbeiten in höchstmöglichem Maß an Dritte wie Reinigungshilfen, Au-Pairs, Tagesmütter, Kinderfrauen oder Großeltern delegiert. Dies hat zur Folge, dass diese Frauen ihr Karrierepotenzial weitestgehend ausschöpfen können, ohne berufliche Kompromisse zu machen. Abstriche werden hier beim Privatleben gemacht, für das wegen der hohen beruflichen Anforderungen bei diesem Paararrangement kaum Zeit bleibt.

Variante 2 „Dual Career – Dual Care“ bietet sowohl den Frauen als auch den Männern die Möglichkeit, eine Berufskarriere – wenn auch mit Einschränkungen – zu realisieren. Diese Paare lösen die Synchronisationsprobleme von Karriere, Partnerschaft und Kindern über phasenweise Teilzeitarbeit und kalkulierte Karrierestagnation bzw. Karriererückschritte beider Partner. Weil sie sich relativ gleichberechtigt für Beruf und Familie engagieren, können Frauen wie Männer in diesem Fall jedoch nicht ihr volles Karrierepotenzial ausschöpfen.

Auf der Basis der Forschungsergebnisse hat das DJI-Forschungsteam Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber, Personal- und Betriebsräte in Wirtschaft, Verbänden und Verwaltungen entwickelt, die die berufliche Entwicklung von Frauen fördern und die Vereinbarkeit zweier Berufskarrieren in Paarbeziehungen erleichtern sollen. In der Verantwortung stehen allerdings auch der Gesetzgeber sowie Kommunen und Träger lokaler Infrastruktur und nicht zuletzt die Paare selbst.

Andrea Macion | idw
Weitere Informationen:
http://www.dji.de/thema/1012

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften