Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DJI-Studie bescheinigt jungen Frauen frühere Eigenständigkeit

04.04.2012
Für Mädchen wie Jungen beginnt die Orientierungsphase Jugend gleichermaßen früher und hält länger an als noch vor 20 Jahren. Zudem entwickeln Jungen und Mädchen ihre Eigenständigkeit mit unterschiedlicher Intensität und Geschwindigkeit.

Dies ist das Fazit einer DJI-Studie, in der Verselbstständigungsprozesse junger Menschen im Alter von 13 bis 32 Jahren untersucht wurden. Auswertungsbasis waren vornehmlich Daten des im Jahr 2009 erhobenen DJI-Surveys AID:A „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“.

Die Analysen der Antworten der befragten jungen Frauen und Männer belegen, dass junge Frauen gegenüber ihren männlichen Altersgenossen früher den Weg in die Eigenständigkeit suchen.

In der Jugendphase gilt es, eine eigene unverwechselbare Identität aufzubauen und sich auf den großen Schritt der Loslösung vom Elternhaus vorzubereiten. Auf diesem Weg zum Erwachsensein haben Jugendliche viele Entwicklungsaufgaben zu leisten: Ein möglichst guter Abschluss in Schule und Ausbildung ist Voraussetzung für den erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben. Das Eingehen von Partnerschaften, die Gründung eines eigenen Haushalts – allein, mit Freunden oder Partner/in – sowie die Gründung einer eigenen Familie sind wichtige Schritte in die Selbstständigkeit.

Mädchen sind im Haushalt aktiv – Jungen betätigen sich handwerklich:
Bei Aktivitäten, die 13- bis 17-Jährige schon einmal ohne ihre Eltern unternommen haben, zeigen sich zwischen den Geschlechtern noch mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Weibliche Jugendliche gehen allerdings früher allein Einkaufen und waren auch häufiger schon ohne Eltern im Urlaub.
Bei der Ausübung von Haushaltstätigkeiten werden geschlechtsspezifische Muster deutlich: Hier werden weibliche Jugendliche gegenüber den männlichen generell stärker eingebunden – mit Ausnahme von handwerklichen Tätigkeiten wie Reparaturen, die eine typisch männliche Aufgabe im Haushalt darstellen.

Junge Frauen verdienen früher und häufiger eigenes Geld:
Schüler/innenjobs nehmen über das Alter sowohl in der Häufigkeit als auch in der zeitlichen Ausdehnung hinweg zu. Während sich in der Altersgruppe zwischen 13 und 16 Jahren keine geschlechtsspezifischen Unterschiede erkennen lassen, jobben junge Frauen im Alter von 17 bis 18 Jahren häufiger neben der Schule als die männlichen Jugendlichen.

Junge Männer haben größere Freundeskreise und mehr männliche Freunde:
Private soziale Netzwerke spielen für die Verselbstständigung von Jugendlichen eine große Rolle. Junge Männer haben größere Freundeskreise als junge Frauen, was möglicherweise damit zusammenhängt, dass sie stärker in Vereinsaktivitäten engagiert sind oder auch ein weiter gefasstes Verständnis von „guten Freunden“ haben. In den Freundeskreisen der jungen Männer überwiegen die männlichen Gleichaltrigen, während bei den jungen Frauen das Verhältnis von männlichen und weiblichen Freunden ausgewogen ist.

Junge Frauen sind früher selbstständig als junge Männer:
Wann junge Erwachsene das Elternhaus verlassen, hängt unter anderem von ihrer finanziellen Situation ab. Gehen sie noch keiner eigenständigen Erwerbstätigkeit nach, leben sie häufiger bei ihren Eltern. Insbesondere junge Menschen in einer beruflichen Ausbildung oder im Studium wohnen noch zu einem großen Teil zu Hause. Der Auszug aus dem Elternhaus als Schritt in die Selbstständigkeit wird am Selbstverständnis der jungen Erwachsenen deutlich: Diejenigen, die das Elternhaus bereits verlassen haben, fühlen sich häufiger erwachsen als noch bei den Eltern lebende junge Menschen. Junge Frauen vollziehen den Ablösungsprozess vom Elternhaus früher als junge Männer. Sie gehen früher partnerschaftliche Lebensformen ein, gründen früher ihren eigenen Hausstand und eine eigene Familie und heiraten früher als junge Männer. Zudem bleiben sie ihrer Herkunftsfamilie emotional auch stärker verbunden.
Mütter sind auch nach dem Auszug wichtigere Bezugspersonen als Väter:
Die Eltern haben als Bezugspersonen und Ratgeber eine hohe Bedeutung für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, wobei die Mütter für die jungen Frauen und Männer generell eine höhere Bedeutung haben als die Väter. Mütter sind vor allem Ansprechpartnerinnen, wenn es um Erlebtes und alltägliche Sorgen geht. Mit dem Vater wird eher über politische und soziale Fragen diskutiert. Auch nach dem Auszug bleibt die Mutter als Bezugsperson wichtiger als der Vater und fungiert häufiger als Rat- und Unterstützungsgeberin.

Andrea Macion | idw
Weitere Informationen:
http://www.dji.de/thema/1203

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics