Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Zukunft des Antriebsstrangs

13.11.2014

Die Rolle des Antriebsstrangs im (Nutz-)Fahrzeug wird genauso bleiben wie heute – davon geht mehr als die Hälfte aller Befragten des VDI Themenradar Automobil aus

Die Umfrage des VDI Themenradars Automobil im Oktober, hat nachgefragt wie die Öffentlichkeit die Rolle des Antriebsstrangs in zukünftigen (Nutz-)Fahrzeugen sieht. Dabei hat sich ergeben, dass 51,5 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass die Rolle des Antriebsstrangs genauso wie heute bleiben wird und neue Assistenzsysteme zu besserer Effizienz im Antriebsstrang beitragen werden.


Themenpate Dr. Rolf Döbereiner berichtet über und kommentiert das VDI Themenradar Automobil von Oktober 2014 (Bild: VDI Wissensforum GmbH)

Von einer höheren Relevanz des Antriebsstrangs und somit einer Steigerung der Anforderungen an die CO2-Effizienz - so dass ein optimiertes Gesamtsystem erforderlich sein wird - gehen 37,7 Prozent aus. Nur 10,8 Prozent der Teilnehmer der Umfrage sind überzeugt, dass die Rolle des Antriebsstrangs geringer sein wird und der Fokus auf Assistenzsystemen und elektrischer Antriebstechnik liegen wird.

„Das Umfrageergebnis zeigt, dass die Mehrheit der Teilnehmer davon ausgeht, dass der Antriebsstrang auch bei der zunehmenden Vernetzung von Fahrzeugen bis hin zum autonomen Fahren eine wichtige Rolle spielt“, erklärt Dr. Rolf Döbereiner, Vizepräsident von MAN Truck & Bus. „Das ist auch meine Meinung: Vernetzung und fremdgesteuerte automobile Fortbewegung können ein Beitrag sein, den Kraftstoffverbrauch und damit CO2-Emissionen weiter zu senken. Ursächlich für die Emissionen ist jedoch die Energiebereitstellung – sei es aus fossilen Energieträgern im Verbrennungsmotor oder aus Kraftwerken, die den universellen Energieträger Strom erzeugen.“

Döbereiner ist davon überzeugt, dass der Aufbau und die Effizienz des Antriebsstrangs, der diese Energie wandelt und als mechanische Energie auf die Straße bringt, wichtig sind. Entscheidend für die ressourcenschonende Auslegung und Technologieauswahl ist auf der einen Seite das Einsatzprofil – und dieses ist durch Technologien wie dem autonomen und vernetzen Fahren beeinflussbar – als auch auf der anderen Seite die ganzheitliche Bewertung der Emissionen „Well-to-Wheel“, also von der Energiequelle bis zum Rad. „Und hier darf selbstverständlich auch der Energieaufwand für Infrastruktur, Vernetzung, Steuerung und Verkehrserfassung nicht vergessen werden“, so Döbereiner. „Zukünftige (Nutz-)Fahrzeuge werden demnach je nach Einsatzprofil unterschiedliche Antriebsstränge aufweisen. Die Zukunft liegt also bei einer breiten Diversifikation bezüglich der Effizienz optimierter Antriebsstränge, die auch Informationen aus dem Umfeld sinnvoll nutzen.“

„Die Zukunft wird zeigen, dass auch hier die Entwicklung nicht stehen bleibt“, so Döbereiner. Elektro- und Hybridantriebe, konventionelle Motoren oder auch alternative Kraftstoffe eröffnen eine breite Varianz, die jeweils ihren Platz beziehungsweise Nische im Markt finden werden. „Der Motor, sei es E-Motor oder Verbrennungsmotor, das Getriebe und die Achsübersetzung müssen hier jeweils auf die spezifischen Anforderungen abgestimmt sein“, erklärt Döbereiner. Im Pkw-Segment führt das Streben nach höherer CO2-Effizienz zum Downsizing hin zu kleinen Hubräumen, geringen Zylinderzahlen und hoher Aufladung, immer häufiger unterstützt durch Elektromotoren. Diese kommen sowohl bei den Nebenaggregaten wie Kühlmittelpumpe, Lenkhelfpumpe oder Schmierstoffversorgung zum Einsatz als auch bei Hauptkomponenten wie elektrischen Abgasturboladern. Weitere Ausbaustufen sind dann die Integration von Elektromotoren in den Hauptdrehmomentfluss als Hybridantriebe, plug-in-Hybride bis hin zum reinen Elektrofahrzeug mit (oder auch ohne) Range Extender.

Döbereiner fasst zusammen: „Die Trends der Zukunft erscheinen klar: Eine weitere Reduktion der Emissionen, eine Zunahme der Varianz im Antriebsstrang und eine immer diffizilere vorausschauende Regelung der Aggregate treibt uns voran. Der Antriebsstrang bleibt hier im Fokus der Entwicklung. Auf die nächsten Evolutionssprünge können wir uns also alle freuen.“

Die aktuelle Umfrage des VDI Themenradar Automobil im November befasst sich mit den Vertriebswegen der Elektromobilität und ist unter anderem auf www.vdi.de/autokat  zu finden.

Über die VDI Wissensforum GmbH
Die VDI Wissensforum GmbH mit Sitz in Düsseldorf gehört zur Unternehmensgruppe des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und ist seit mehr als 50 Jahren der führende Weiterbildungsspezialist für Ingenieure, für Fach- und Führungskräfte im technischen Umfeld. Es vermittelt das Wissen aus allen automobilrelevanten Technikdisziplinen und bietet eine umfassende Themenvielfalt rund um die Fahrzeugindustrie. Fragen zu aktuellen Antriebsaggregaten, zur Fahrzeugelektronik und Fahrerassistenzsystemen stehen im Fokus neben Themen wie Anforderungen zur Fahrzeugsicherheit, Komfortoptimierung oder auch Lösungen zur CO2-Reduktion und Nachhaltigkeit des Automobils. Das Unternehmen bietet eines der größten Automobilindustrie-Netzwerke mit weltmarktführenden Herstellern, Zulieferern und Dienstleistern sowie international renommierten Wissenschaftlern. Die Veranstaltungen der VDI Wissensforum GmbH sind unverzichtbar für die Automobilindustrie.

Jennifer Rittermeier | VDI Wissensforum GmbH
Weitere Informationen:
http://www.vdi-wissensforum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie