Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diät hilft gegen Kopfschmerz bei übergewichtigen jungen Frauen

02.09.2010
Eine strikte Diät kann übergewichtigen jüngeren Frauen mit einer bestimmten Kopfschmerzerkrankung helfen. Dabei handelt es sich um die so genannte idiopathische intrakranielle Hypertension – ein Krankheitsbild, das durch einen erhöhten Gehirnwasserdruck gekennzeichnet ist und vorwiegend übergewichtige Frauen betrifft.

Für die Patienten geht die Erkrankung mit Kopfschmerzen, Sehstörungen und Ohrgeräuschen einher. Wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie laut einer Studie im British Medical Journal berichtet, können die Symptome sehr gut durch eine strikte kalorienreduzierte Diät gelindert werden.

„Damit ist die Wirksamkeit der wichtigsten Behandlungsstrategie, nämlich der Gewichtsreduktion, endlich durch eine kontrollierte Therapiestudie unterstützt“, erklärt die Münchener Neurologin PD Dr. Stefanie Förderreuther von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (www.dmkg.de).

„Die Studie kommt zur rechten Zeit“, bekräftigt Förderreuther. „Da Übergewicht und Adipositas in der Bevölkerung zunehmen, muss man auch von einer steigenden Zahl von Patientinnen mit idiopathischer intrakranieller Hypertension ausgehen.“ Nach diesen Ergebnissen ist es gerechtfertigt, dass Betroffene eine begleitende ernährungs-medizinische Beratung und Behandlung erhalten. Ob auch geringere Gewichtsabnahmen zu ausreichenden Therapieeffekten führen, müssten allerdings weitere Studien klären.

Die Ergebnisse im Detail
25 Patientinnen mit einem BMI (Body-Mass-Index) von mehr als 25 und intrakraniellem Hochdruck nahmen über drei Monate an einer stark kalorienreduzierten Diät von nur 425 Kilokalorien pro Tag teil. Nur zwei brachen die Studie ab, weil sie die Diät nicht einhalten konnten; zwei weitere Patientinnen erschienen nicht zu Folgeuntersuchungen. Damit war die Drop-out-Rate deutlich geringer, als zu erwarten.

Durch das rigide Ernährungsprogramm konnte bei allen Patientinnen eine erhebliche Gewichtsreduktion von im Durchschnitt 15,7 Kilo –das entspricht 15,5 Prozent des Körpergewichts– erzielt werden. Dies ging mit einer signifikanten Abnahme des intrakraniellen Drucks einher. In der Folge hatten die Patientinnen seltener Kopfschmerzen und verzeichneten überdies eine Abnahme der Kopfschmerzintensität. In standardisierten augenärztlichen Kontrollen konnte zudem ein signifikanter Rückgang der Stauungspapillen dokumentiert werden. Auch nach Beendigung der Diät blieben die Befunde über einen weiteren Beobachtungszeitraum von drei Monaten stabil.

Quelle
Digre KB., Idiopathic intracranial hypertension, BMJ. 2010;341:c2701
Fachlicher Kontakt bei Rückfragen
PD Dr. Stefanie Förderreuther
Ludwig-Maximilians-Universität München
Klinikum Großhadern
Marchioninistr. 15
81377 München
Tel. ++ 49 89 5160 2459
Fax ++ 49 89 5160 4915
sfoerder@med.uni-muenchen.de
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 6500 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist die Bundeshauptstadt Berlin.
Geschäftsstelle
Deutsche Gesellschaft für Neurologie
Reinhardtstr. 14
10117 Berlin
Tel: +49 (0)30- 531437-930
Fax: +49 (0)30- 531437-939
E-Mail: info@dgn.org
1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Heinz Reichmann
2. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Günther Deuschl
3. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Wolfgang Oertel
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter
Ansprechpartner für die Medien
Frank A. Miltner, Tel: +49 (0)89-461486-22
E-Mail: presse@dgn.org
Pressesprecher der DGN:
Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen

Frank A. Miltner | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgn.org
http://www.dgn.org/pressemitteilungen/diaet-gegen-kopfschmerz.html

Weitere Berichte zu: Abnahme DGN Diät Gewichtsreduktion Kopfschmerz Neurologie hypertension

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE