Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diabetes Typ 2: Erste umfassende Analyse zur Versorgungsqualität

19.11.2008
Menschen mit Typ-2-Diabetes mellitus werden von Hausärzten ausreichend mit Insulin und Medikamenten gegen zu hohen Blutzucker behandelt. Dabei gibt es keine Unterschiede zwischen gesetzlich und privat Versicherten.

Dies zeigt eine deutsche Langzeitstudie zur Versorgungsqualität von Patienten mit Diabetes Typ 2. Die Untersuchungen zeigen jedoch auch, dass beide Gruppen zu selten Medikamente erhalten, die sie vor den Spätfolgen der Zuckerkrankheit schützen.

Diese zu verhindern kann und sollte neben der Blutzuckersenkung Ziel jeder Diabetes-Therapie sein, so die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG).

In der ROSSO-Studie wurden knapp 3300 Patienten mit Diabetes Typ 2 aus 192 zufällig ausgewählten Arztpraxen über durchschnittlich 6,5 Jahre beobachtet.

Ein erfreuliches Ergebnis der Studie ist, dass Hausärzte und Internisten keinerlei Unterschiede zwischen Privat- und Kassenpatienten machen. Sowohl bei den Untersuchungen als auch in der Therapie werden alle gleich behandelt. Das gilt im Guten, wie beim HbA1c-Wert und der langfristigen Blutzuckerkontrolle, als auch im Schlechten. Die Studie ergab nämlich, dass viele Behandlungen, die die Patienten vor den langfristigen Folgen des Diabetes schützen könnten, zu selten durchgeführt werden.

Zu diesen Folgen zählen unter anderem Herzinfarkt und Schlaganfall. Medikamente gegen zu hohe Blutdruck- oder Cholesterinwerte können das Risiko senken. Doch nicht alle Patienten erhalten diese Mittel. Selbst wenn es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall gekommen ist, erhalten nur etwa 20 Prozent der Betroffenen in den ersten Jahren danach eine entsprechende Therapie.

Gute Ergebnisse zeigt die Studie bei der langfristigen Blutzuckerkontrolle. Das wichtigste Qualitätsmerkmal ist der so genannte HbA1c-Wert. Er sollte drei bis viermal pro Jahr kontrolliert werden, so fordern es seit Jahren die ärztlichen Leitlinien. Die ROSSO-Studie zeigt, dass sich die deutschen Hausärzte nur bei 20 bis 50 Prozent der Patienten an diese Vorgabe halten. Dennoch gelingt es ihnen, den HbA1c-Wert bei ihren Patienten im Verlauf der Therapie zu verbessern. Für Studienleiter Professor Stephan Martin vom Sana Krankenhaus Gerresheim in Düsseldorf und seine Kollegen ist dies eine positive Überraschung, da sich der HbA1c-Wert im Verlauf der Diabeteserkrankung häufig verschlechtert.

Quelle:
Veröffentlichung zu den Ergebnissen der ROSSO (Retrospective Study "Self-monitoring of Blood Glucose (SMBG) and Outcome in patients with Type 2 Diabetes) - Studie:
S. Martin et al.:
Analyse der Versorgungsqualität bei Typ-2-Diabetes bei gesetzlich und privat versicherten Patienten.
Dtsch med Wochenschr 2008; 133: 2143-2150
DOI: 10.1055/s-0028-1091254
Ihr Kontakt für Rückfragen:
Pressestelle DDG
Beate Schweizer
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167
Schweizer@medizinkommunikation.org

Beate Schweizer | idw
Weitere Informationen:
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

moove und Sony Lifelog machen mobil

17.01.2017 | Unternehmensmeldung

Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

17.01.2017 | Physik Astronomie

Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?

17.01.2017 | Geowissenschaften