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Diabetes: Enteroviren spielen entscheidende Rolle

06.03.2009
Ergebnisse machen Hoffnung auf neuen Impfstoff

Ein verbreitetes Virus könnte der Auslöser für die Entstehung von zahlreichen Diabeteserkrankungen, vor allem in Großbritannien, sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Peninsula Medical School und der University of Brighton.

Spuren des Enterovirus wurden im Gewebe der Bauchspeicheldrüsen von 60 Prozent der Kinder mit Typ-1-Diabetes nachgewiesen. Bei gesunden Kindern war ein Nachweis nur in sehr wenigen Fällen möglich. Zusätzlich verfügten auch 40 Prozent der Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes über Anzeichen einer Infektion in den insulinproduzierenden Zellen. Die im Fachmagazin Diabetologia veröffentlichte Studie ermöglicht die Entwicklung eines neuen Impfstoffes.

Obwohl genetische Faktoren eine entscheidende Rolle beim Diabetesrisiko spielen, müssen auch umweltbedingte Faktoren berücksichtigt werden. Ein Virus als Ursache für Diabetes wird von der Wissenschaft seit Jahrzehnten für möglich gehalten. Die aktuelle Studie wurde durch den Pathologen Alan Foulis ermöglicht, der 25 Jahre lang Gewebeproben von Kindern aus dem ganzen Land sammelte, die weniger als zwölf Monate nach der Diagnostizierung von Typ-1-Diabetes starben. Foulis ging davon aus, dass Enteroviren, eine verbreitete Virenfamilie, die Symptome wie Erbrechen und Durchfall verursacht, nachweisbar sein müssten. Bis vor kurzem standen die technischen Möglichkeiten für diesen Nachweis jedoch noch nicht zur Verfügung. Gemeinsam mit den Kollegen der beiden Universitäten konnte jetzt der Nachweis der Viren bei den Proben von 72 verstorbenen erkrankten Kindern und Proben von 50 gesunden Kindern durchgeführt werden.

Bei jenen Diabetikern, die Anzeichen des Virus aufwiesen, war es vor allem in den insulinproduzierenden Beta-Zellen nachweisbar. Die Wissenschaftler nehmen laut BBC an, dass bei Kindern mit einer genetischen Prädisposition für Typ-1-Diabetes eine Infektion mit Enteroviren jene Immunreaktion auslösen kann, die zu einer Erkrankung führt. Bei Typ-2-Diabetes gehen sie davon aus, dass die Infektion die Fähigkeit der Zellen Insulin zu bilden beeinträchtigt. Bei den häufig stark übergewichtigen Betroffenen könnte der größere Insulinbedarf ausreichend sein um zu einer Erkrankung zu führen.

Eine zweite in Science veröffentlichte Studie der University of Cambridge hat vier seltene Mutationen eines Gens nachgewiesen, die das Risiko, an Typ-1-Diabetes zu erkranken, verringern. Auch damit wird die Viren-Theorie unterstützt, da das entscheidende Gen eine Rolle bei der Immunreaktion auf eine Infektion mit Enteroviren spielt. Es gibt 100 verschiedene Stämme dieser Viren. Damit eines Tages ein Impfstoff entwickelt werden kann, muss erst erforscht werden, welche Arten beteiligt sind.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pms.ac.uk/pms
http://www.brighton.ac.uk

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