Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland gehen die Ingenieure aus

17.03.2011
Aktuelle Studie des Stifterverbandes und der Nixdorf-Stiftung bestätigt Fachkräftemangel, zeigt aber auch Wege aus der Krise

Im Jahr 2009 haben rund 53.000 junge Leute einen Ingenieurabschluss an einer deutschen Hochschule erworben. Die aktuellen Absolventenzahlen liegen damit kaum über dem Niveau des letzten Ingenieurhochs Mitte der 1990er Jahre. Dagegen sind die Absolventenzahlen insgesamt im Zeitraum von 1995 bis 2009 um fast die Hälfte angewachsen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Heinz Nixdorf Stiftung (Pascal Hetze: Nachhaltige Hochschulstrategien für mehr MINT-Absolventen, Edition Stifterverband, Essen 2011 (2. aktualisierte Auflage)).

Die sog. MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) verlieren relativ an Attraktivität. Der Anteil der Ingenieure an allen Hochschulabsolventen sank von 25 Prozent in den 1980er und 1990er Jahren auf aktuell nur noch 16 Prozent. „Das ist ein Alarmsignal“, warnt Arend Oetker, der Präsident des Stifterverbandes, „denn fehlender Nachwuchs im MINT-Bereich gefährdet den Forschungsstandort Deutschland.“

Mitverantwortlich dafür sind hohe Abbrecherquoten. So beenden im Schnitt 40 Prozent der Studienanfänger ihr MINT-Studium nicht im Vergleich zu einem Viertel in den Sprach- und Kulturwissenschaften oder in den Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. In kaum einem anderen Fach ist die Abbrecherquote höher. Durch eine Halbierung der Schwundquote könnte der prognostizierte Bedarf an zukünftigen Fachkräften nach Einschätzung von Studienautor Pascal Hetze nahezu gedeckt werden.

Anhand guter Beispiele aus der Praxis zeigt die neue Studie Wege auf, wie Hochschulen in den MINT-Fächern mehr Studienanfänger und einen größeren Studienerfolg bei geringeren Studienabbruchquoten erreichen können. Dazu gehören Mentorenprogramme, mehr Praxiseinbindung im Studium, bessere Kooperationen zwischen Schule, Hochschule und Wirtschaft - bis hin zu der besonderen Ansprache von Jugendlichen mit bildungsfernem Hintergrund sowie MINT-Konzepten für Fernsehserien.

Bibliografische Angaben:
Pascal Hetze: Nachhaltige Hochschulstrategien für mehr MINT-Absolventen
Hrsg. vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
und von der Heinz Nixdorf Stiftung
28 Seiten
Edition Stifterverband, Essen 2011 (2. aktualisierte Auflage)
ISBN: 978-3-922275-31-2
Download hier:
http://www.stifterverband.info/publikationen_und_podcasts/positionen
_dokumentationen/mint_hochschulstrategien_2011/
Pressekontakt:
Frank Stäudner
Leiter Kommunikation und Presse
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Tel.: (0201) 8401-158
E-Mail: frank.staeudner@stifterverband.de

Frank Stäudner | idw
Weitere Informationen:
http://www.stifterverband.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie