Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche wünschen sich intelligentere Städte

18.01.2011
Beim Ausbau moderner und energieeffizienter Städte sehen Verbraucher neben Forschungseinrichtungen und Kommunen vor allem Energieversorger in der Pflicht

Vier von fünf Verbrauchern in Deutschland (84%) befürworten den intelligenten Aus- und Umbau von Städten und wollen am liebsten keine Zeit verlieren: Eine deutliche Mehrheit (61%) wünscht sich eine rasche Implementierung binnen zwei bis fünf Jahren.

Die Planungs- und Umsetzungshoheit soll dabei auf den Schultern von Forschung, Politik und Energieversorgern ruhen, bei Letzteren allerdings nicht ohne Vorbehalte: Zwar fordern drei Viertel (75%) der Befragten von den Versorgern deutlich mehr Engagement beim Thema intelligente Städte, befürchten aber zugleich, deren Handeln könne weit mehr vom Eigen- als vom Allgemeininteresse gelenkt sein. Dabei sind die Erwartungen der Deutschen an die "intelligente Stadt" durchaus hoch gesteckt:

Deutliche Verbesserungen werden vor allem in den Bereichen Energieeffizienz, wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit, Umweltschutz und Lebensqualität erwartet. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Studie, für die der Managementberatungs-, Technologie-und Outsourcing-Dienstleister Accenture in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Forsa 1.000 Verbraucher in Deutschland befragt hat.

Eine effizientere Steuerung und die damit einhergehende Senkung von Energieverbrauch und -kosten stehen ganz oben auf dem Wunschzettel der Befürworter (88%). Auch die Hoffnung auf eine gesicherte wirtschaftliche Zukunft durch den Ausbau und Erhalt von Arbeitsplätzen eint die Befragten beinahe ausnahmslos (86%). Darüber hinaus soll eine intelligente Verkehrssteuerung (88%) helfen, Staus zu vermeiden und den öffentlichen Nahverkehr weiter zu flexibilisieren. Auch erhöhte Erwartungen an den Umweltschutz werden mit dem Konzept der intelligenten Stadt verbunden. Vier von fünf Befragten (82%) hoffen auf optimierte Recyclingsysteme und verbesserte Luftqualität. Die intelligente Stadt soll dank optimierter Prozesse und reduzierter Wartezeiten zudem bürgerfreundlicher werden. 80 Prozent der befragten Verbraucher wünschen sich eine derart erhöhte Lebensqualität.

Doch die Vorfreude auf die Stadt der Zukunft ist nicht gänzlich
ungetrübt: Über 80 Prozent befürchten Beeinträchtigungen ihres täglichen Lebens, sei es durch erhöhtes Bauaufkommen und entsprechende Lärmbelästigung (80%) oder schlicht durch unvermeidbare Änderungen ihrer bisherigen Lebensgewohnheiten (84%). Jeder zweite Befragte äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Sicherheit personenbezogener Daten (58%). Außerdem treibt die Sorge um steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten immerhin noch 42 Prozent der Bevölkerung um.

"Von einem Sinken der Energiepreise als einem unmittelbaren Effekt auszugehen, ist sicher unrealistisch. Dafür sind die notwendigen Investitionen und damit die Kosten der Investoren in der Anschubphase zu hoch", sagt Stephan Werthschulte, Geschäftsführer im Bereich Energieversorgungswirtschaft bei Accenture. "Einsparungen im Verbrauch werden aber über private Investitionen in intelligente Endgeräte und Lösungen auch kurzfristig möglich sein. Der Markt wird zudem neue Anbieter hervorbringen, die mit cleveren Nischenprodukten weitere Optimierungsmöglichkeiten erschließen werden. Die Erfahrungen aus internationalen Pilotprojekten, etwa Málaga oder Boulder (Colorado, USA), zeigen, dass eine Reduktion des Gesamtenergiebedarfs in einer Größenordnung von zehn bis 20 Prozent machbar ist. Aber die Vision der intelligenten Stadt auf punktuelle Einspareffekte reduzieren zu wollen, greift klar zu kurz. Es geht um nicht weniger als den umfassenden Umbau der historisch gewachsenen Strukturen unserer Volkswirtschaft. Ziel ist es, in allen Sektoren einen nachhaltigen, effizienten und intelligenten Einsatz von Energie fest zu verankern und den Energieverbrauch pro erwirtschaftetem Euro zu minimieren. Diese Entwicklung ist letztlich alternativlos für den dauerhaften Erhalt unserer Wettbewerbsfähigkeit."

Energieversorger in der Pflicht

Ein Großteil der Verbraucher begreift die Verwirklichung der intelligenten Stadt vorrangig als Aufgabe der regional oder bundesweit tätigen Energieversorger. Dabei ist der Vertrauensvorschuss der Verbraucher in regionale Energieunternehmen größer als in bundesweite Anbieter. Ebenfalls als Kompetenzpartner wahrgenommen werden Universitäten und Forschungseinrichtungen (55%), Verwaltung und Politik (51%) und IT-Unternehmen (31%).

Versorger: Kompetent, aber sie müssen Verbrauchervertrauen steigern

Zwar erkennt fast jeder zweite Bürger die grundsätzliche Zuständigkeit (41%) und Ressourcenstärke (44%) der Versorger an. Aber Stromverkaufen und Stromsparen sind schwer in Einklang zu bringen. Vier von fünf Deutschen (80%) halten diesen Interessenskonflikt für problematisch. Zwei Drittel (64%) zweifeln sogar offen an, dass seitens der großen Versorger ernstes Interesse an einer Reduktion des Energieverbrauchs besteht. Deren bisheriges Engagement für die Verwirklichung einer intelligenten Stadt halten drei Viertel der Befragten (75%) zudem für unzureichend. Für über die Hälfte der Verbraucher (54%) sind stabile oder sinkende Strompreise dabei das Zukunftsthema Nummer eins, gefolgt vom weiteren Ausbau erneuerbarer Energien (38%) und intelligenter Stromnetze (33%), dem Einbau intelligenter Stromzähler (30%), Energieberatungsleistungen (29%) und Unterstützung bei der energieeffizienten Gebäudemodernisierung (30%).

"Den Regionalversorgern und Stadtwerken ist es gelungen, sich im Zuge der Marktliberalisierung bei den Verbrauchern ein Stück weit als Alternative zu den 'big four' zu positionieren", sagt Stephan Werthschulte. "Von diesem Bonus zehren sie noch. Im Hinblick auf die Herausforderungen, die das Konzept der intelligenten Stadt mit sich bringt, reicht es aber nicht, günstig Strom zu verkaufen und Kundennähe zu leben. Hier braucht es Ausdauer und den Willen zum Wandel, denn sicher ist: Es wird erst einmal teuer. Nicht alles, was technisch möglich ist, lässt sich heute in einen tragfähigen Business Case fassen. Wer die neue Energiewelt vor Ort aktiv gestalten will, hat zwei Möglichkeiten: Entweder er spezialisiert sich, treibt ein oder einige Themen gezielt voran und positioniert sich so in dieser Nische. Oder er entwickelt eine Vision, die alle Wertschöpfungsstufen einer intelligenten Stadt berücksichtigt. Der zweite ist sicherlich nicht der schnelle Weg zur maximalen Rendite, und dieser große Wurf kann nur gelingen, wenn sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen - ohne Kooperationen geht es nicht."

Über die Studie:

Für die repräsentative Studie "Intelligente Stadt" hat Accenture in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Forsa bundesweit

1.002 Verbraucher im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragt.

Unter dem Begriff der "intelligenten Stadt" wird die Idee verstanden, den CO2-Ausstoß zu verringern, mehr erneuerbare Energien einzusetzen, die Verkehrs- und Telekommunikationsnetze zu verbessern und die Städte insgesamt zukunftsfähiger, sicherer und komfortabler zu machen. So hat etwa die "Smart City Amsterdam" sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe energieeffizienter Häuser und intelligenter Stromzähler den Energieverbrauch deutlich zu verringern. Es werden Stadtbusse mit Elektroantrieb eingesetzt, die Straßenbeleuchtung wird mit Energiesparlampen ausgestattet, und der öffentliche Nahverkehr wird ausgebaut. Außerdem sollen in einer "intelligenten Stadt" die Bürger besser einbezogen werden, zum Beispiel. indem sie Probleme direkt per Handy oder Smartphone an die Stadtverwaltung melden können oder besser über geplante Projekte informiert werden.

Über Accenture:

Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister. Das Unternehmen bringt umfassende Projekterfahrung, fundierte Fähigkeiten über alle Branchen und Unternehmensbereiche hinweg und Wissen aus qualifizierten Analysen der weltweit erfolgreichsten Unternehmen in eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ein. So schafft Accenture für seine Kunden nachhaltigen Markterfolg. Das Unternehmen beschäftigt rund 211.000 Mitarbeiter, die in 120 Ländern für unsere Kunden tätig sind, und erwirtschaftete im vergangenen Fiskaljahr (zum 31. August 2010) einen Nettoumsatz von 21,6 Mrd. US-Dollar.

Pressekontakt:
Mirko Alexander Lück
Accenture
Campus Kronberg 1
D-61476 Kronberg im Taunus
Telefon +49 6173 94 65844
Mobil +49 175 57 65844
mirko.lueck@accenture.com

Mirko Alexander Lück | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.accenture.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive