Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Energie- und Klimapolitik kann Wachstum und Beschäftigung schaffen

10.12.2008
Im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Poznan stellen das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) die Studie "Investitionen für ein klimafreundliches Deutschland" vor.

Von stringenter Energie- und Klimapolitik können demnach positive Impulse für Wachstum und Beschäftigung ausgehen. Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen fördern die Innovationsfähigkeit und stärken Deutschlands führende Position bei vielen Effizienz- und Klimaschutztechnologien.

Die Bundesregierung hat im August 2007 das Integrierte Energie und Klimapaket beschlossen. Die Umsetzung der darin enthaltenen 29 Maßnahmenpakete soll zur Erreichung einer CO2-Einsparung in Deutschland von -35% bis 2020 gegenüber 1990 führen. Ein Konsortium aus Fraunhofer-ISI, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der BSR Sustainability, dem European Climate Forum, der Swisscanto, dem Ökozentrum Nordrhein Westfalen und der Münchner Rückversicherung hat in der Studie "Investitionen für ein klimafreundliches Deutschland" die Einsparwirkung abgeschätzt und die Maßnahmen ergänzt, um eine zusätzliche Einsparung der Treibhausgase von 5 % auf -40% im gleichen Zeitraum zu erzielen.

Abschließend wurde die Wirkung auf Beschäftigung und Wirtschaftswachstum für Deutschland quantifiziert. Das Besondere der ISI-Studie ist die Verknüpfung von Technikfolgenabschätzung (bottom-up Analyse) mit der gesamtwirtschaftlichen Bewertung. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel wird die Ergebnisse der Studie am 11. Dezember 2008 auf der 14. UN-Klimakonferenz in Poznan in die Diskussion einbringen.

Die zentralen Erkenntnisse der Fraunhofer-Studie lauten: eine stringente Energie- und Klimapolitik leistet einen positiven Wachstumsimpuls. Bis 2020 kann das Bruttoinlandsprodukt um über 70 Mrd. € gesteigert werden und zusätzliche Beschäftigung für rund eine halbe Million Menschen in Deutschland geschaffen werden. Möglich wird dies durch eine Steigerung der deutschen Nettoinvestitionsquote - die im internationalen Vergleich bei rund der Hälfte des EU- bzw. US-Wertes liegt - durch zusätzliche Investitionen in effiziente Energieerzeugungsanlagen, Entwicklung der erneuerbaren Energien, Dämm- und Heiztechnikverbesserung in Gebäuden und Effizienzsteigerungen im Verkehr. In diesen Bereichen werden zusätzliche Investitionen von rund 30 Mrd. € jährlich ausgelöst und führen zu deutlichen Senkungen der Energiekosten bei Industrie, Dienstleistungen und Haushalten von -5 bis 15% in 2020 und -10% bis -25% in 2030. Bei moderaten fossilen Energiepreisen führt dies zu einer Einsparung der Energieimporte von 20 Mrd. € in 2020 und 35 Mrd. € in 2030.

Eine solche Energie- und Klimapolitik fördert Innovationen und stärkt Deutschlands führende Position bei vielen Effizienz- und Klimaschutztechnologien. Durch ihre positive ökonomische Wirkung ist sie geeignet Kernbestandteil eines Konjunkturprogramms zu sein, das gleichzeitig die Konjunktur stabilisiert, das Wachstum antreibt und dem Klimaschutz dient.

Studien zur Meldung:

Fraunhofer-ISI, Forschungszentrum Jülich, Öko-Institut, CEPE ETH-Zürich (2008): Wirtschaftlicher Nutzen des Klimaschutzes. Bericht im Auftrag des Umweltbundesamtes - Texte zu Climate Change 14/08. http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3517.pdf

Jochem E., Jäger C., Schade W., Köwener D. et al. (2008): "Investitionen für ein klimafreundliches Deutschland". Endbericht des KlimInvest 2020 Projektes im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. http://www.kliminvest.net/download/endbericht.pdf.

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Wolfgang Schade, Tel.: 0721 6809 353
E-Mail: wolfgang.schade@isi.fraunhofer.de
Prof. Eberhard Jochem, Tel.: 0721 6809 169
E-Mail: eberhard.jochem@isi.fraunhofer.de
Dr. Wolfgang Eichhammer, Tel.: 0721 6809 158
E-Mail: wolfgang.eichhammer@isi.fraunhofer.de

Dino Trescher | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3517.pdf
http://www.kliminvest.net/download/endbericht.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Wirkstoffe aus dem Baukasten: Design und biotechnologische Produktion neuer Peptid-Wirkstoffe

13.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Analyse komplexer Biosysteme mittels High-Performance-Computing

13.12.2017 | Informationstechnologie