Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Automobilindustrie unter Innovationsdruck

07.08.2008
Experte sieht Investitionen der Zulieferer als zwingend erforderlich

"Die massiv angestiegenen Rohstoffkosten haben die Perspektiven für die deutsche Automobilindustrie eingetrübt. Wer im Zuge der Klimadebatte und hoher Kraftstoffpreise als Automobilhersteller auch künftig ein Mitspracherecht auf dem Markt haben möchte, kommt um Innovationen, Kooperationen und nicht zuletzt Investitionen nicht herum."

Mit dieser Einschätzung fasst Peter Fuß, Partner bei der globalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, die Ergebnisse der heute, Donnerstag, präsentierten Erhebung über die Zukunft des Automobilstandorts Deutschland im Gespräch mit pressetext zusammen. Wegen der hohen Rohstoff- und Energiepreise, die bereits 87 Prozent der Automobilzulieferer stark zu schaffen machen, stehe der deutsche Markt unmittelbar vor einer Neuorientierung, die sich in einer Konsolidierungswelle samt Marktbereinigungstendenzen niederschlagen wird.

Bei der Datenauswertung unter 150 deutschen Automobilzulieferern kommen die Experten zu dem Schluss, dass nicht alle Unternehmen der Fuß zufolge "technologischen Neuorientierung in der Automobilbranche" gewachsen sein werden. "Hierbei werden es nur diejenigen schaffen, die die Weiterentwicklung von Technologien zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und der Reduzierung bzw. Vermeidung von Emissionen begleiten.

Antriebstechnologien, die zum Beispiel auf alternativen Kraftstoffen basieren, machen jedoch Investitionen erforderlich, die viele Zulieferer auf den Prüfstand stellen", sagt Fuß auf Nachfrage von pressetext. Laut dem Insider werde es ein "weiter so" für Automobilzulieferer in Zukunft nicht geben. Angesichts dieser Entwicklungen werden die Fahrzeughersteller somit neue Anforderungen an die Technologiekompetenz und die Investitionsbereitschaft der Zulieferer stellen.

Obwohl die Margen von Automobilherstellern sowie Zulieferern tendenziell sinken, müssen die Unternehmen trotzdem genug Finanzkraft aufbringen, um aus eigener Kraft oder mittels Kooperationen oder Zukäufen die neuen Zukunftstechnologien zu entwickeln und anzubieten. "Den Unternehmen, die jetzt investitionsbezogen den Anschluss verpassen, wird schnell das Aus drohen", so Fuß. Als erste Folge aus dieser sich abzeichnenden Situation wird sich der kostenbedingte Aufbau von Produktionskapazitäten im Ausland in den kommenden Jahren erheblich verlangsamen. Noch vor zwei Jahren plante noch jeder zweite deutsche Zulieferer, im Ausland Produktionskapazitäten aufzubauen. Mittlerweile beabsichtigt nur noch jedes vierte Unternehmen entsprechende Pläne in die Tat umzusetzen. Laut Fuß machen die steigenden Energiepreise eine Produktion im Ausland - sofern diese in erster Linie das Ziel verfolgt, den westeuropäischen Markt zu beliefern - zunehmend unrentabel.

Vielmehr würden Logistikkosten und Probleme bei Qualität und Flexibilität einen erheblichen Teil der Kosteneinsparung wieder auffressen. Der Kostenvorteil in CEE sei in den letzten Jahren angesichts steigender Arbeitskosten bei einer gleichzeitig sehr zurückhaltenden Entwicklung in Deutschland deutlich gesunken. Auf der Herstellerseite ist derzeit allerdings kaum ein Nachlassen der Internationalisierungsdynamik festzustellen. Dementsprechend investieren zahlreiche Hersteller gegenwärtig in neue Auslandsstandorte.

So wird sich Osteuropa Fuß zufolge auf mittlere Sicht als die Region entpuppen, die auf die deutschen Zulieferer die größte Anziehungskraft ausüben wird. Die Zahlen verdeutlichen diesen Trend, da 15 Prozent aller Zulieferer planen, Investitionen in Osteuropa - und hierbei vor allem in Polen und der Slowakei - zu tätigen. Aber auch Russland und China (je sieben Prozent) erfreuen sich ebenso wie Indien (fünf Prozent) zunehmender Beliebtheit.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ey.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics