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Deutlicher regionaler Rückgang der Biomasse in der Tiefsee bis 2100

17.01.2014
Eine internationale wissenschaftliche Studie, unter Mitwirkung des Labors für Klima- und Umweltwissenschaften (LSCE) [1], quantifiziert anhand von Klimamodellen der letzten Generation erstmals den zu erwartenden regionalen Rückgang der Biomasse in der Tiefsee.

Die Studie zeigt, dass selbst die unzugänglichsten Ökosysteme der Tiefsee nicht von den Auswirkungen des Klimawandels verschont bleiben, und dass sich ihre Biomasse voraussichtlich stark verringern wird.

Es wird geschätzt, dass die Biomasse der Organismen, die die Ozeanböden besiedeln, im Laufe dieses Jahrhunderts um fast 38% im Nordatlantik und um etwa 5% in den Weltmeeren insgesamt abnehmen wird. Diese Abnahme wird durch eine Reduzierung des Nahrungsmittelangebots an der Meeresoberfläche erklärt.

Die Verringerung der Biomasse betrifft insbesondere Gebiete mit hoher Artenvielfalt, wie einige Schluchten und unterseeische Berge. Es wird befürchtet, dass diese Veränderungen nicht nur die Meeresökosysteme völlig verändern könnten. Diese Ergebnisse wurden am 31. Dezember 2013 auf der Webseite der Global Change Biology veröffentlicht.

Die Studie basiert auf der neuesten Generation von Klimamodellen. Sie stützt sich dabei insbesondere auf das am Institut Pierre-Simon Laplace entwickelte Modell, mit dem die Veränderungen im Lebensmitteltransport von der Meeresoberfläche zum Meeresboden bewertet werden. Aus Klimasimulationen gewonnene Prognosen wurden mit empirischen Relationen zwischen Nahrungsaufnahme und Biomasse am Meeresboden kombiniert, um so die Entwicklung der Biomasse abschätzen zu können.

Globale Verteilung der Biomasseänderungen der Tiefseefauna. Der Rückgang der Biomasse zwischen heute und 2100 wird in Prozent angegeben. Quelle: CEA/LSCE.

Viele Klimastudien gehen von einer Verlangsamung der Meeresströmung und einer deutlichen Trennung zwischen Wassermassen mit unterschiedlicher Temperatur und unterschiedlichem Salzgehalt (Schichtung) als Reaktion auf ein wärmeres und feuchteres Klima in hohen Breitengraden aus. Diese Interaktion zwischen Erwärmung und Ozeanzirkulation verändert den Nährstoffkreislauf und führt zu einer Verringerung der Anfangsglieder in der ozeanischen Nahrungskette. Die Nährstoffressourcen, die aus pflanzlichen und tierischen Rückständen bestehen und durch die Wassersäule langsam von der Meeresoberfläche zum Meeresboden absinken, nehmen dadurch ab, was sich wiederum nachteilig auf die Tiefsee-Organismen auswirkt.

Veränderungen bei der Biomasse verlaufen in der Tiefsee nicht homogen. Die Prognosen gehen allerdings von einer Abnahme der Biomasse in den meisten Regionen aus. Von diesem Rückgang sind mehr als 80% der wichtigsten Lebensräume wie Tiefseekorallen, Tiefseeberge und Schluchten betroffen. Die Analysen legen ebenfalls nahe, dass die Größe der Lebewesen abnimmt, was Auswirkungen auf die Tiefseefischerei und damit auf das Nahrungsmittelangebot haben könnte.

[1] Diese Studie ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Forschern des National Oceanography Centre (UK), der Memorial University of Newfoundland (Kanada), der University of Tasmania (Australien) und des Labors für Klima- und Umweltwissenschaften (LSCE) in Frankreich.

Quelle: "Des réductions régionales importantes de biomasse dans l'océan profond à l'horizon de 2100", Pressemitteilung der Behörde für Atomenergie und alternative Energien (CEA) – 07.01.2014 -

http://www.cea.fr/le-cea/actualites/reduction-biomasse-dans-les-fonds-oceaniques-130121

Redakteurin: Hélène Benveniste, helene.benveniste@diplomatie.gouv.fr

Marie de Chalup | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

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