Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Denkbar einfache Therapie mit großer Wirkung

25.02.2011
UKM-Experte beschreibt zum ersten Mal in Deutschland Wirksamkeit von Magnesium gegen Folgeschäden nach Frühgeburt

Frühchen haben heute immer bessere Chancen. Die Chance, zu überleben und die Chance, ohne Folgeschäden ins Leben zu starten.

„Sicherlich werden wir die Frühgeburtlichkeit jedoch nie ganz verhindern können“, sagt Prof. Dr. Walter Klockenbusch, Leiter der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Münster (UKM). Aber ein Mosaikstein, um Frühchen den Start ins Leben zu erleichtern, hat Klockenbusch nun zum ersten Mal in Deutschland beschrieben.

„Wenn eine Frühgeburt droht, hilft es dem Ungeborenen, wenn der Mutter bis zur 28 Schwangerschaftswoche über 24 Stunden hoch dosiert Magnesium zugeführt wird“, sagt Klockenbusch. Mehrere internationale Studien haben das belegt, teilweise wurden allein für eine Studie über 2000 Schwangere untersucht.

In Deutschland ist dieses Ergebnis so gut wie nicht bekannt. Und so hat Klockenbusch alle internationalen Studien zusammengetragen, kommentiert und in der meist gelesenen Zeitschrift unter den Gynäkologen („Frauenarzt“) publiziert.

Am UKM hat er diese Therapie seit einem ¾ Jahr zum Standard bei drohender Frühgeburt gemacht. Warum Magnesium allem Anschein nach so gut wirkt, ist nicht endgültig bekannt. „In jedem Fall scheint Magnesium eine Nerven schützende Therapie zu sein“, sagt Klockenbusch. Wie wirksam Magnesium ist, zeigt sich übrigens erst dann, wenn der Geburtshelfer Klockenbusch längst nicht mehr als Therapeut für die Kinder in Erscheinung tritt: „Das Magnesium zeigt seine Wirkung meistens erst, wenn die Kinder bereits mindestens zwei Jahre alt sind“, betont Klockenbusch. Denn erst dann treten mögliche Spätfolgen wie motorische und mentale Probleme sowie Seh- und Sprachstörungen auf.

Nachdem Klockenbusch die Studien in der Fachzeitschrift zusammengetragen und publiziert hat, ist er bereits von mehreren Fachkollegen aus ganz Deutschland angerufen worden. „Alle Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich Kontakt hatte, finden die Therapie unbedingt nachahmenswert“, freut sich Klockenbusch. Denn sie ist denkbar einfach und hat nachweislich große Wirkung.

Simone Hoffmann | UKM Pressestelle
Weitere Informationen:
http://www.ukmuenster.de

Weitere Berichte zu: Folgeschäden Frühchen Frühgeburt Magnesium UKM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie