Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Demenz: Jeder zweite Fall vermeidbar

21.07.2011
Lebensstil hat hohen Einfluss auf Erkrankungsrisiko

Jede zweite Demenz-Erkrankung lässt sich durch rechtzeitige Prävention verhindern. Diese gewagte These stellen zwei Forscherinnen der University of California am Treffen der internationalen Alzheimer-Forscher in Paris auf. "Schon einfache Änderungen wie mehr Bewegung und Rauchverzicht haben enorme Folgen für die Vorsorge von Alzheimer und andere Demenzerkrankungen", so Deborah Barnes, Präsentatorin und Leiterin der auch in "Lancet Neurology" veröffentlichten Studie.

Sieben Lebensstil-Sünden

Nicht jede Demenz hat ihren Ursprung in einer Erkrankung des Gehirns mit Amyloid-Ablagerungen, Plaques und Fibrillen-Ausbildung. Bei 51 Prozent der weltweit 30 Mio. Patienten ist die Ursache der Lebensstil, behaupten die Wissenschaftlerinnen.

Sie werteten dazu die bisherigen internationalen Beobachtungsstudien mit insgesamt mehreren 100.000 Teilnehmern aus. Auf dieser Basis ermittelten sie sieben Risikofaktoren, die am häufigsten an der Demenzentstehung - oft über den Weg einer Herz-Kreislauf-Erkrankung - beteiligt sind.

Der global wichtigste, beeinflussbare Alzheimer-Faktor ist demnach der Bildungsmangel, der besonders in Entwicklungsländern auftritt. Er kann 19 Prozent aller Demenzerkrankungen erklären, sagen die Forscher. Rauchen rangiert mit 14 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Bewegungsmangel. Dahinter finden sich Depression, Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht. In den USA führt der Bewegungsmangel die Liste vor Depression und Rauchen an.

Ungeklärte Zusammenhänge

Die Ergebnisse überraschen teils sehr - erkennt man doch bei zwei der drei top-gelisteten Risiken bisher noch keine Kausalzusammenhänge zu Demenz, räumen auch die Studienautoren ein. Ungeklärt sei zudem, ob das Alzheimer-Risiko durch Vermeiden der Risikofaktoren tatsächlich sinkt. Etwas andere Aussagen trafen zuletzt kanadische Forscher: Auch der Zustand der verschiedensten Organe des Körpers sei mit Alzheimer-Auftreten verbunden (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110714027 ).

Abstract unter http://www.thelancet.com/journals/laneur/article/PIIS1474-4422%2811%2970072-2/abstract

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ucsf.edu
http://alz.org

Weitere Berichte zu: Bewegungsmangel Demenz Depression Lebensstil

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

24.01.2017 | Materialwissenschaften

Forscher entschlüsseln einen Mechanismus bei schweren Hautinfektionen

24.01.2017 | Medizin Gesundheit

Von Schwefel zu Kohlenstoff

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie