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Demenz: Fettfische bieten doch keinen Schutz

10.03.2009
Faktoren wie Bildung und Gemütslage wichtiger

Wissenschaftler der London School of Hygiene and Tropical Medicine haben Zweifel daran geäußert, dass Fettfische bei älteren Menschen wirklich gegen eine Demenz-Erkrankung schützen können.

Die Daten einer Studie mit mehr als 800 älteren Menschen hatten anfänglich darauf hingewiesen, dass jene die große Mengen Fettfische aßen über bessere kognitive Funktionen verfügten. Faktoren wie Bildung und Gemütslage erklärten jedoch in der Folge den größten Teil des Zusammenhanges. Die Forschung habe zu klären, welche positiven Auswirkungen, wenn überhaupt, fettreiche Fische auf das älter werdende Gehirn haben, schreibt das Team um Alan Dangour im Journal of Nutrition, Health and Ageing.

In den vergangenen Jahren wurde der Ernährung als Möglichkeit zur Verhinderung einer Demenz immer mehr Augenmerk geschenkt. Ein Schwerpunkt des Interesses lag bei den Omega-3-Fettsäuren, die in fettreichen Fischen wie Lachs und Makrele enthalten sind. Es gibt laut BBD biologische Gründe, abgesichert durch Labortests, warum diese Fettsäuren zumindest theoretisch nervenschützend sein sollten. Die aktuelle Studie fand einen signifikanten Zusammenhang zwischen einigen Fischmahlzeiten pro Woche und dem besseren Abschneiden bei Tests der kognitiven Funktionen. Wurden jedoch Bildung und psychische Gesundheit der Teilnehmer berücksichtigt, löste sich dieser Zusammenhang so gut wie im Nichts auf.

Dangour erklärte, dass die Argumente für die schützende Wirkung der Fettfische zu sehr propagiert worden seien. Beweise für diese Wirkung seien immer nur sporadisch erfolgt. Ziehe man wie in der aktuellen Studie alle Faktoren in Betracht, sei es gar nicht so klar, dass Fettfische gesunden älteren Menschen überhaupt einen Schutz gegen Demenz bieten könnten. Die gesammelten Daten werden in einem weiteren Schritt mit den Daten aus Tests mit Blindpräparaten verglichen werden.

Dangour betonte, dass diese randomisierte, kontrollierte Studie endlich Klarheit bringen sollte. Neil Hunt, Chef der Alzheimer's Society, argumentierte, dass eine der besten Möglichkeiten, sich gegen Demenz zu schützen, eine Mittelmeer-Diät sei. Sie enthält viel Obst, Gemüse, Getreide, Fisch und Geflügel. Derzeit sei jedoch noch immer nicht erforscht, welche Bestandteile am wirksamsten seien.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.lshtm.ac.uk
http://www.serdi-fr.com/jnha
http://alzheimers.org.uk

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