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Creme schützt vor Genital-Herpes

23.01.2009
Gel produziert schützende Gewebeschicht

US-Forscher berichten von einem Durchbruch beim Kampf gegen Genital-Herpes: Sie haben eine Creme entwickelt, die erstmals in der Lage ist, eine Ansteckung mit dem Virus zu verhindern.

Weltweit sind rund eine Mrd. Menschen von dem Typ-2-Herpes Simplex-Virus befallen. Die Erkrankung kann zwar unter Kontrolle gebracht werden, allerdings ist es schwierig sie generell zu stoppen, da sie über Sexualverkehr übertragen wird.

Bei gesunden Blutspendern und Gesundheitsüberwachungen konnten in den USA Häufigkeiten von drei bis 23 Prozent festgestellt werden. Bisher konnte die Wirksamkeit des Gels im Mäuseversuch nachgewiesen werden, berichtet die Forscher im Wissenschaftsmagazin Cell Host and Microbe.

"Die Durchseuchungsrate bei Herpes genitalis ist in Europa nicht so hoch wie in den USA", meint der Gynäkologe Christian Kainz, Ärztlicher Direktor der Privatklinik Döbling, im pressetext-Interview. "Als Herpeserkrankungen werden im allgemeinen Sprachgebrauch nur die durch die Herpes-simplex-Viren HSV-1 und HSV-2 ausgelösten Erkrankungen gezählt. Dazu gehören auch die Fieberbläschen, die häufig auftreten und selten auch zu einem Herpes genitalis führen können", so der Experte.

"Die Symptome der Herpes-Simplex-Virus Typ 2 (HSV-2) Infektion sind für die Betroffenen sehr unangenehm. Zumeist sind die Auswirkungen nach einigen Tagen verschwunden", erklärt der Experte. Eine Infektion begünstige allerdings das Auftreten anderer sexuell übertragbarer Erkrankungen, da das Immunsystem durch das Virus geschwächt ist. "Zudem besteht die Besonderheit aller Herpes-Viren darin, dass sie auch nach Abheilung der Symptome nicht aus dem Körper verschwunden sind, sondern in den Kernen von Nervenzellen überdauern. Dort sind sie für das Immunsystem des Organismus nicht sichtbar und können ohne Neuinfektion wiederholt zu einem Krankheitsausbruch führen."

Das Gel, das von den Forschern hergestellt wurde, basiert auf der RNA-Interferenz. Bei diesem komplexen molekularbiologischer Mechanismus, werden Gene des Virus einfach stillgelegt. "Eine der Besonderheiten des Gels ist, dass es ein Gewebe bildet, das resistent gegen das Virus ist. Und es schützt sogar noch eine Woche nach dem Auftragen gegen eine Infektion", so Studienleiterin Judy Lieberman von der Harvard Medical School http://hms.harvard.edu . Andere Experten warnen jedoch vor allzu großer Freude: Ehe das Gel in den Handel kommt, werde es noch dauern. Das Forscherteam arbeitet indessen auch an der Entwicklung eines Gels, das vor einer HIV-Infektion schützt.

Kainz meint allerdings, dass Kondome effektiv vor einer Herpes-Infektion schützen können. "Es gibt bei der Herpes-Infektion eine generelle Empfehlung zur Benutzung von Kondomen, auch wenn es beispielsweise nur einen geringen Schutz vor der Übertragung von humanen Papilloma-Viren gibt." Wenn man die sexuelle Vorgeschichte seines Partners nicht kenne, sollte man darauf keinesfalls verzichten, meint der Gynäkologe abschließend im pressetext-Gespräch.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pkd.at
http://hms.harvard.edu

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