Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CreateHealth-Zirkel fördern Kreativität am Arbeitsplatz

18.06.2013
Kreative Mitarbeiter sind wünschenswert und gefragt. In Zeiten des Fachkräftemangels können Unternehmen es aber nicht dabei belassen, lediglich die „kreativsten Köpfe“ unter den Bewerbern auszusuchen.

Kreativität am Arbeitsplatz aktiv fördern, sollte das Ziel sein. Dies lässt sich durch veränderte Arbeitsbedingungen erreichen und hat zusätzlich positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Diese Ergebnisse hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt im Bericht „Kreativität und Gesundheit im Arbeitsprozess – Studie zu kreativitätsförderlicher Arbeitsgestaltung in der Wirtschaft“ veröffentlicht.

Die umfangreiche Studie setzt sich aus mehreren Schritten zusammen. Zuerst haben die Forscher ein Modell zu Arbeit, (kreativer) Leistung und Gesundheit erstellt. Es erlaubt eine differenzierte Betrachtung der Tätigkeitsmerkmale und stellt erste Zusammenhänge zwischen den einzelnen Faktoren her. Eine Online-Befragung diente der Bestandsaufnahme zu verschiedenen Faktoren der Arbeitsbedingungen, Kreativität und Gesundheit von Beschäftigten. Dafür wurden 830 Erwerbstätige aus verschiedenen Branchen und Unternehmen befragt. Die Auswertung ergab, dass Lern- und Kreativitätsanforderungen in den befragten Unternehmen recht gut sind, aber noch Verbesserungspotenzial haben.

Die Forscher konnten einen klaren Zusammenhang zwischen den einzelnen Aspekten erkennen: Sind Arbeitsbedingungen zum Beispiel durch Lernanforderungen positiv und arbeitsbedingte Ressourcen (zum Beispiel Handlungsspielräume) vorhanden, wirkt sich das positiv auf die Leistung der Beschäftigten aus. Sie sind motiviert und kreativ. Negative Arbeitsbedingungen und mangelnde Ressourcen (zum Beispiel wenig Handlungsspielraum und Belastungen wie Zeitdruck oder Arbeitsunterbrechungen) hingegen verstärken Beeinträchtigungen des psychischen Befindens. Langfristig können sie sich negativ auf die Gesundheit auswirken.

Die Daten aus der Online-Befragung bestätigten das Modell. Auf dieser Grundlage entwickelte sie den CreateHealth-Zirkel, eine Interventionsmethode, die Arbeitsbedingungen im Betrieb verändern kann. So lassen sich Kreativität, Gesundheit und Leistung der Beschäftigten fördern. Der CreateHealth-Zirkel besteht aus einem Kreativitätstraining und fünf Themensitzungen, in denen die Teilnehmer gemeinsam über betriebliche Schwachstellen und Verbesserungspotenziale diskutieren. Die Teilnehmer sollten dabei gemeinsam Maßnahmen entwickeln, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Ein Training für Führungskräfte flankiert den Zirkel.

Diese Interventionsmethode haben die Forscher in einem Betrieb, der zuvor in der Online-Befragung vertreten war, angewendet. Während und nach Abschluss der Maßnahme erfolgten weitere Befragungen der Beteiligten. Insgesamt kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die CreateHealth-Zirkel die Kreativität der Beschäftigten fördern. Nach Durchführung dieser Maßnahme, die die Beschäftigten beteiligt, zeigten sie mehr Eigeninitiative und ein höheres Maß an Kreativität im Arbeitsalltag. Zudem steigerte sich ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Auch das psychische und körperliche Befinden verbesserte sich nach der Intervention. Zusätzlich haben sich die Arbeitsbedingungen im Zeitraum während und nach der Intervention in die von den Teilnehmern gewünschte Richtung verbessert.

Kreativität und Gesundheit im Arbeitsprozess – Studie zu kreativitätsförderlicher Arbeitsgestaltung in der Wirtschaft; Britta Herbig, Jürgen Glaser; 1. Auflage. Dortmund/Berlin/Dresden: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2013; 184 Seiten. Eine Version im PDF-Format gibt es zum Herunterladen unter der Adresse http://www.baua.de/publikationen.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Weitere Informationen:

http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F2244.html
Direkter Link zum Bericht "Kreativität und Gesundheit im Arbeitsprozess"

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten