Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computerspiele haben auch positive Wirkungen auf Spieler

07.09.2009
Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e.V. erforscht in einem interdisziplinären Forschungsverbund die Wirkung von Computerspielen.

Ziel des ersten Teilprojekts ist die Entwicklung einer Methodik zur Erhebung repräsentativer Datensätze bei Spielern, die den altersspezifischen Freigabekategorien der Spiele entsprechen. Diese Einstufung orientiert sich an den gängigen Altersgruppen der USK gemäß dem Jugendschutzgesetz.

Um möglichst viele Facetten der Mensch-Computer-Interaktion erfassen zu können, wurde ein multimodales Forschungsdesign entwickelt. Dabei werden neben psychologischen auch neuropsychologische Verfahren eingesetzt. Die Kombination mehrerer methodischer Verfahren soll eine vielseitige und umfassende Betrachtung ermöglichen. Realisiert wird das Konzept durch die Anwendung von bildgebenden Verfahren (MRT), elektrophysiologischen Messungen in Echtzeit, psychologische Fragebögen sowie Fremd- und Eigenbeobachtung des Spielers.

In einer Machbarkeitsstudie mit 32 Spielern konnte das Untersuchungsdesign erfolgreich festgelegt werden. Der wesentliche Unterschied zu bereits bestehenden Studien liegt in der Möglichkeit zur "Echtzeitmessung". Dies bedeutet, dass nicht wie bisher nur ausgewählte Spielesequenzen untersucht werden, sondern die Spieler in Realzeit spielen (z. B. 4 Stunden) und währenddessen kontinuierlich Daten abgeleitet werden. Bisher wurden zwei Altersgruppen untersucht: älter als 18 Jahre (n = 38) und 16-17 Jahre (n = 23).

Anhand der bisherigen Daten lassen sich folgende Aussagen formulieren:

- Erregungs- und Aktivitätspotentiale passen sich an die jeweiligen Spielbedingungen an, so lassen sich mitunter habituative Effekte bei der wiederholten Darbietung gewaltimmanenter Szenen identifizieren.

- Es gibt keine generellen geschlechtsspezifischen Unterschiede.

- Zwischen Probanden mit Spielerfahrung und solchen, die keinerlei Vorerfahrung haben, lassen sich keine Unterschiede erkennen.

- Bereits nach einer Woche intensiven Spielens sind anatomische Veränderungen in der Hirnstruktur zu erkennen.

- Computerspiele steigern auch außerhalb der Spiele die Motivation, führen zu erhöhter Aufmerksamkeitsleistung und verbessern Feinmotorik sowie das Arbeiten auf virtuellen Oberflächen.

- Anhand differenzierter Verlaufsanalysen des individuellen Spieleverhaltens während einer Computerspiel-Sequenz in Verbindung mit Referenzuntersuchungen kann das Ausmaß des möglichen Suchtgefährdungspotentials einzelner Spieler identifiziert werden.

Weitere Informationen:
Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung
(Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Ansprechpartnerin: Dorothea Weber
Maaßstraße 26
69123 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 833860
Telefax: +49 (6221) 833874
E-Mail: dzm@fh-heidelberg.de
Internet: http://www.dzm.fh-heidelberg.de
Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e.V. wurde 1995 in Heidelberg gegründet. Heute ist das DZM das größte musiktherapeutische Forschungsinstitut in Europa und vereint Forschung, Praxis und Lehre unter einem Dach. Das DZM ist ein AN-Institut der SRH Hochschule Heidelberg, d. h. das Forschungsinstitut ist wissenschaftlich eng mit dieser Hochschule verbunden, aber wirtschaftlich und rechtlich unabhängig. Das DZM ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich zum überwiegenden Teil aus Spenden und Forschungsdrittmittel. Am DZM entwickeln und erforschen Musiktherapeuten, Mediziner, Musikwissenschaftler und Psychologen in interdisziplinären Projekten musiktherapeutische und musikmedizinische Konzepte zur Verbesserung der Lebenssituation erkrankter Menschen.

Seit 2008 gehören außer dem Forschungsinstitut die Heidelberger Akademie für Psychotherapie (Approbationsausbildung) und eine Tinnitusambulanz zum DZM.

Dorothea Weber | idw
Weitere Informationen:
http://www.dzm.fh-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie