Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computer-Tastaturen sind Keimschleudern

03.07.2009
Internet-Cafes und Informatikräume besonders betroffen

Je mehr Personen auf einem Computer arbeiten, desto höher ist die Anzahl von Mikroorganismen, die sich auf dessen Tastatur tummeln. Das berichten Forscher der Swinburne University of Technology in der Zeitschrift American Journal of Infection Control.

Sie entnahmen Proben aus der Computertastaturen von Informatiksälen und verglichen diese mit denen von Arbeitsplätzen, an denen nur eine Person tätig ist. Frei zugängliche Computer wiesen dabei fünfmal mehr Keime auf als persönlichen Geräte. Früher Studien hatten bereits nachgewiesen, dass sich auf Tastaturen bis zu fünfmal mehr Keime tummeln als auf Klobrillen.

Unter die Lupe nahmen die australischen Mikrobiologen ihr eigenes Umfeld. Sie analysierten Tastaturen aus drei großen Computersälen der Universität nach Anzahl und Art ihrer Keime auf den Tasten, daneben auch Tastaturen von Arbeitscomputern des Universitätspersonals. Die öffentlich zugänglichen Computer besaßen im Schnitt fünfmal mehr Keime, jede zweite ihrer Tastaturen konnten die Forscher zudem als Zufluchtsort des Bakteriums Staphylococcus aureus enttarnen. An den Mitarbeiter-Arbeitsplätzen war das nur bei jeder fünften Tastatur der Fall. "Auf Tastaturen in Informatikräumen wie auch in Internet-Cafes wimmelt es nur so von Krankheitserregern. Die Betreiber sollten bemüht sein, ihre Computer-Infrastruktur regelmäßig zu desinfizieren und zu reinigen", so das Resümee des Studienautors Enzo Palombo.

"Die Keimbelastung von Tastaturen ist vergleichbar mit derjenigen von Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln", erklärt Magda Diab-Elschahawi, Fachärztin für Hygiene und Mikrobiologie an der Medizinischen Universität Wien http://www.meduniwien.ac.at/krankenhaushygiene im pressetext-Interview. Überbewerten solle man diese Ergebnisse daher nicht. Da die Hand das wichtigste Übertragungsmedium für Krankheitserreger sei, könne man davon ausgehen, dass diese auch auf Tastaturen wiederfindbar sind. "Die Keime vermehren sich bei trockener Luft auf den Tasten zwar nicht, können jedoch mehrere Stunden überleben und vom nächsten Benutzer wieder mitgenommen werden", so die Hygieneexpertin.

Der auf den Tastaturen gefundene Staphylococcus Aureus ist ein Krankheitserreger, der bei etwa 25 bis 30 Prozent aller gesunden Menschen vorkommt. "Er ist üblicherweise im Nasenvorhof angesiedelt und gelangt leicht auf die Hände, da wir uns oft ungewollt mit den Händen in die Nase fahren. Gesunde Haut hält dieses Bakterium für gewöhlich gut in Schach, Probleme können bei einer Wunde entstehen", so Diab-Elschahawi.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.swinburne.edu.au

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen